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12. Unter dem 9. Juli bringt die Kgl. Prov.-Steuer-Direction im Auftrage des Herrn Finanzministers ihr Schreiben vom 10. Juni 1877(S. Progr. der hies. Anst. v. 1877, S. 28) in Erinnerung und ersucht um nochmalige Verbreitung der Bestimmungen über Annahme etc. etc. der Steuer-Supernumenare. Aus denselben ist hervorzuheben, dass von den Prov.-Steuerdirectoren, an welche die Meldungen zum Eintritt in das Steuersuper- numerariat mit den erforderlichen Attesten zu richten sind, Bewerber angenommen werden können, wenn sie die Prima eines Gymnasiums mindestens 1 Jahr lang mit gutem Er- folge besucht haben, die Militairpflicht als einjährig Freiwillige befriedigend erfüllt haben, einen gesunden Körper besitzen und nachweisen, dass sie im Besitze der Mittel sind, um sich überall, wo sie zu ihrer Ausbildung beschäftigt werden, im Ganzen mindestens 3 Jahre und auf Erfordern noch länger, ohne Beihülfe des Staates zu erhalten, und wenn die für den Provinzialbereich vorgeschriebene Zahl der Supernumerare nicht überschritten wird. Wenn eine dieser Bedingungen nicht erfüllt wird, so kann die Annahme nur in besonders dazu angethanen Fällen mit Genehmigung des Herrn Finanz-Ministers erfolgen.
13. Durch Verfügung des Kgl. Prov.-Schulcollegiums vom 1. Juli wird der Mini- sterial-Erlass vom 10. Juni mitgeteilt, in welchem die Gründung einer zweiten Elemen- tarlehrerstelle an hiesigem Gymnasium und die Verleihung der neuen Stelle an den bis- herigen technischen Lehrer Hormel vom 1. Juli ab genehmigt wird.
14. Unter dem 6. Juli teilt das Kgl. Prov.-Schulcollegium mit, dass der Herr Minister der geistlichen etc. Angelegenheiten unter dem 2. Juni die definitive Anstellung des bisherigen Hilfslehrers Müller an dem hiesigen Gymnasium genehmigt habe.
15. Durch Verfügung Kgl. Prov.-Schulcollegiums vom 29. Juli wird der Hillfs- lehrer Müller am hiesigen Gymnasium zum ordentlichen Lehrer vom 1. Juli d. J. ab ernannt.
16. Durch Verfügung Kgl. Prov.-Schulcollegiums vom 3. Aug. wurde dem Gym- nasiallehrer Jehn die vorletzte ordentliche Lehrerstelle vom 1. Juli d. J. ab verliehen.
III. Chronik der Anstalt.
Nachdem am 7. October v. J., dem letzten Herbstferientage, die Prüfungen der- jenigen von den neu angemeldeten Schülern vorgenommen waren, welche durch Privat- unterricht oder auf nicht gleichberechtigten Anstalten vorgebildet waren, wurde das nene Schuljahr am 8. October, um 8 Uhr morgens, mit feierlichem Gottesdienst für die Schüler beider Confessionen eröffnet, worauf um 10 Uhr der Director in der Aula vor versam- melten Lehrern und Schülern den mit Versehung einer Lehrerstelle an hiesiger Anstalt beauftragten Hilfslehrer Carl Müller*) mit einer Ansprache in seinen neuen Wirkungs-
*) Carl Heinrich Müller, geboren am 7. April 1855 zu Laurenburg a. d. Lahn, besuchte das Realgymnasium zu Wiesbaden und widmete sich von Ostern 1873 bis zum Herbst 1877 auf der Universität zu Marburg dem Studium der Mathematik und der Naturwissenschaften. Dort bekleidete er 2 Jahre lang die Stelle eines Assistenten an dem Kgl. mathematisch-physikalischen Institute und der Sternwarte und ver- öffentlichte als solcher 2 Schriften: 1) Untersuchungen über die Tonhöhen der Transversalschwingungen


