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Unterhalb der Elzmündung dehnt sich auf der linken Moselseite das sogen. Maifeld aus. Die mittlere Höhe desselben beträgt etwa 250 m, bei Moselkern liegt der Rand des Plateaus 258 m ü. d. M. Weithin sichtbar und ein sicheres Kenn- zeichen des Maifeldes ist die Kirche von Münstermaifeld, die 277 m hoch liegt. Die Hochfläche endet gegen das Rheintal mit steilem Abfall bei Metternich.
II. Geologische Übersicht.
Das rheinische Schiefergebirge ist ein Abrasionsplateau, d. h. eine Fläche, die früher vom Meere bedeckt war und durch die Brandungswelle des vordringenden Meeres abgehobelt wurde. Auf die geologische Geschichte des Landes soll hier nicht eingegangen werden. ¹) Fast das ganze Gebirge ist aus Ablagerungen der Devonperiode zusammengesetzt. An manchen Stellen finden sich auch Trias- schichten in schwebender Lagerung über dem Devon, wie in der sogen. Trierer Bucht. In der Karbonperiode fand die große Faltung der devonischen Schichten statt, und zwar von S0. her. Die Falten streichen im allgemeinen von SW. nach NO.
Bei den Verschiebungen in der Tertiärzeit bildete sich allmählich zwischen dem südwestdeutschen Becken und dem rheinischen Schiefergebirge ein Niveau- unterschied von 400 m heraus. Dadurch wurden die Abflüsse des südwestdeutschen Beckens vom nördlichen Meere abgeschnitten und gezwungen, die niederrheinische Schwelle zu durchbrechen und gleichzeitig ihren Talboden oberhalb entsprechend aufzuschütten, bis der Rückstau überwunden war. Auf diese Weise entstanden die Durchbruchstäler des Rheins, der Mosel und der Lahn. Der Verlauf des Vorläufers der Mosel war damals mehr geradlinig wie heute. Das Einschneiden der Flüsse begann erst in der diluvialen Periode, wenigstens sind bis dahin die Spuren deut- lich zu verfolgen. Die Anfänge der Talbildung reichen jedoch wahrscheinlich bis in die letzten Zeiten der Tertiärs zurück. Zahlreiche, übereinanderliegende Terrassen an den Gehängen der Täler geben Zeugnis von der gewaltigen Erosionsarbeit, die die Flüsse seit der diluvialen Zeit geleistet haben. Auch heute dauert die Erosion noch fort, das beweisen die Ungleichheiten der Gefällskurven.
Die ganze rechte Seite des unteren Moseltals besteht aus blaugrauen oder schwärzlichen Tonschiefern, den sogen. Hunsrückschiefern. Das Vorkommen anderer Gesteine ist so belanglos, daß es hier übergangen werden kann. Auch die Mosel- berge am linken Ufer sind aus Hunsrückschiefer zusammengesetzt. Unterhalb Alf treten ebenfalls ununterbrochen die Schichten des Unterdevons auf, um erst bei Moselkern unter einer Decke von tertiären und diluvialen Ablagerungen zu ver- schwinden. Von der Saarmündung bis Schweich fließt die Mosel am Rande der Trierer Bucht entlang, auf der Grenze zwischen Unterdevon und Trias. Unterhalb Trier, bei Ruwer auf dem rechten und bei Ehrang auf dem linken Ufer treten oberrotliegende Schichten zu Tage, die in der Wittlicher Mulde in größerer Aus- dehnung auftreten. Die diluvialen und alluvialen Ablagerungen, die sich im Mosel- tal selbst finden, werden wegen ihrer engen Beziehung zur Tätigkeit des fließenden Wassers an diesbezüglicher Stelle behandelt.
IlI. Das Erosionstal der unteren Mosel.
Die Mosel fließt von der Saarmündung an, wie schon erwähnt ²), an der Grenze von Devon und Buntsandstein entlang, um erst bei Schweich ganz
¹) Vgl. dazu Penck, Das Deutsche Reich, S. 317 ff.; Lepsius, Geologie von Deutschland,
Bd. I; A. Philippson, Zur Morphologie des rhein. Schiefergeb. Verh. d. 14. Deutschen Geographen- tags 1903 8 an. s.§. 1.


