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Lehrern wieder Erzieher in diesem höchsten Sinn zu erwecken und uns die volle Schönheit und Würde des erzieherischen Berufes wieder vor die Seele zu stellen, so ist es der stetige persön- liche Verkehr, wie er in den Alumnaten zwischen Lehrern und Zöglingen sich gestaltet.
Und so schließe ich mit dem Wunsche, daß die Errichtung von Alumnaten an ihrem Teil dazu beitragen möge, in unserm deutschen Erziehungswesen neue und starke Lebenskräfte zu erwecken zum Segen für die deutsche Jugend und das gesamte deutsche Leben.
Nach Vollendung meiner Arbeit kommt mir ein Aufsatz des Geh. Oher-Regierungs-Rates im preußischen Kultusministerium Dr. Adolf Matthias über„Fürsorge für die Schüler höherer Lehranstalten in Alumnaten“ zu Gesicht, der im Februarheft der neuen„Zeitschrift für Jugendwohlfahrt“ erschienen ist und dessen Ausführungen sich in allen Punkten mit meinen oben dargelegten Anschauungen decken. Der Verfasser bezeichnet es als eine der schönsten Aufgaben, allenthalben Familienalumnate für 10— 20 Schüler zu errichten, und fügt hinzu:„Alle bisher gegründeten Alumnate erfreuen sich hoher Blüte; an Anmeldungen ist meist mehr Uberfluß als Mangel— ein Beweis, welchem Bedürfnis man entgegenkommt, und daß Hilfe nötig ist, um arge Mißstände zu beseitigen.“ Möge diese Stellungnahme eines Mannes, dessen Stimme im deutschen Schulwesen und in der pädagogischen Literatur weithin gehört wird, eine glück- verheißende Vorbedeutung sein für die Erfüllung der Hoffnungen, die ich oben ausgesprochen habe.
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