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einem Jahre, um ſich im Herbſte 1860 der Definitorialprüfung für das Predigeramt zu unterziehen. Die bald erfolgte Berufung zum Vicariate mußte er, da er ſich für das Examen der Candidaten des Gymnaſiallehramts vorbereitete, ablehnen. Letzteres beſtand er im Sommer 1863 und trat im Herbſte desſelben Jahres am Gymnaſium zu Büdingen das vorſchrifts⸗ mäßige Probejahr an. Nach Abblauf desſelben war er an der genannten Anſtalt beſchäftigt, bis ihm durch landesherrliches Decret vom 4. Auguſt 1865 die Stelle eines ordentlichen Lehrers an dem Progymnaſium zu Homburg v. d. H. übertragen wurde. Im Januar 1868 wurde ihm auf Grund des von ihm im Jahre 1863 beſtandenen Eramens in der altclaſſiſchen Philologie von der philoſophiſchen Facultät zu Gießen die Doctorwürde zuerkannt. Von Hoher Behörde zum Lehrer am hieſigen Gymnaſium ernannt, ſchied er im September 1871 aus ſeiner Stellung zu Homburg und trat am 1. October ſein neues Amt an.
Mit dem Beginn des Winterſemeſters trat der Candidat des Gymnaſiallehramts Dr. Georg Weſener zur Abhaltung des vorgeſchriebenen Probejahrs bei dem hieſigen Gym⸗ naſium ein und wurde der bezüglichen Inſtruction gemäß in verſchiedenen Gegenſtänden beſchäftigt. Zudem wurde ihm nach dem Abgange des commiſſariſchen Lehrers Genßler der lateiniſche Unterricht der Sexta nebſt dem Ordinariat dieſer Claſſe übertragen. Letzterer trat nämlich am 4. November aus dem hieſigen Lehrercollegium aus, da ihm eine Stelle an dem Gymnaſium zu Beuthen in Ausſicht geſtellt war. Seine übrigen Lectionen wurden von den Lehrern Dr. Flach, Dr. Becker und Decku übernommen.
Am 28. April wurde das Schuljahr in der hergebrachten Weiſe eröffnet.
Die Pfingſtferien dauerten vom 26. Mai bis zum 2. Juni.
Am 1. und 2. September fanden die nicht öffentlichen Prüfungen ſtatt, worauf die verbſi ferien begannen, welche bis zum 7. Oktober dauerten.
Am 17. Dezember fand das übliche Weihnachtsconcert nach folgendem Programm ſtatt:
1. Muſik.„Fantaiſie“, von F. Liszt, vorgetragen von dem Quartaner E. Krombach.— 2. Geſang.„Ueber den Sternen, da wird es einſt tagen“, Lied für gemiſchten Chor, von F. Abt.— 3. Declamation. a.„Chriſti Geburt“, von J. v. Geißel, vorgetragen von dem Unterſecundaner J. Hirſchmann. b.„Die kleine Verſetzerin“, von J. Proſchko, vorgetragen von dem Sextaner J. Hatzfeld. c.„Das Weihnachtsfeſt“, von R. Reinick, vorgetragen von dem Quintaner P. Sauerwein. d.„Der h. Gangolf“, von J. Vogel, vorgetragen von dem Untertertianer W. Fohr.— 4. Geſang.„Glaube, Liebe, Hoffnung“, für gemiſchten Chor, von C. M. von Weber.— 5. Declamation.„Aus dem Adept“, von Fr. Halm, A. V, Sc. 2, 3 und 4, vorgetragen von den Unterprimanern A. Führer, N. Kunz und dem Unter⸗ ſecundaner Joſ. Sturm.— 6. Muſik.„Variationen“ von Czerny, vorgetragen von dem Oberprimaner K. Meiſter und dem Quartaner E. Krombach.— 7.„Mozart und Beethoven“, Vortrag des Oberprimaners J. Haßlacher.— 8. Geſang.„Und hörſt du das mächtige Klingen“, Vaterlandslied von F. Abt.— 9. Declamation. a.„Die Kaiſerwahl“, aus „Ernſt von Schwaben“, von Uhland, vorgetragen von dem Oberſecundaner K. Menges. b. Der Schneiderjunge, von Kopiſch, vorgetragen von dem Obertertianer K. Hauſſen. c. Der Klopfer, von Kopiſch, vorgetragen von dem Quartaner G. Hölper. d. Aus Goethe's„Taſſo“, A. I. Sc. 2 und 3, vorgetragen von den Unterprimanern A. Egenolf, P. Kohlhof, Cl. Laroche und J. Rauch.— 10. Geſang.„Vom Berg zieh'n wir hernieder“, für gemiſchten Chor, von L. Kreutzer.


