Aufsatz 
Fauna der näheren Umgegend von Bingen : A, I: Säugetiere und Vögel
Entstehung
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jetzt gewährten Eintritt Ueberraſchten, durch den Glanz der ihm gewidmeten Ehrengaben Geblendeten und Tiefergriffenen die herzlichſten Glückwünſche auszuſprechen. Die jetzigen Lehrer und einer der früheren, Herr Beneficiatsverweſer Auer in Gernsheim, hatten demſelben einen von breitem Goldrahmen umfaßten Girardet'ſchen Kupferſtich des Knauſiſchen Ge⸗ mäldesDie goldene Hochzeit, verehrt, ein ſinniges und Wünſche für die Zukunft ausſprechendes Erinnerungs⸗ zeichen an die von ihm 5 Tage zuvor gefeierte ſilberne Hochzeit. Die dermaligen Schüler hatten ihn mit einem wahren Füllhorn von Liebesgaben übergoſſen, indem ſie ihm eine koſtbare Standuhr, ein weichgepolſtertes Kanapee, einen farben⸗ reichen Fußteppich und einen feinen Tiſchteppich als Zeichen dankbarer Verehrung darbrachten. Noch überſchwänglicher war das Ehrengeſchenk der ehemaligen Schüler, welches Herr Dr. Wirz, Mitglied des Feſtausſchußes, im Namen der⸗ ſelben überreichte. Es beſtand in einem Etui, welches ein Dutzend ſilberner Eßlöffel und in einem beſcheidenen Brief⸗ Umſchlag die Summe von Eintauſend Gulden in Frankfurter Banknoten enthielt, und außerdem in einem von 134 Schülern aller früheren Jahrgänge, welche zu dieſer Liebesgabe beigeſteuert hatten, unterzeichneten Beglückwünſchungs⸗ ſchreiben, umſchlungen von einem ſchwarzrothgoldenen Bande, wohl um anzudeuten, daß der Jubilar den Farben, die er in jugendlich idealer Begeiſterung auf der Bruſt getragen, auch im Berufsleben niemals untreu geworden ſei, ſondern in den Herzen der ſeiner Leitung anvertrauten Jugend neben der treuen Anhänglichkeit an den Landesherrn und Staat auch die Liebe zum großen deutſchen Vaterlande zu beleben gewußt habe. Läßt ſich auch der Werth von Liebesgaben nicht nach Elle, Gewicht oder Procenten ſchätzen, ſo iſt aus der Opferfreudigkett, mit welcher jeder Einzelne nach Kräften bei⸗ ſteuern mußte, um den Jubilar mit ſo großartigen Ehrengeſchenken zu überraſchen, doch wohl die Größe der Anhäng⸗ lichkeit und Liebe zu entnehmen, die ihm von jetzigen und ehemaligen Mitlehrern, von jetzigen und ehemaligen Schülern entgegengebracht wurde. In Anerkennung dieſer ſich kundgebenden Liebe konnte der Jubilar ſogar das ihm von einer unbemittelten Familie gewidmete Ehrengeſchenk von 2 Leuchtern nicht zurückweiſen. Solche Erfahrungen beweiſen denn doch zur Genüge, daß die Ausſaat des Lehrers nicht, oder nur in ſeltenen Ausnahmsfällen, auf ſteinigen Boden fällt! Alle dieſe Ehrengeſchenke nahm der Jubilar unter dem Vorbehalt entgegen, daß ihm von ſeinen hohen Vorgeſetzten die Erlaubniß zu deren Annahme ertheilt werde.

Die Schulfeier, zu welcher der Jubilar von ſeinen Mitlehrern und von dem Feſtausſchuſſe abgeholt wurde, vereinigte in dem mit Blumen und Teppichen geſchmackvoll verzierten Prüfungsſaale die Staats⸗, Stadt⸗, Kirchen⸗ und Schulbehörden, zahlreiche Damen und Herren aus Stadt und Umgegend und außer den jetzigen Schülern anch Hunderte von ehemaligen einheimiſchen und auswärtigen Schülern, welche zum Theil vom Hunsrück, von Mainz, Groß Gerau, Darmſtadt und Frankfurt a/M. herbeigekommen waren. Die Feier wurde eröffnet mit einem von Hrn. Reallehrer Mühr gedichteten, von Hrn. Muſiklehrer Buſch, dem Senior der Anſtalt, componirten und von den dermaligen Schülern gut vorgetragenen Feſtliede. Alsdann ſprach Herr Parcus, als Vorſitzender der Local⸗Commiſſion der Realſchule, dem Jubilar die Anerkennung aller vorgeſetzten Behörden für deſſen ſeitheriges Wirken aus; der erſte Beigeordnete, Herr Schlippe, als Stellvertreter des durch Krankheit an perſönlicher Theilnahme verhinderten Großh. Bürgermeiſters, Hrn. Eb. Soherr, behändigte demſelben eine Anweiſung auf 400 fl., welche der Gemeinderath als einmalige Remuneration demſelben zuerkannt hatte, und der Großh. Reallehrer, Herr Hillebrand, hob das collegials Verhalten des Jubilar's gegen ſeine Mitlehrer hervor. Außerdem richteten noch 3 ehemalige Schüler ehrende und ergreifende Anſprachen an den Jubilar. Herr J. B. Schmitt, Kaufmann in Bingen, gedachte der Umſicht und des ſelbſt um die Ecke reichenden Scharfblicks des Jubilars; Herr Hugo Lob, Kaufmann in Mainz, einer der älteſten Schüler des Jubilars, ſprach über die hohe Bedeutung der Erziehung und SchulbildunsKund knüpfte daran den Vorſchlag, in ähnlicher Weiſe, wie dieſes durch den Tabaksfabrikanten Hrn. C. Gräff l. geſchehen ſei, eine Stiftung zu machen, um auch Unbemittelten den Beſuch der Realſchule zu ermöglichen, und dieſer Stiftung den Namen des Jubilars zu geben, wozu er Einhundert Gulden zur Verfügung ſtelle; Herr Jakob Die rich, dermalen Handelslehrling in Ältona, ſprach über den hohen Werth der Humanität für das Verkehrsleben und dankte dem Jubilar, daß er den Keim dazu in ihn gepflanzt habe. Nachdem der Jubilar jede dieſer Anſprachen mit einigen aus dem Herzen kommenden Worten dankend erwiedert hatte, ſchloß die Schulfeier mit einem an die Anweſenden Namens der Lehrer gerichteten Danke für deren freundliche Theilnahme.

An Chrengeſchenken waren am Morgen dieſes Tages noch von ehemaligen Schülern angelangt: von Herrn Bankier Leopold Dreydel in Paris ein ſilberner Kelch mit Deckel; von Herrn Kaufmann Franz Bender in Frankfurt a/M. ein blumenreicher Fußteppich; von Herrn Kaufmann Theodor Mehler in Frankfurt a/M., von ihm ſelbſt überbracht, ein photographiſches Miniaturalbum in Buchform, enthaltend, die Photographien der ſämmt⸗ lichen Familienglieder des Jubilars.

Außerdem wurde der Jubilar durch 10 Zuſchriften von Vorgeſetzten, Amtsgenoſſen und ehemaligen Mitlehrern theils vor und nach dem Feſte, theils während des Feſteſſens beehrt und erfreut, ſo von Herrn Geiſtlichen Rath und Oberſtudienrath Dr. Lüft; von Herrn Decan Arzberger in Seligenſtadt, dem Amtsvorgänger des Jubilars nnd geiſtigen Vater der hieſigen Realſchule; von Herrn Gymnaſialdirector Dr. Wiegand, dem hochverehrten Univerſitäts⸗ lehrer des Jubilars, und deſſen Mitlehrern; von Herrn Realſchuldirector Dr. Schödler in Mainz und Herrn Real⸗ lehrer A. Schumacher in Mainz, der die Kämpfe um den Fortbeſtand der hieſigen Anſtalt wacker durchfechten half und dem Jubilar während 6 Jahren als alter Freund und eifriger Mitlehrer treu zur Seite ſtand; von dem Großh. Director Möller und den Lehrern Klein, Dr. Schmid, Hanſtein, Blickhahn der Friedberger Realſchule; von dem ſämmtlichen Perſonal desEngliſch⸗Fräulein Inſtituts zu Bingen; von Herrn Pfarrer Steindecker in Nackenheim; von Herrn Beneſiciatsverweſer Auer in Gernsheim und von Herrn Kaplan Dexelmann in Heßloch.

Ferner wurde der Jubilar von 32 ehemaligen Schülern durch Zuſchriften oder durch Telegramme beglück⸗ wunſcht, und zwar brieflich: durch Herrn Prof. Hermann Fritz in Zürich, Herrn Bankier Le opold Dreydel