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bildung, und muß von der letzteren unterſtützt werden mit Kraft und unbeirrter Conſequenz, wenn ſie ſich nicht ſelbſt aufgeben will.— 8.
E. Phyſiſches Wohi. 109 dau
els uAE r Der geſundheitliche Zuſtand der Lehrer und Schüler des Gymnaſiums unterlag nur den Schwankungen, die, durch die vielfach ungünſtigen Witterungsverhältniſſe des Jahres bedingt, allent⸗ halben vorkamen, und hatten wir darum weſentliche Störungen in den Erziehungs⸗ und Unterrichts⸗ zwecken durch ungewöhnliche Erkrankungen nicht zu erfahren. Beſonders wurden ſie im Winterſemeſter, bis zur Zeit der Abfaſſung dieſes Berichtes, von Seiten der Lehrer nicht fühlbar, da nur wenige Verſaumniſſe im Dienſte hier Statt hatten, und das ehrenhafte Beſtreben überall ſichtbar iſt, im Conflict mit Wohlſein und Pflicht, nur der zwingendſten Nothwendigkeit zu weichen. Auch von Seiten der Schüler wurden manche lobenswerthe Erfahrungen der Art gemacht, während Andere noch vielfach krank wurden, weil es an Vorſicht, oder an wahrem Studieneifer bei ihnen gebricht. Mögen dieſe unlöblichen Erſcheinungen, wie ſie bisher ſeltener geworden ſind, immer mehr verſchwinden, und auch hierin die Ueberwachung der Schule recht gewiſſenhaft von Außen unterſtützt werden.*)
II. Kronik des Gymnaſiums.
Das Schuljahr wurde eröffnet nach den 14tägigen Oſterferien, den 28. April 1851 mit der Aufnahmeprüfung in gewöhnlicher Weiſe. Dieſe war beendigt den 30. April, an dieſem Tage begann der regelmäßige Klaſſenunterricht und dauerte, unterbrochen durch die Pfingſtferien vom 7— 16. Juni, bis zum 12. September, dem Tage der Herbſtprüfung, von dem ab die vier⸗ wöchentlichen Herbſtferien ihren Anfang nahmen.
Das Winterſemeſter dauerte vom 13. October 1851 bis zum 31. März 1852, mit einer 12tägigen Unterbrechung durch die Weihnachtsferien vom 24. December 1851 bis zum 5. Januar 1852, an welchem Tage der Unterricht wieder aufgenommen wurde. 1
Organſſche Veränderungen an unſerem Gymnaſium traten im Laufe des Schuljahres nicht ein, ſondern die erlaſſenen Verordnungen der vorgeſetzten Behörde bezogen ſich auf Regu⸗ lirung und genauere Beſtimmungen des Beſtehenden. Die wichtigſten darunter bis zur Abfaſſung
dieſes Berichtes waren:.
*) Fühlbar für die äußere Verwaltung der Schule wurde der Tod des Gymnaſialpedellen Chriſtian Leukel, der am 10. März d. J. in Folge einer Lungenentzündung, die in ein nervöſes Fieber übergegangen war, geſtorben und am 13. in Begleitung ſämmtlicher Lehrer und Schüler beerdigt worden iſt. Die Theilnahme, die er bei dem geſammten Perſonale des Gymnaſiums gefunden hat, war verdient durch Treue, Gefälligkeit und unermüdliche Hin⸗ gebung in ſeinen beſchwerlichen Dienſt, Tugenden, die er bis zum letzten Augenblicke ſeines Lebens bewährte.


