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3) Cottus gobio L., der Kaulkopf, im Dietersheimer Mühlbache und andern Bächen im Rhein gau.
4) Gasterosteus aculeatus L., der gemeine Stichling, nicht in unmittelbarer Nähe von Bingen, doch in Bächen im Rheingau und in großer Menge bei Mombach und Mainz in Bächen. Ich hielt dieſes zierliche Fiſchchen ſehr oft im Aquarium und brachte es dahin, daß es ſehr zutraulich wurde; doch war ich nicht ſo glücklich, den Vorgang des Neſtbaues und der Bewachung des Laichs beobachten zu können, da meine Stichlinge trotz des ihnen verſchafften, guͤnſtigen und möglichſt naturgemäßen Aufenthaltes niemals auch nur Anſtalten zur Herrichtung eines Neſtes machten. G ») Malacopterygii, Weichfloſſer.
Salmonei, Lachſe:—
1) Salmo salar L., der große oder Rheinlachs, wird ſowohl hier im Rheine, als auch in der Nahe gefangen zur Zeit, wo er den Rhein hinaufſteigt. Der Salmenfang war dieſes Jahr ſehr ergiebig; ſo wur⸗ den in St. Goarshauſen, in welcher Gegend derſelbe geſchäftsmäßig betrieben wird, in einer Nacht 486 Pfd. ge⸗ fangen. Der diesjährige Erlös betrug dort circa 3000 fl., und das Pfd. wurde zu 42 kr. verkauft. Wie mir dieſer Tage mitgetheilt wurde, hat Herr Conſul Lade in Geiſenheim eine künſtliche Lachszucht angelegt.
2) Salmo trutta, die Lachsforelle, im Rheine ſelten, wurde aber zur Laichzeit vor einigen Jahren von Münſterer Fiſchern gefangen, ebenſo der ſchlechtriechende Osmérus eperlanus L., Stint oder Alander.
3) Salmo fario L., die gemeine Forelle oder Bachforelle, im Morgenbache, jedoch nicht mehr ſo häufig, wie früher, da ihr dorten vo Bauernjungen aus den benachbarten Dörfern ſehr nachgeſtellt wird, die ſie nach Coblenz bringen; bei Lorch häufig.
4) Salmo thymallus, die Aeſche, ull zur Laichzeit auf 8— 10 Tage im Rhein und in der Nahe.
Cyprinoidei, Karpfen: 3
1) Cyprinus carpio L., der gemeine Ko n, im Rheingau, beſonders um Rüdesheim, auch bei Gaulsheim, an welchen beiden Orten er gern aus dem in Gräben und ſogar in's Gras geht.
2) Barbus vulgaris C., die gemeine Barbe, ne nd in der Nahe häufig.
3) Tinca vulgaris C., die gemeine Schleihe, kah ich bekam ſie ſchon aus Pfützen, die auf dem Grün nach größerem Waſſer ſtehen geblieben waren und auch von Münſterer Fiſchhändlern. In kleineren Exem⸗ plaren hielt ich ſie auch im Aquarium, wo ſie ſich zwar etwas ſcheu benahm und immer hinter Steine zu kommen ſuchte, ſich aber mit andern Bewohnern desſelben gut vertrug.
4) Gobio fluviatilis C., der gemeine Gründling, in der Nahe.
5) Leuciscus rutilus, das Rothauge, in der Nahe und im Rheine ziemlich häufig.
6) Leuciscus vulgaris L., der gemeine Weißfiſch, in beiden Flüſſen in großer Menge vorhanden.
7) Leuciscus alburnus L., der Uklei oder die Albe, ebendaſelbſt.
8) Leuciscus rapax s. aspius, die Mulbe oder der Rappen, nicht ſo häufig.
9) Abramis brama L., der Blei⸗ oder Flußbraſſe, gemein, heißt hier Breſem.
10) Cokbitis barbatula L., die Schmerle oder Grundel, weiche ich bei der Erweiterung der Bleiche in ſtehengebliebenen Pfützen fing, wo ſie damals in Menge zu finden war. Einige, in's Aquarium aufgenommene Exemplare hielten ſich daſelbſt ſehr gut und wurden ſo zutraulich, daß ſie herbeikamen, ſobald man ſich dem Glaſe näherte und Futter aus der Hand nahmen.
Esocini, Hechie
Esox lucius L., der gemeine Hecht, in beiden obengenannten Flüſſen, doch ſehr in Abnahme begriffen. Vor mehreren Jahren wurde von Fiſchern in der Nahe ein Hecht von ungewöhnlicher Größe gefangen, der in einer Waſchbütte an ein Seil gebunden, hierhergebracht, im Café Soherr verloost und des Abends verſpeist wurde.
Clupeacei, Häringe:
1) Clupea alosa, der Alſen oder Maifiſch, kommt im Mai zur Laichzeit in den Rhein, wo er früher
häufiger, als jetzt, hier gefangen und zum Verkaufe herumgetragen wurde. Er gilt für ein ungeſundes Eſſen. Gadini, Schellfiſche:
Lota fluviatilis C. s. Gadus lota, die Flußtrüſche, Quappe oder Aalraupe, wurde in der Naher
vor der Brücke einigemal gefangen.
Apodes, Kahlbäuche: 38
Muraena anguilla L., der Flußaal, nicht ſehr häufig, doch im Rheine und in der Nahe vorkommend. hondracanthi, Knorpeffiſche. S Oycloßtomi, Rundmäuler: Mis 4
1) Ammoſbtes branchialis, der Querder, in der Nahe, wo er beim Ausheben des Kieſes ſchon in
früheren Jahren und auch dieſes Jahr wieder gefangen wurde. Da ich dieſes niederſchreibe, habe ich ein lebendes
Exemplar desſelben vor mir. Unſer ehemaliger Schüler Ed. Göbel, der mich ſchon früher mit andern Fiſchen ver⸗
ſorgte, brachte mir auch den eben angeführten, wobei ich nicht unterlaſſen will zu bemerken, daß ich den Herren Ge⸗ brüdern Göbel für ihre gütigen Unterſtützungen meiner ichthyologiſchen Studien ſehr zu Dank verpflichtet bin.
. 3) Petromyzon fluviatilis, L., das Neunauge oder die Flußpricke, in der Nahe, woher ſie Herrn
Director Sander geliefert wurde.


