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2. März 1874. Das Curatorium theilt mit, dass dem Rector, allen Lehrern und dem Pedellen Zulagen von 42 bis 200 Thalern verwilligt sind.
16. März. Dasselbe ertheilt die Zustimmung zur Errichtung einer dritten Quarta.
20. Juni. Dasselbe ertheilt die Zustimmung zur Errichtung einer siebenten Turn- abtheilung.
14. August. Dasselbe theilt mit, dass die städtischen Behörden, obgleich für dieselben eine Verpflichtung dazu nicht vorlag, die Einführung des Normaletats vom 20. April 1872 für die wissenschaftlichen Lehrer in dankenswerther Fürsorge für die höhere Bürgerschule beschlossen haben. Hiernach erhielten die zehn festangestellten Leh- rer alsbald Zulagen von 50 bis 250 Thalern, die übrigen wie der Rector die Aussicht auf solche.
10. November. Dasselbe theilt mit, dass künftig alle Elementarlehrer als Lehrer der städtischen Schulanstalten angestellt werden sollen.
1. Februar 1875. Königliches Provinzial-Schulkollegium ordnet an, dass von jetzt ab 320 Exemplare des Programms einzusenden sind.
Mit Beginn des Schuljahres wurde die neunzehnte Classe, nämlich Quarta, als Herbstquarta eröffnet. Die hierzu erforderliche Lehrkraft hat bis heute nicht gewonnen werden können..
Ebenso war die scit dem 27. Juni 1873 offene Koppen'sche Stelle noch unbesetzt.
Eine dritte Vacanz trat den 29. Juli ein, wo der Oberlehrer Dr. Eduard Römer von seinem langen und schweren Leiden durch den Tod erlöst wurde.
Derselbe war geboren den 3. Februar 1819 als Sohn des Hausmeisters Römer im Waisenhause zu Marburg. Er wurde urspringlich als Elementarlehrer ausgebildet, wurde 1837 Hülfslehrer am Seminar in Homberg, 1839 Lehrer an der Stadtschule zu Zierenberg und 1843 Elementarlehrer an der neu gegrün- deten Realschule(jetzigen höheren Bürgerschule) dahier. Der Aufenthalt in Zierenberg, insbesondere die daselbst eingetretene Beschäftigung als Lehrer an einer Vorbereitungsanstalt für das Gymnasium erweckten in ihm solche Liebe zur Wissenschaft, dass er sich mit seltener Energie auf mathematische und naturwis- senschaftliche Studien warf und demnächst sich mit gleichem Erfolge in der lateinischen und französischen Sprache ausbildete, wozu im späteren Leben noch die englische kam. Nicht weniger aber als durch seine eifrige wissenschaftliche Fortbildung, erwarb er sich an der neu gegründeten Realschule durch seine Lehr- gabe, Disciplin, Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue, die alle ihn bis zu seinem Ende als eine Zierde der Anstalt, der er angehörte, erscheinen liessen, schon im ersten Jahre seiner hiesigen Thätigkeit das Vertrauen seiner Vorgesetzten in dem Grade, dass er Ostern 1844 mit Versehung einer ordentlichen Reallehrerstelle beauftragt wurde. Nachdem er dann im Jahre 1845 die Reallehrerprüfung bestanden hatte, wurde er 1847 zum ordentlichen Reallehrer an Stelle des abgegangenen Reallehrers Schwaab bestellt. Im Jahre 1857 wurde er von der Universität Marburg zum Doctor der Philosophie promovirt auf Grund einer Abhandlung: „Kritische Unterscheidung der Arten des Molluskengeschlechtes Venus bei Linné und Gmelin“. Ausser dieser Arbeit veröffentlichte er: 2) Monographie der Molluskengattung Dosinia. 3) Die Acephala lamelli- branchiata dimyaria mit innerem Ligament. 4) Monographie der Molluskengattung Venus. 5) Die Familie Cardiacea. 6) Die Familie Tellinidae. 7) Die Familie Donacidae. Ausserdem war er correspondirendes Mitglied der„Zoological Society of London“, der„Academy of natural Science of Boston“, der„Academy of natural Science of Philadelphia“, des„Natural Lyceum of New-York“, Mitglied der„Wetterauischen Ge- sellschaft zu Hanau“, Mitarbeiter an den„Proceedings of the Zoological Society of London“ und an den „ Malakozoologischen Blättern zu Cassel“. Diese vielseitige Thätigkeit that aber seinem eigentlichen Berufe keinen Abbruch. Ja, in wahrhaft aufopfernder Weise versah er neben seiner eigenen Lehrerstelle vom Frühjahr 1870 bis Herbst 1871 noch das Rectorat und während der Erkrankung eines Lehrers noch dessen Ordinariat. Im August 1870 wurde ihm von dem Herrn Minister der Oberlehrertitel verliehen.
Den 31. Juli ehrte das Lehrerkollegium, das in ihm einen treuen und allgemein geachteten Kollegen verlor, wie sämmtliche Schüler mit Einschluss der ersten Vorschul-
classe sein Andenken durch ihre Theilnahme an der Bestattung. 4*


