Aufsatz 
Die geologischen Verhältnisse von Alzey und seiner Umgebung. Eine historisch-geologische Skizze
Entstehung
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während eines auf die Periode des Rotliegenden folgenden, ungeheuer langen Zeitraums keinerlei Gesteinsbildungen vor sich gehen konnten? Diese Frage lässt sich leicht beantworten, wenn man bedenkt, dass in der Regel Gesteine nur im Meere oder im Süsswasser entstehen können, und dass der grösste Teil unserer Erdoberfläche auch auf diese Weise gebildet worden ist. Von der Zeit des oberen Rotliegenden ab muss daher unsere Gegend trocken gelegen haben. Sie muss Festland geworden und ungezählte Zeiten hindurch solches geblieben sein. Ihre Umgebung dagegen, in der die fehlenden Formationen wieder auftreten, muss unter dem Meeresspiegel gewesen sein. Wie bis jetzt feststeht, begannen die alten devonischen Gebirge schon zur Zeit des oberen Rot- liegenden unterzusinken, besonders die östlichen und südlichen Teile behielten diese Senkungstendenz auch später noch lange Zeit bei, sodass nur der westliche Teil des damaligen französischen Kontinents erhalten blieb. In diesen Senkungsgebieten gelangten nun die Schichten des Zechsteins und des Buntsandsteins zur Ablagerung. Während die Zechsteinformation in einer verhältnismässig schmalen Zone, die hauptsächlich aus Gips, Kalk, Steinsalz und Dolomit zusammengesetzt ist, die Berge des Rotliegenden, die Horste der Urgebirge und die Reste des Schiefergebirges umsäumte, lagerten sich die ungeheuren Sandstein- und Konglomerat-Massen des Buntsandsteins in einem Meere ab, das fast ganz Deutschland überflutete. Der Buntsandstein lässt sich daher vom - südlichen Schwarzwald und den Vogesen aus durch den hinteren Odenwald, Spessart und die Rhön nach Norden bis zum Harze verfolgen, wo er in die norddeutsche Tief- ebene untertaucht und in der Insel Helgoland wieder zum Vorschein kommt. Von der Eifel aus verbreitet er sich auch über Trier, durch die Hardt, Lothringen und die west- lichen Vogesen bis südlich von Mülhausen. Gegen Ende dieser Periode erlitt das Buntsandsteinland eine bedeutende Senkung, sodass das Meer den grössten Teil wieder in Besitz nahm. In diesem Ozean kam dann eine mächtige Folge von Kalksteinen zum Absatz, die nach den in ihnen zu Milliarden enthaltenen Tierresten als Muschelkalk bezeichnet wurde. Weite Regionen in Elsass-Lothringen und den Nachbarländern sowie in Franken wurden von ihnen bedeckt. Auf diese lagerten sich noch grellgefärbte rote, . grüne, gelbe und graue Mergel und Letten, ferner lichtfarbige Sandsteine, Gips und Steinsalz ab, welche als sogenannte Keuperformation die Periode der Trias abschlossen. Zum Schlusse der Keuperzeit begann das Meeresniveau wieder zu steigen, und das mit Binnenmeeren bedeckte Gebiet wurde unter gleichzeitiger tiefer Einsenkung der deutschen Triasflächen zur Tiefsee, in der in endlosem Wechsel Sande, Sandsteine, Sandkalke, Kalke, Oolithe, Mergel, Tone, bituminöse Schiefer, in die noch häufig Schwammkalke und Korallenriffe eingeschlossen waren, sich ausbildeten. Diese Ablagerungen werden unter dem Namen Juraformation zusammengefasst, weil sie an den schroffen Bergmauern des Juragebirges, die sie aufbauen, zuerst bekannt geworden sind. Das Meer hatte sich allmählich soweit ausgebreitet, dass im mittleren Deutschland nur die Ardennen, der grössere Teil des rheinischen Schiefermassives und unsere Gegend als Kontinent bestehen blieb. Gegen Ende des mittleren Jura machte sich wieder eine Abnahme der Wasser- menge geltend, sodass das Meer immer seichter wurde und am Schlusse der Jurazeit seinen vollständigen Rückzug aus Süddeutschland angetreten hatte. Infolge hiervon waren bedeutende Veränderungen in der Verteilung von Wasser und Land vor sich gegangen, durch die fast ganz Mitteleuropa wieder trocken gelegt worden war. Mit nur geringen Schwankungen blieb dieses Bestreben der Landvergrösserung erhalten, und