Aufsatz 
Parerga Pindarica, quibus inter cetera continentur fragmenta, quaedam Cypriorum, Euripidis, Callimachi, Menaechmi Sicyonii e codd. Mss. restituta
Entstehung
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Das Lehrercollegium erlitt Gottlob in diesem Jahre wenig Störungen durch Krankheit oder Personenwechsel. Nur Herr Prof. Dr. Oppel wurde durch eigene und häusliche Leiden längere Zeit im Amte behindert. Bis zum August 1876 war Herr Prof. Dr. Janssen als Landtagsabge- ordneter in Berlin; wührend dieser Zeit nahmen die Katholiken an dem Geschichtsunterricht der Evangelischen Theil. Der Hilfsunterricht in der Mathematik(in Obertertia A und Quarta B) wurde von Herrn Dr. Thormann(von der Selectenschule), der im Französischen(in Untertertia A und B, in Quarta A, in Quinta) zuerst(bis Mitte November) von Herrn K. Lemaire(von der Realschule der Israel. Religionsgesellschaft), dann von Herrn Dr. Hoburg(von der Wöhlerschule) und Herrn Dr. Zeidler(von der Musterschule) ertheilt; diesen Herren sagen wir besten Dank für ihren Bei- stand. Die drei Ostern 1876 neueingetretenen Herren Collegen(siehe vor. Progr. Seite 41) berichten über ihre Lebensumstände wie folgt.

Ernst Andreas Berch. Den 8. October 1839 wurde ich in Schleswig geboren, besuchte zuerst die Realschule und trat mit meinem 14. Jahr in die Tertia des Gymnasiums, der sog. Dom- schule, ein. Um Michaelis 1859 verliess ich die Prima, studirte in Kiel Philologie, bestand daselbst Ostern 1860 das Convict-Examen, wurde bald darauf nach einer zweiten Prüfung ordentliches Mit- glied des philologischen Seminars und verliess um Michaelis 1862 Kiel. In Berlin setzte ich meine angefangenen Studien fort von Michaelis 1862 bis zum Ausbruch des dänischen Krieges im Januar 1864. Als in diesem Monat in Folge der Kriegsereignisse die Domschule in meiner Vaterstadt reor- ganisirt wurde, trat ich, weil es an Lehrkräften fehlte, in das neue Collegium ein, wurde am 7. Mürz von der Kaiserl. Oesterreich. und Kgl. Preuss. obersten Civilbehörde als Hülfslehrer constituirt und von derselben Behörde Ostern 1865 als 7. ordentlicher Lehrer in Kiel definitiv angestellt. Kurz vor- her hatte ich bei der philos. Facultät in Kiel das Doctorexamen abgelegt. In den nun folgenden 11 Jahren gehörte ich der Kieler Gelehrtenschule an, nach Einführung der preussischen Schulordnung als 1. ordentlicher Lehrer.

Waldemar Gillhausen ist im December 1847 zu Elfringhausen im Amte Hattingen, Kreis Bochum, geboren und hat, auf dem Gymnasium zu Duisburg von 1859 65 vorgebildet, auf den Universitäten Göttingen und Greifswald Philologie studirt, hierauf von 1868 70 eine Hauslehrerstelle verwaltet und sodann stellvertretend am Gymnasium zu Priedland in Mecklenburg-Strelitz unterrichtet. Der deutsch-französische Krieg veranlasste seinen Weggang von dort. Er nahm im 2. Garde-Infanterie- Regiment Theil an der Belagerung von Paris. Nach seiner Rückkehr absolvirte er als Mitglied des Kgl. pädagogischen Seminars das Probejahr am Joachimsthalschen Gymnasium zu Berlin. Herbst 1872 wurd er als ordentlicher Lehrer am Kgl. Wilhelms-Gymnasium ebendaselbst angestellt und blieb in dieser Stellung bis zu seiner Berufung nach Frankfurt a. M.

Ornst Carl Friedrich Reuss, Sohn des Pfarrers Reuss zu Schlüchtern, geboren zu Ober- kallbach, Kreis Schlüchtern, am 27. März 1848, besuchte von Ostern 1861 bis Ostern 1867 das Gym- nasium zu Cassel, verliess diese Anstalt mit einem Zeugniss der Reife, um sich auf der Universitüt zu Marburg philologischen und historischen Studien zu widmen. An dem Kriege gegen Frankreich nahm er als Mitglied der freiwilligen Krankenpflege Theil, erlangte am 25. December 1871 die philosophische Doctorwürdo der Universität Marburg auf Grund einer Inaugural-Dissertation, betitelt: Observationes Valerianae, und bestand am 19. Januar 1872 die Staatsprüfung. Von Ostern 1872 bis Ostern 1873 hielt er sein vorschriftsmässiges Probejahr am Königlichen Christianeum zu Altona ab, im Herbst 1873 übernahm er eine ordentliche Lehrerstelle an der Realschule I. O. zu Cöln. Im Herbst 1875 wurde er an das hiesige Gymnasium berufen und trat diese Stellung zu Ostern 1876 an.