Von der Schule hatte jeder Teilnehmer eine Reisebeihilfe von Mlk. 50.—, der Leiter von Mk. 150.— erhalten. Fünf Schüler hatten auf diese. Beihille zu Gunsten von weniger bemittelten Schülern verzichtet, denen dadurch Beibillen bis zu Mk. 200.— gegeben werden konnten. Die Fahrt kostete ab Frankfurt-London Schnellzug, IlI. Klasse, Schiff I. Klasse, und zurück Mk. 58.40, dazu kamen etwa Mk. 1.70 für englisches und belgisches Sammelvisum. In London zahlten die Schöler für ihren Aufenthalt etwa Mlk. 30.— bis 40.— die Woche ohne Lunch, für den gemeinsamen Lunch in der ersten Woche fäglich etwe Mk. 1.50 Die Schüler, die nach Manchester gingen, zahlten für Hin- und Rückreise London-Manchester Mk. 46.—, ihr Aufenthalt in den Familien dort war frei. Die Gesamtkosten für anspruchslose Schüler waren etwa Mk. 250.—, einer ist mit Mk. 220.— ausgekommen, zwei oder drei wohlhabende Jungen haben entsprechend mehr ausgegeben.
Erstaunlich schnell haben die Schüler, über deren Betragen und Auftreten nur Gufes zu sagen ist, sich an den Riesenverkehr gewöhnt und wußfen schon nach einigen Tagen mit den verschie- denen Untergrund- und sonstigen Vorortbahnen gut Bescheid. Die englischen Freunde waren stets enfgegenkommend und hilfsbereit, wie wir denn überhaupt keinerlei unfreundliches Wort gehört oder unfreundliche Mienen gesehen haben. Im Gegenteil wurde unser Besuch von liberalen Zeitungen erwähnt, von denen eine sogar unser vor der St. Paul's Kathedrale auſgenommenes Gruppenbild brachte. Besonders dankber ist der freundliche Empfang zu erwähnen, den wir bei dem Direktor, dem Kollegium und den Schülern der altberühmten großen Merchant Taylors School fanden. Nicht nur hatften sich Lehrer und Schüler uns zur Verfügung gestellt und uns die ganze Schule eingehend gezeigt, es wurde auch von dem ODirektor zu unseren Ehren ein Tee in dem alten schönen Bibliothekzimmer gegeben.
Bei allen Teilnehmern ist eine merkliche Förderung ihrer englischen Sprachkenntnisse ſestzustellen, ganz abgesehen von dem Gewinn an geistiger Regsamkeit und innerer Selbständigkeit. Die Auffassung, daß eine solche Gelegenheit, ſremde Länder und fremde Einrichtungen unter sach- kundiger Führung und in Gemeinschaft mit Freunden kennen zu lernen für Oberprimaner ge- rade des sogenannten neusprachlichen Gymnasiums eine ausgezeichnete Unterstützung des Unter- richts und darüber hinaus eine wertvolle Bereicherung der Kenntnisse und der Urteilsfähigkeit ist, wurde durch die Erfahrungen der Studienfahrt von neuem bestäfigt und verstärkt.
G. H. Sander.
7. RODELIAGE M VOGELSBERG(SPORTAUSELOUG DER UIIa).
In einen grauen Morgen hinein ging die Eisenbahnfahrt, jenseits Vilbel über die weithin über- schwemmten Nidderwiesen und falaufwäris über Ortenberg und Gedern nach Hartmannshain am Fuße der Herchenhainer Höhe(732 m. trig. Pkt.). Ein melancholisches Braungrau der Grundton im typischen Bilde der Vogelsberglandschaft, ohne Reiz für quecksilbrige, unermüdlich auf neue Betätigung erpichte 1S jährige Buben.
In dem weiträumigen Sonderwagen des Zuges kam keine Langweile auf: wie recht hatten wir getan, eine halbe Stunde länger zu schlaſen und auf die freilich efwas schnellere Fahrt mit dem beöngstigend überfüllten Sportzug zu verzichten.
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