Aufsatz 
Beiträge zur Terminologie der griechischen Mathematiker / J. H. T. Müller
Entstehung
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Erst mit Anfang des Winterhalbjahres konnte der inzwischen zum Officier avancierte Dr. Hildenbrand, dessen Biographie weiter unten folgt, wieder in das Realgymnasium eintreten, nachdem die von ihm erbetene Entlassung aus dem Militärdienste ihm unter dem 1. November v. J. ertheilt und er unter dem 18. Nov. zum Collaborator an der Anstalt ernannt worden war.

Die übrigen Lehrerverhältnisse sind dieselben wie im vorigen Schuljahre geblieben.

Den Religionsunterricht für die Probestanüdenen Schüler ertheilte Herr Kirchenrath Dietz, den für die katholischen Herr Käaplan Lorsbach.-IIIIIT! 90

Den Untericht in der französichen Sprache gah in den beiden obersten Klassen auch dieses Jahr der Professor am Gymnasium, Herr Dr. Lüdecking. Der Ertheilung des gesamm- ten lateinischen Unterrichts durch den Conrector am Gymnasium, Herrn Otto, ist schon oben gedacht..8 38 80 L 81 1

Den Vntericht i im freien Zeichnen und im Gesange gaben die betreffenden Herren Lehrer des Gymnasiums, A. de Laspée und Reichard.

Demnach bestand das Lehrercollegium des Realgymnasiums während des zweiten Semes- ters aus dem Director, Oberschulrath J. H. T. Müller, Ordinarius der I.; dem Professor J. A. Ebenau, Ordinarius der II.; dem Professor Dr. C. B. Greiss; dem Conrector Dr. W. T. 0. Casselmann; dem Conrector Dr. H. F. E. G. Sandberger; dem Collaborator Dr. Chr. Menges und dem Collaborator Dr. E. Hildenbrand, Ordinarius von Ill.

Noch kurz vor Ablauf des Schuljahrs traf das Realgymnasium ein schwerer, wenn auch nicht unerwarteter Verlusr. Der Collaborator Dr. Christian Menges erlag einem langwierigen Leiden, nachdem er acht Jahr an der Anstalt als Lehrer mit Freudigkeit, mit reichem Erfolge und mit jener Hingebung an seinen Beruf gewirkt, welche ihm die Achtung und die Liebe seiner Schüler wie seiner Collegen erwarb. Früher ein wackerer Schüler des Realgymnasiums, fühlte er sich später als Lehrer glücklich in demselben und wusste das eigene Streben nach dem Höhern auch in seinen bessern Schülern zu wecken und zu befestigen. Geboren am 22. November 1829 schied er am 13. März 1860 in der Blüte seines Lebens, in dem er noch viel Gutes zu wirken gehofft hatte. Am Tage vor seiner Beerdigung, welcher die Lehrer beider 6 mnasien und die Schüler des Realgymnasiums hpeiwohnten, ward ihm innerhalb der Schule eine Gedächtnisfeier gehalten.

Emil Hildenbrand, Sohn des damaligen Pfarrers zu Diethardt, daselbst geb. 1835 den 2. Mai, erhielt den ersten Eiementarunterricht in der dortigen Volksschule und später in den fremden Sprachen und den Wissenschaften von seinem Vater, besuchte hierauf das Realgymnasium zu Wiesbaden von Ostern 1848 bis Ostern 1854, und studierte nach bestandener Maturitätsprüfung zwei Jahre lang auf der Universität zu Mar- burg und ein Jahr zu Eeipzig vorzugsweise Geschichte, Mathematik und Naturwissenschaften. Auf letzterer Hochschule promovierte derselbe im Januar 1857 mit einer Dissertationüber die conjugierten Curven der Kegelschnitte. zu Michaelis 1857 übernahm er den gesammten Unterricht im constructiven Zeicinen und vertrat den Conrector Dr. Casséelmann, in soweit dieser durch die landständischen sitzungen an der Er- theilung des chemischen Unterrichts behindert war. Zu Michaelis 1858 trat er nach bestandéener Staatsprüfung in die Reihe der Gandidaten für das höhere Reallehrfach ein. Der weitere Verlauf seines Lebens ergiebt sich aus dem bereits oben Mitgetheilten. H13p

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