gelang bald, indem einige Schüler zu Mitſchülern, welche eine geräumigere Wohnung hatten, zogen und andere von verſchiedenen Familien in freundlichſter Weiſe in ihr Haus aufgenommen wurden; die mohlwollenden Anerbietungen aber waren ſo zahlreich, daß es nicht nöthig war von allen Gzebrauch zu machen. Da beide Vuchhandlungen hier abgebraunt waren, ſo ſuchten wir das Andere dadurch zu erreichen, daß wir uus, indem Prof. A. Schaubach die Correſpondenz übernahu an die verſchie denen Buchhandlungen wendeten, in deren Verlag die hier geleſenen alitlaſſſchen Schrifiſtller, Chre⸗ ſtomathien und Lehrbücher erſchienen ſind. Mil größter Bereitwillgkeit überſchiten uns bald und war unentgeltlich die Verlagsbuchhandlungen, an welche wir unſers Vitte gerichtet hatten, und meiſt in dielen Eremplaren die gewünſhten Bucher., Zu großer Dankbarteit für die raſch geleiſtete Hülfe, welche es unſeren Schülern möglich machte, hald ihre, Stubien wieder aufhunehmen, i das Gymma⸗ ſium veryflichtet der Weidmannichen Verlagsbuchhandlung in Verlin, der Teubnerſchen in Leipzig, welche beide vorzlüglich alte Klaſſier zuſendeten, der Frommannſchen in Jena, der Keeſſelringſchen in Hüdburghauſen, der Nieſeſchen in Saalfeld, der Perthesſchen in Gotha. der Neinhardtſchen in Eis⸗ leben, der Buchhandlung des Waiſenhauſes, in Halle, der X Wernerſchen in Lelpzig, der G. ei. merſchen in Verlin, der Holſcherſchen in Coblenz und der J. Hirt ſchen in Breslai
Es folgten bald nachher auch noch andere Unterſtütungem. Veſonders erfreulich für uns waren die Unterſtützungen, welche uns von Gomnaften und zwar auch von eutfernteren zu Theil wurden, weil ſe nicht wur reichlich waren und manchen Verkuſt erſetten, ſondern auch weil ſie in uns die fhhe Ueberzeue gung befeſtigten, daß die deutſchen Gymnaſten ſich als in einem engeren Berband mit einander ſtehend betrachten. Zuerſt erhielt die Direetion 20 Thaler von den Gummaſiaſten in Gera, geſammelt von denn dortigen Gymmaſiaſten Bodo von Harbou, daun 45 Thaler von Hrn. Directar zlrahner in Stendal, 18 Thaler von Hen. Director Haacke in Torgan, welcher Gabe dann noch 1 Thaler von den Sertanern in Torgau foigte, 2, Doppelkronen von dem Gomnaſum in Büikehurg durch Hrn. Oberlehrer Haberſang, g, Thaler on Hrn. Oberlehrer E. Vernhardt in Erfurt und 29 Thaler als Ewebniß enner Srnlung in Caſid duih Fitin von Wehunen he Hiins Galdnude beſonders zur Wiederanſchaffung von Geſangbüchern, Bibeln, Wörterbchern, Allanten, logarithmiſchen Taſeln, Reißzeugen und anderen nothwendigen Bedürfniſen benubt. Außerdem ging an das Hüfscomitee hier noch die Summe von 178 Thlr. 7 Ngr. 6 Pf für die abgebrannten Gymnaſiaſten ein, welche durch die eifrige Thatigeit des Hrn. Kaufmanns Fried. Wilh. Kaſer in Leiyzig bei der Thomasſchule, der Nicolaiſchule und dem modernen Geſammtgymnaftum in Leizig geſammelt worden war und welche ebenfalls im Sinne der freundlichen Geber und des wohlwollenden Abſenders für die abgebrannten Gummnaſiaſten verwendet wurde.
Für ale dieſe reichen Gaben ſpricht der Unterzeichnete nochmals im Namen der Anſtalt ſeinen innigen Dank aus.
Mit Dankharkeit iſt auch noch anzuführen, daß die abgebraunten Gumnaſiaſten, welche gtleider und Waͤſche verloren hatten, von dem hieſigen Hülfscomitee aus den eingegangenen Liebesgaben Kleider und Wäſche erhalien haben
Das Gymnaſtum hielt es für eine Pflicht auch ſeinerſeits etwas zur Minderung der Wo nungsnoth unmittelbar nach dem Brande beizutragen und räumte deshalb bis auf Weiteres der Marlachſchen Buchdruckerei, deren Loal abgehrannt war und die kein anderes bekommen kounte, das im Erdgeſchoß befindliche Lokal von Tertia ein, da von dieſer Eruräumung die Eriſtenz dieſer Druckerei abhing und außerden das tägliche Erſcheinen des von der genaunten Druckerei beſorgten Meininger Tageblatts damals eine Nothwendigkeit für die Stadt Meiningen war. Die Tertianer wurden, wenn auch mit weniger Vequemlichkeit als in ihrem bisherigen Lotal, in dem in dem oberen Stocwerk befindlichen phyficaliſchen Auditorium untergebracht.
Den 16. Oekober wurde die mündliche Herbſtprlfung gehalten, deren Gegenſtand die Mathe⸗ matik in allen Klaſſen war. Vorausgegangen war eine ſchrifliche Prüfung in dieſer Wiſſenſchaft
Vom 16. bis zum 2. Novemther inel, mußte Prof. A. Schaubach von den Collegen in ſeinen Stunden vertreten werden, da derſelbe als Geſchworner zu dem Schwurgericht in Hildburghauſen ein⸗ berufen worden war.


