Aufsatz 
Fauna der näheren Umgebung von Bingen : Fortsetzung
Entstehung
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Anderer und verhinderte ihn, Jemandes Feind zu ſein. Seine letzten Lebensjahre waren mehrmals von langem und ſchwerem Siechthum heimgeſucht, von dem ihm der Tod ein willkommener Erlöſer wurde. Er ruhe in Frieden!

Nachdem im neuen Schuljahre Reallehrer Mühr den Geſangunterricht bis zum Ende Januar's 1872 ertheilt hatte, traf am 1. Februar Georg Weiß, der bereits unter dem 4. December 1872 ernannte, aber ſeitdem durch dienſtliche Verhältniſſe in Heppenheim noch zurückgehaltene Nachfolger des verewigten Buſch hier ein und wurde am 3. Februar in ſeinen Dienſt an der Realſchule eingewieſen. Von ihm liegen folgende biographiſchen Notizen vor:

Georg Weiß, aus Armsheim, im Kreiſe Oppenheim, geb. den 11. November 1845, erhielt ſeine Aus⸗ bildung als Lehrer im Seminar zu Bensheim, verwaltete die kath. Schule zu Hüttenfeld, dakauf die obere Mädchenſchule zu Heppenheim an der Bergſtraße bis zu ſeinem Eintritt in die Stelle eines Organiſten und Geſanglehrers an der Realſchule, ſowie an den Elementarſchulen zu Bingen am 1. Februar 1872.

Am 28. Auguſt wohnten Lehrer und Schüler der Anſtalt dem in der hieſigen Pfarrkirche abgehaltenen Trauer⸗ gottesdienſte für den am 13. Mai 1863 verſtorbenen Reallehrer Auguſt Hänlein bei.

Am 2. September, dem Jahrestage der Capitulation von Sedan, richtete der Director eine Anſprache an die verſammelten Schüler über die wichtigen Folgen dieſes Ereigniſſes des Vorjahres.

Am 18. Januar 1872, dem erſten Jahrestage der Erneuerung des deutſchen Kaiſerreichs, ſchilderte der Director in einer Anſprache an die Schüler der erſten Claſſe die Schmach Deutſchlands in den letztvergangenen Jahr⸗ hunderten und die Folgewichtigkeit der Begründung der deutſchen Einheit.

Da die Anſtalt teinen Schulſaal beſitzt, welcher die Anzahl von nahezu 200 Schülern aufnehmen könnte, ſo verſammelte der Director am 21. März, dem Vorabende des Geburtsfeſtes des Kaiſers Wilhelm, die Schüler auf dem Turnplatze unter Aueſenhait der Lehrer und ließ nach einem geſchichtlichen Rückblicke auf die Vorzeit ein dreifaches Hoch ausbringen: 1) Auf Seine Majeſtät den Kaiſer Wilhelm, als Träger der deutſchen Einheitsidee. 2) Auf Seine Königliche Hoheit den Großherzog, als Beförderer der deutſchen Einigung. 3) Auf das wiedergeeinigte Deutſch⸗ land. Zur Feier des Kaiſerl. Geburtsfeſtes wurde den Schülern ein ſchulfreier Tag gewährt.

Wie es uns im vorigen Jahre zur Freude gereichte, die Wiederherſtellung einer Vorſchule melden zu können, ebenſo freudig fühlen wir uns dieſes Jahr veranlaßt, der Großherzoglichen Oberſtudien⸗Direction und den zuſtän⸗ digen Localbehörden den Dank auszuſprechen für die uns gebotene Möglichkeit, die Anſtalt um eine Realclaſſe zu er⸗ weitern, indem die ſeitherige untere Abtheilung der vierten Claſſe als beſondere fünfte Claſſe abgezweigt wurde. Dieſe Möglichkeit iſt hauptſächlich der Verwendung des Großherzoglichen Bürgermeiſters Hrn. Pennrich und dem Wohl⸗ wollen des Stadtrathes zu verdanken, welcher einen neuen Lehrergehalt und die Mittel zur Herſtellung zweier neuen Schulzimmer bewilligte. Die Errichtung der neuen Claſſe hätte bereits zu Anfang des Winterhalbjahres erfolgen ſollen, in welchem Zeitpunkte wenigſtens die Vorſchule aus dem Abſchnitte des Schulganges, wo ſie im vorigen Jahre ein nothdürftiges Unterkommen gefunden hatte, in eines der neuen Schulzimmer verſetzt werden konnte. Die Schwierigkeit, einen qualificirten Lehrer zu finden, verzögerte die Eröffnung der neuen Claſſe noch um mehrere Monate, bis durch Decret der Großherzoglichen Oberſtudien⸗Direction vom 22. Februar 1872, zu Nr. O. St. D. 1343, der Candidat der Philologie Joſeph Schmitz zum proviſoriſchen Lehrer an unſerer Anſtalt ernannt und am 1. März im Beiſein des Großh. Bürgermeiſters und der Lehrer der Anſtalt, ſowie ſämmtlicher Schüler in ſeinen Dienſt eingewieſen wurde. Er liefert uns folgende Ueberſicht ſeines ſeitherigen Lebensganges.

Joſeph Schmitz, geboren zu Rheine in Weſtfalen am 11. April 1839, beſuchte 6 Jahre das Progymna⸗ ſium ſeiner Vaterſtadt und abſolvirte nach zweijährigem Beſuche das Gymnaſium zu Coesfeld, Regierungsbezirkes Münſter. Darauf widmete er ſich von 18621865 auf der Akademie zu Münſter dem Studium der Philologie. Von der Zeit ab bereitete er ſich im elterlichen Hauſe für das Examen vor, welches er 1867 ablegte. Seit dem Tode ſeiner Eltern bekleidete er eine Hauslehrerſtelle bei der Familie von Morſey bei Osnabrück und wirkte ſeit dem 1. Mai 1869 als Lehrer am Beckerſchen Knabeninſtitute zu Bingen.

Da der Lehrer Ziegler vom 4. bis 20. März verhindert war, in der Vorſchule ſeinen Dienſt zu thun, ſo vertrat inzwiſchen der Lehrer Schmitz deſſen Stelle, und die V. Claſſe wurde nochmals mit der IV. vereinigt, bis am 21. März deren definitive Trennung erfolgte.

Am zweiten April 1872 traten die ſämmtlichen Lehrer der Anſtalt zu einer Conferenz zuſammen, um über die ſiebenzehnte Vergebung des von dem verſtorbenen Tabaksfabrikanten Herrn Karl Gräff K geſtifteten Stipen⸗ diums von 50 fl. zu berathen und zu beſchließen. Nach der vom Stifter beſtimmten Reihenfolge der Confeſſionen ſollte es diesmal an einen Proteſtanten vergeben werden, was bis jetzt noch niemals möglich geworden war. Da ſich in den zunächſt zu beachtenden höheren Claſſen kein Schüler vorfand, welcher den Beſtimmungen der Stiftungsurkunde auch nur annäherungsweiſe entſprochen hätte, ſo wurde dem Proteſtanten Heinrich Glück, Schüler der III. Claſſe, von allen Lehrern einſtimmig der diesjährige Preis zuerkannt.

Zu der Aufzählung der im Laufe des Jahres eingegangenen Geſchenke ſchreitend, haben wir, mit wärmſtem Danke für die wohlwollenden Geber, Folgendes zu erwähnen:

I. Für die zoologiſche Samnmlung lieferten in dieſem Jahre, dem einundzwanzigſten ihres Beſtehens: 1) Herr Handlungslehrling G. Wies in Kirn: 1 weißen Sperling. 2) Herr Kürſchner K. Hell⸗