In der jetzigen Zeit, wo die grosse Idee einer National-Erziehung lebhafter als je besprochen wird, und wo, wenn die fortgehende Entwickelung des gesellschaftlichen Lebens nicht durch neue Stürme unterbrochen wird, die Ausführung dessen bevorsteht, was lange die Köpfe und Herzen eifriger Pädagogen und warmer Volksfreunde be- schäftigt hat, nämlich die Ausführung des Gedankens, dass alle Unterrichtsanstalten ein umfassendes ja vollständiges, zugleich aber gegliedertes und eng in einander grei- fendes Ganzes bilden müssen, das dem religiösen, bürgerlichen und wissenschaftlichen Bedürfnissen des Volks im Ganzen und den durch die verschiedenen Berufsarten be- gründeten besonderen Ausprüchen der einzelnen Volksklassen in genügender Weise entspricht und in der rein menschlichen, aber immer sowohl durch den Charakter des Volks als durch die vorauszusetzende eigenthümliche Lebenswirksamkeit eines Jeden mannigfaltig bestimmten Entwickelung der vom Schöpfer verliehenen Anlagen und Kräfte nirgends eine Lücke zurücklässt, in dieser Zeit der Ausführung einer lange mit Liebe gehegten Idee gedachte ich einer Rede, die ich vor mehreren Jahren bei einer Schulfeierlichkeit über die Trennung und den Zusammenhang unter den verschiedenen Schulanstalten eines Staats hielt und beschloss dieselbe so, wie sie damals vorgetragen wurde, öffentlich mitzutheilen. Die Rede wird sich zwar weder durch hohen redneri- schen Schwung noch durch tiefer eingehende Deductionen aus den Tiefen der mensch- liehen Seele oder aus dem nationellen Charakter den Lesern empfehlen. Denn sie begnügt sich damit, in einer einfachen anspruchslosen Sprache Bekanntes oder wenig- stens dem Gebildeten und selbst der gereifteren Jugend Naheliegendes zusammenzustellen
und unter Einem Gesichtspunkt zu vereinigen. Aber sie kann, wie ich mir schmeichle, 1 1


