Aufsatz 
Darstellung der Psychologie bei Condillac und Bonnet : philosophische Abhandlung / von Paul Mülhaupt
Entstehung
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Darstellung der Psychologie bei Condillac und Bonnet.

Die Blüthezeit der Philosophie in Frankreich fällt in das achtzehnte Jahrhundert. Wir sehen während dieses Zeitraumes eine Reihe von Männern auftreten, welche durch ihren tiefen philosophischen Sinn, durch die Kühnheit ihrer Consequenzen und durch die Meisterschaft in der Darstellung ihrer speculativen Forschungen eines glänzenden Rufes sich erfreuten. Die Philosophie der Franzosen trägt aber im Ganzen einen eigenthüm- lichen Character; ihre Hauptvertreter sind keine schöpferischen Denker, welche durch originelle Ideen der Wissenschaft neue Bahnen eröffnet haben. Ihr Verdienst besteht vielmehr darin, dass sie einerseits das von Andern Erdachte und Aufgebaute in einer

ansprechenden und fesselnden Form der Nation zur Anschauung gebracht haben als Muster in dieser Bezichung gilt Voltaire andererseits darin, dass sie die philosophischen

Theorien Anderer weiterführten, und auf diese Weise oft zu den kühnsten Consequenzen gelangten.

Die Philosophie der Franzosen schloss sich ganz enge der der Engländer, unter denen Locke und Hume in erster Reihe glänzten, an.

Man kann behaupten, dass auf die philosophischen Bestrebungen, die in Frank- reich zum Vorscheine kamen, Locke's Ansicht und Methode einen so entschiedenen Ein- fluss übte, dass die herrschende Richtung der Medidation auf empirische Psychologie und practische Philosophie beschränkt blieb.

Voltaire ist als derjenige anzuschen, welcher die Franzosen zuerst mit der eng- lischen Philosophie bekannt machte; seine philosophischen Schriften fanden ungetheilten Beifall und waren von solch' zündender Wirkung, dass philosophische Fragen den Mittel-

unkt literarischen Strebens bildeten, dass man dieselben sogar in Form von Romanen Pehenniolte

Dagegen treten uns auch solche Werke entgegen, die die Frucht langen und tiefen Nachdenkens sind, unter diesen nehmen Condillac und Bonnet unstreitig eine hervorragende Stellung ein.

ondillac nahm Locke's Grundsätze zum Ausgangspunkt seiner Philosophie, versuchte aber eine consequentere Weiterbildung derselben. ¹)

¹) Locke distingue deux sources de nos idées, les sens et la réflexion. II seroit plus exact de n'en reconnoiftre qu'une, soit parce que la réflexion n'est dans son principe que la sensation même, soit parce qu'elle est moins la source des idées que le canal par lequel elles découlent des sens.

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