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ist Trach. 615 bei emt c. Dat. in einer wahrscheinlich verdorbenen Stelle ¹⁴), und etwa Phil. 343, wo indess vielleicht die Anastrophe verbal(= uers10„) gedacht ist; jedenfalls ein einzeln stehender Homerismus. Euripides aber überschritt dies weise Kunstmass des bescheidenen Meisters nicht allein durch Steigerung der Anastrophe auf das Doppelte, sondern auch durch gelegentliche Wiederausdeh- nung derselben auf den Accusativ und Dativ bei eni, xοἀ, urrd, sowie auf den Accusativ allein bei nœrd und erd, so dass bei Sophokles nur 8 bis 11, bei Euripides sicher 16 verschiedene Präposi- tionalfügungen für die Anastr. pura in Frage kommen. Dennoch ist die nicht-genetivische Anastrophe auch bei Euripides nur, wenn ich recht gezählt habe, in 25 sicheren Beispielen vorhanden, eine sehr geringe Anzahl in Vergleich mit mindestens 355 Fällen der genetivischen.
Wie erklärt sich diese merkwürdige Beschränkung der Anastr. pura auf den Genetiv? Vielleicht aus einem doppelten Grunde. Erstlich aus der Analogie der mit demselben Casus ver- bundenen Adverbia. Von Homer an finden sich Wörter wie fvexd, dvev, EEo, ncrròmυν„νdv, Ewuri und viele andre mit dem Genetiv, wenige wie dua, duon mit dem Dativ, noch wenigere wie 8iGG, dvrlov(denn so ist rôu 1feν„... dvrlov Hödæ zu erklären) mit dem Accusativ construirt; einige sind auch doppelfuällig; bei den meisten dieser Casus-Adverbia erhält sich die Freiheit der Wort- stellung durch Poesie und Prosa, durch die ganze Sprache hindurch. Es sind offenbar jüngere Syntaxen als die wirklichen Präpositionen, Nebensonnen oder Spiegelbilder derselben, die grossen- theils noch z. B. zdiοαν, Sg, dlanv, Glꝓfj, aurle, ood, dpxoö ihre eigene Casusnatur deutlich zeigen; der ihnen beigegebene zweite Casus ist daher naturgemäss vorzugsweise der sei es attributive sei es objective Genetiv als der eigentliche Nominalcasus; auch traten die Dativ- und Accusativ- Adverbien schon bald nach Homer fast ganz hinter die Genetiv-Adverbien zurück. Die Aehnlich- keit also dieser Wortverbindungen mit den Genetiv-Prüpositionen könnte es veranlasst haben, dass man die Freiheit der Wortstellung, die man bei jenen beibehielt, auch auf diese übertrug; nur beim Genetiv konnte man es thun, ohne der Dichtersprache einen altfränkischen und nicht mehr recht
gefühlten syntaktischen Charakterzug aufzunöthigen.— Ein zweiter Grund liegt vielleicht in der Bedeutung der in Rede stehenden Genetiv-Präüpositionen. Nach dieser Seite hin sind sie meistens wie xsο= de, ur a beim Passiv, ureo= pro(für), aerd= una cum nicht so sehr sinnlich-
localer als abstract-allgemeiner Natur. Alles Abstracte an sich ist der poetischen Ausdrucksweise nicht recht genehm; vielleicht neigte man sich gerade hier besonders gern der Anastrophe zu, weil man so der abstracteren Wendung eine alterthümliche Würde gab und sie dadurch mehr der All- täglichkeit entrückte. Dann würe es kein Wunder, dass, nachdem die nach-Homerischen Dichter einmal diesen Schritt gethan hatten, ein rourov ςσ einem meol rourov vorzuziehen, auch die Atti- schen Prosaiker, vornemlich der unter ihnen am meisten nach Zierlichkeit der Rede strebende Plato, sich dieser Freiheit bedienten.
Die Vermehrung der Anastrophe bei Euripides betrifft nicht alle erwähnten Genetiv-Pru- positionen in gleicher Weise, vor allen nicht msot, dann auch nicht dreo, welche verhältnissmässig bei Euripides häufiger nicht-anastrophisch vorkommen als bei Sophokles. Die Zunahme dagegen bezieht sich auf ruο, aerd, Ord, drd und ext. Im Melos herrscht, namentlich bei deν⁶ und dar*o, die Nicht-Anastrophe, sonst aber die Anastrophe vor, wahrscheinlich weil hier die Gefahr eines allzu prosaischen Tones näher lag, dann auch deshalb, weil der Ausgang des Trimeters vorzugsweise solche leichte Wörter von zwei kurzen Silben liebte, ein Grund, warum überhaupt diese zur Umkehr
14) Txœ El. 253, wenn auch vermutlich näher mit dot als mit„νννεμεμιαα 2u verbinden, ist nicht als wirkliche Präp. mitzurechnen, noch weniger 6 à05.


