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gieng 1 Schuüler auf eine auswärtige Handelsſchule, 1 auf das Gymnaſium nach Trier, 1 zur Küferei über und 1 trat aus, um ſich durch Privatunterricht für das Handelsfach vorzubereiten. Im April trat 1 Schüler als Lehrling in eine Apotheke und 1 bezog eine auswärtige Handelsſchule. Die in der letztgenannten Abtheilung und Claſſe noch verbliebenen 8 Schüler: 1) Hagemann, Joſeph, von Bingen, 15 ⅜ Jahre alt; 2) Jobsky, Pet. Ferdinand, von Herzogenrath, 16 6 Jahre alt; 3) Köhler, Eduard, von Darmſtadt, 14 Jahre alt; 4) Kullmann, Wilhelm, von Bingen, 14 ⅞ Jahre alt; 5) Mehler, Eugen, von Bingen, 14 Jahre alt; 6) Michels, Emmanuel, von Rheinböllen, 16 Jahre alt; 7) Schatz, Eugen von Bingen, 14 Jahre alt; 8) Vogt, Friedrich, von Bingen, 14 ⅜ Jahre alt, Repetent, werden mit dem Schluſſe des Schuljahres nach Vollendung des ganzen Curſus entlaſſen. In Bezug auf die Reife kömmt zweien dieſer Schüler die erſte, dreien die zweite, einem die dritte und zweien die vierte Note zu.— Der unter Nr. 1 genannte Schüler beabſichtigt ſich dem Gerbergeſchäft, der unter Nr. 2 genannte dem Eiſen⸗ bahnfache zu widmen; der unter Nr. 3 Aufgeführte beabſichtigt die techniſche Schule in Darmſtadt zu beziehen; die 5 Uebrigen gedenken ſich dem Handelsfache zu widmen.
4. Chronik der Anſtalt.
Im Laufe des Schuljahres traten mehrere Veränderungen und Beförderungen unter dem Lehrerperſonal der Anſtalt ein.
Am 27. Juli 1865 geruhten Seine Königliche Hoheit der Großherzog, den ſeitherigen proviſoriſchen Reallehrer J. B. Mühr, nachdem derſelbe vom 19.— 23. April in Darmſtadt die Reallehrerprüfung vom naturwiſſenſchaftlichen Standpunkte beſtanden hatte, definitiv zum Großherzoglichen Reallehrer an hieſiger Anſtalt zu ernennen, und dem Real⸗ lehrer G. F. J. Hil lebrand den Gchalt des zweiten Lehrers durch Allerhöchſtes Decret zu verleihen. Die defini⸗ tive Einweiſung des Reallehrers Mühr in ſeinen Dienſt konnte jedoch nicht erfolgen, bevor für den ſeither von dem⸗ ſelben in der dritten Claſſe ertheilten Unterricht in Formanſchauung und Schönſchreiben eine neue Lehrkraft gewonnen war. Nach erfolgter Zuſtimmuung der zuſtändigen Behörden zu der Verwendung des in Ausſicht genommenen Hllfs⸗ lehrers, wurde am 21. September der Reallehrer Mühr deſinitiv in ſeinen Dienſt als Lehrer der Mathematik und Naturwiſſenſchaften in den beiden oberen Claſſen und als Zeichenlehrer in allen drei Claſſen, ſowie Lehrer Sieben in den Dienſt eines Hülfslehrers an der dritten Claſſe eingewieſen.
Am 16. September 1865 ſchied der Lehrer der lateiniſchen und griechiſchen Sprache, Herr Kaplan Petrus Dexelmann, aus ſeinem hieſigen Wirkungskreiſe, um eine Kaplanei in Heßloch anzutreten. Während einer nur 10monatlichen Wirkſamkeit, welcher er, wie leider ſchon früher Mehrere unſerer geiſtlichen Mitlehrer, zur Störung des Unterrichts mitten im Schuljahre entriſſen wurde, hatte er ſich durch Freundlichkeit und Gemüthlichkeit die liebevolle An⸗ hänglichkeit ſeiner Schüler und die Achtung ſeiner Mitlehrer erworben. Bis zum Ende des Sommerhalbjahres ertheilte ſtatt ſeiner der Director 8 Stunden lateiniſchen und griechiſchen Unterrichts.
Sein Amtsnachfolger, Herr Kaplan Dr. Franz Beringer, wurde laut Auftrags Großherzoglicher Oberſtu⸗ dien Direction vom 18. Sept. mit dem Beginn des Winterhalbjahres am 3. Nov. 1865 in den Dienſt an der hieſigen Realſchule eingewieſen. Von ihm liegen folgende biographiſchen Notizen vor:
Geboren zu Mainz am 30. Mai 1838, beſuchte derſelbe fünf Jahre lang die dortige Großh. Realſchule, dann eben ſo lange das dortige Großh. Gymnaſium. Nach abgelegter Maturitätsprüfung l7. Aug. 1858] begab ſich derſelbe im Herbſt jenes Jahres nach Rom, wo er im deutſchen Colleg drei Jahre Philoſophie und vier Jahre Theologie ſtudirte, im Auguſt 1861 den Grad eines Doctors der Philoſophie, im Auguſt 1865 den eines Doctors der Theologie erlangte und am 21. Mai 1864 zum Prieſter geweiht wurde.
Am 10. April 1866 traten die Lehrer zu einer Conferenz zuſammen, um über die eilfte Vergebung des von dem verſtorbenen Hrn. Karl Gräff I. geſtifteten Stipendiums zu berathen und zu beſchließen. Die Cenſurliſte des laufenden Schuljahres wurde mit Rückſicht auf die Beſtimmungen des Stifters durchgegangen, und dabei wurde kein bedürftiger Realſchüler(Binger Ortsbürgersſohn) gefunden, welcher den in der Stiftungsurkunde feſtgeſetzten Beding⸗ ungen auch nur annäherungsweiſe genügt hätte. Daher wurde von allen Lehrern der Anſtalt für nöthig erachtet, die Vergebung des diesjährigen Preiſes auf das nächſte Jahr zu verſchieben.
Am 17. April 1866 waren 20 Zahre verſtoſſen, ſeit ver Großy. Direcior Sunver hict dingetroſſen war, um die Leitung der Anſtalt zu übernehmen. Zur Feier dieſes Tages hatten deſſen Mitlehrer eine Schulfeier im Prü⸗ fungsſaale und ein aus früheren Schülern zuſammengetretener Feſtausſchuß ein Feſtmahl im Hotel Victoria vorbereitet.
Am Vorabend erſchienen die ſämmtlichen Lehrer der Anſtalt, die Mitglieder des Feſtausſchuſſes, als Stellvertreter der ſrüheren Schüler, und eine Abordnung der jetzigen Schüler, je 2 aus jeder der 3 Claſſen, in der Wohnung des Jubilars in einem während dieſes Tages von deſſen Familie ſorgfältig unter Verſchluß gehaltenen Zimmer, um dem bei dem ihm


