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Am 10. September wurde die Speiſung der Alumnen des Freitiſches in dem neu eingerich⸗ teten Local, nachdem noch einige Hinderniſſe die fruͤher beabſichtigte Verlegung aufgehalten hatten, eroͤffnet. Der Freitiſch beſteht uͤbrigens ganz in der bisherigen Weiſe fort. Solche, die ſich um den Freitiſch bewerben wollen, haben zeitig wenigſtens einige Wochen vor dem Ablauf des Halbjahrs ihre Vorſtellung mit einem von einer amtlichen Behoͤrde ausgeſtellten Vermoͤgens⸗Zeugniſſe an den Director einzuſenden, auf deſſen Bericht uͤber die Beduͤrftigkeit und Wuͤrdigkeit der Nachſuchen⸗ den, ſowie auf Einſendung der Vorſtellungen und Zeugniſſe Kurfuͤrſtliches Miniſterium des Innern die Freitiſchſtellen vergiebt. Der Freitiſch wird immer nur auf ein Halbjahr ertheilt und im Herbſt haben alle, die ihn ſchon genoſſen haben und ferner behalten wollen, ſich unter Einliefe⸗ rung von Vorſtellungen an Kurf. Miniſterium und von Zeugniſſen uͤber den Stand ihrer Vermoͤ⸗ gensverhaͤltniſſe an den Director von neuem um die Wohlthat des Freitiſches zu bewerben. Da jetzt ein ſo paſſendes Lokal in dem Gymnaſial⸗Gebaͤude ſelbſt vorhanden iſt, ſo iſt zu wuͤnſchen, daß noch mehrere Schuͤler als bisher ihren regelmaͤßigen Abendtiſch bei dem Oeconomen des Gymnaſiums nehmen, welcher ſich erboten hat, ihn, wenn er regelmaͤßig bei ihm beſtellt wird, um einen ſehr maͤßigen Preis zu geben. Ich fordere daher die Eltern unſerer auswaͤrtigen Schuͤler auf, wenn nicht auf eine anderweitige zweckmaͤßige Art fuͤr ihre Koſt geſorgt iſt, um des Wohls ihrer Soͤhne willen dieſen denſelben zutraͤglichen Antrag anzunehmen.
Der Curſus des Winterhalbjahrs wurde in hergebrachter Weiſe am 2. October eroͤffnet. Es wurde im Anfang deſſelben die Einrichtung getroffen, daß Knaben, welche in das 10te Le⸗ bensjahr eingetreten ſind, wenn ſie die bis zu dieſem Alter bei der noͤthigen Faͤhigkeit in einer guten Buͤrgerſchule zu erlangenden Elementar⸗Kenntniſſe ſich erworben haben, moͤgen ſie auch des Lateiniſchen noch ganz unkundig ſein, in das Gymnaſium aufgenommen werden koͤnnen, damit ſoweit als nur moͤglich, in dem Sprach⸗ ſowie im uͤbrigen Unterricht von Anfang an ein ſicherer Grund gelegt werde und ſie wenn ſie bei den wiſſenſchaftlichen Studien beharren, in derſelben Anſtalt bis zu der hoͤchſten Stufe allmaͤhlich fortgefuͤhrt werden. Um dieſen Zweck zu erreichen, war es noͤthig, die Quinta im Lateiniſchen wenigſtens in zwei Coͤtus zu trennen, ſo daß die zwei Abthei⸗ lungen Anfangs vier, nachher acht beſondere Lehrſtunden bei verſchiedenen Lehrern zu gleicher Zeit erhielten, wobei der Speiſeſaal fuͤr die 2te Abtheilung als Lehrzimmer in dieſen Lehr⸗ ſtunden benutzt wurde.
Vor Chriſttag hielt der Director eine Privatpruͤfung in den verſchiedenen Claſſen des Gymnaſiums, worauf die meiſten auswaͤrtigen Schuͤler die Zeit waͤhrend der Feiertage zu Haus zubrachten.
Der Unterricht ging im Allgemeinen den ganzen Winter ohne Unterbrechung fort. Nur war zu bedauern, daß beſonders im ſpaͤteren Theil deſſelben nicht wenige Schuͤler von Unpaͤßlichkeiten


