Aufsatz 
In welcher Beziehung steht die lateinische Sprache zu den Lehrgegenständen der heutigen Realgymnasien?
Entstehung
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Beſitzthum erlangt zu haben. Daß das hier Geſagte auch für die andern Sprachen gilt, und daß auch oͤfter in dieſen gleichzeitig aus demſelben Grundworte die hier vorkommenden Zuſammenſetzungen mit doppeltem Vortheile zu bilden ſeyn werden, be⸗ darf keiner weitern Erwähnung. Auch wird der geſammte Wortvorrath des Schülers dadurch ſehr vermehrt und verbunden, daß der Lehrer, ohne dabei zu lange zu ver⸗ weilen, in der lateiniſchen Lection ſich von einzelnen Wörtern die daraus gebildeten franzöſiſchen und engliſchen angeben läßt, in der franzöſtſchen oder engliſchen Stunde aber bei gewiſſen Wörtern nach dem urſprünglichen lateiniſchen oder deutſchen Worte fragt. Auf ſolche Weiſe wird nicht allein das Behalten der Worter in allen drei Sprachen beſonders erleichtert und durch Vergleichung dem leidigen Mechanismus entſchieden gewehrt, ſondern es wird auf dlieſem Wege auch für die oberen Klaſſen der zuſammenhängenden Sprachenvergleichung ſo viel fertiges und geläufiges Material geboten, daß hier auch dieſe in kürzerer Zeit und mit entſchieden beßerem Erfolge gegeben werden kann.

Was die lateiniſche Syntaris betrifft, ſo glaube ich, daß auch hieraus fürs Erſte nur das Allerwichtigſte zu behandeln, Alles übrige aber beim Ueberſetzen ge⸗ legentlich hinzuzuziehen ſey. Sind dann nach einiger Zeit in irgend einem Gebiete eine Reihe von Erfahrungen gemacht worden, ſo gewährt es dem Schüler Intereſſe, wenn ihn der Lehrer veranlaßt, ſie zuſammenzuſtellen, zu ordnen, unter allgemeine Geſichtspuncte zu faßen, dieſe durch eigene Thätigkeit gewonnenen Ergebniſſe ge⸗ hörigen Orts in der zu Grunde gelegten Grammatik aufzuſuchen und anderes dort noch Aufgeſtelltes damit zu verbinden. Das woͤrtliche Memoriren von ſogenannten Regeln dürfte nicht von erheblichem Nutzen ſeyn und auf manchen Schüler cher abſchreckend als anziehend wirken.

Ich komme zuletzt auf das Ueberſetzen insbeſondere. Hier verſteht es ſich von ſelbſt, daß der Lehrer unnachſichtlich das bloße Errathen des Sinnes eines Satzes zurückweiſe und Anfangs bei einer etwas verwickelteren Periode auf eine ſich Wort für Wort anſchließende Ueberſetzung dringe, bevor er dieſelbe ächt deutſch wiedergeben läßt. Der hierdurch verurſachte Zeitverlaſt iſt nur ein ſcheinbarer; denn wenm der Schüler früh daran gewohnt worden, nichts zu überſetzen, als was er bis ins Einzeluſte gründlich verſteht, wenn er, ſo weit ſein Faßungsvermögen reicht(und über dieſes foll das Geleſene nicht hianusgehen), ſich die Urſachen der

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