von Oſtafrika zu einem formen- und abwechslungsreichen Ge⸗
birgslande ſind vulkaniſche Kräfte in hervorragender Weiſe thätig geweſen. Wie überall, wo Vulkane eine lineare Anordnung zeigen, weiſen ſie auch hier das Vorhandenſein von Erdſpalten nach, durch deren Sohle hindurch, als an einem Orte geringeren Wider⸗ ſtandes, ſich Eruptivmaſſen einen Ausweg gebahnt haben. Nach dem Vorgange Höhnels, dem wir die erſten genaueren Berichte über die große oſtafrikaniſche Dislokationszone verdanken, werden wir derartige Verwerfungen der Erdrinde als Grabenverſenkungen bezeichnen. Würde es auch über den Rahmen dieſer Abhandlung hinausgehen, wenn ich das Problem dieſer Gräben einer eingehenden Betrachtung unterziehen wollte, ſo kann ich es mir bei den engen Beziehungen, die zwiſchen dem Vulkanismus Oſtafrikas und jenen Gräben beſtehen, nicht ver— ſagen, die hauptſächlichſten Daten über ihre Anzahl und Größe, über ihr Alter und ihre Entſtehung anzugeben.
Beginnen wir mit unſern Betrachtungen im Süden, ſo bemerken wir zunächſt etwa unter dem 150 ſüdlicher Breite eine Spalte, die durch den Lauf des Schire gekennzeichnet wird. Ihre Breite beträgt 50 bis 80 km; ſteil abfallende archäiſche Tafelländer begrenzen ſie auf beiden Seiten. Süß nimmt an, daß dieſe Spalte, die bis an das Nordende des Nyaſſa meridional vorläuft, hier eine Umbiegung in die Richtung des Leopold(Rickwa⸗) Sees und ſpäter eine aber⸗ malige Umbiegung in der Richtung des Tanganjika erführe. Dahin⸗ gegen finden wir bei Peters in ſeinem neueſten Werk über Deutſch— Oſtafrika die Angabe, daß ſich der Graben des Nyaſſa über das Nordende des Sees hinaus in meridionaler Richtung fortſetze. Aller— dings, ſagt Peters, verliert der Oſtrand vom Nyaſſa bis nach Ilindi hin ſeine praktiſche Bedeutung, da Eruptivmaſſen vielfach ſeine Konturen verwiſchen, doch iſt der Weſtrand, der ununterbrochen von der marenga mkali in die weſtliche Umrandung des Nyaſſa übergeht, in voller Schärfe erhalten geblieben. Zwar iſt der Graben an der vermeintlichen Umbiegungsſtelle durch einen Querriegel in eine nörd⸗ liche und ſüdliche Hälfte geteilt, doch beſteht dieſer Riegel aus jüngerem Eruptivgeſtein, das ſich in der Grabenſohle aufgebaut hat. Bei der völligen Ausfüllung des Grabens an dieſer Stelle iſt es indeſſen leicht möglich, daß der Beobachter getäuſcht wird, und der nach Norden über die Höhen ſchweifende Blick ein ununterbrochenes Tafelland zu erfaſſen vermeint. Nördlich von dieſem Querriegel, dem Bergland von Kondé, verläuft nach Peters der Oſtrand des Grabens durch eine Art von großer Verwerfung in Hügellandſchaften, die nach Oſten hin die ozeaniſche Abdachung ausfüllen. Erſt bei Ilinde tritt, wie ſchon vorhin bemerkt, die Geſtalt des Grabens wieder etwas deutlicher hervor, ob⸗ wohl auch hier die Sohle nur etwa 190 m unter den Plateaurändern
H der Umbildung deemfpfünglich einförmigen Hochplateaus


