Aufsatz 
Bemerkungen zum ersten Buche der Satiren des Horaz
Entstehung
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Recht, weil er mit seinem Stande sich nicht begnügen wollte. Aber dennoch(obwohl im Ganzen die Volksansicht und das ganze römische Wesen dem widerspricht, und ob- wohl insbesondere uns der vorurtheilsfreie Standpunkt unserer höheren Bildung davon abhalten sollte), dennoch sind wir meistens die Sklaven unserer Eitelkeit und setzen uns dadurch dem Neide und dem Spott aller aus. Schilderung der Eifersucht unter solchen Parvenus.

Diese Art der Eitelkeit ist nun mein Fehler nicht, wenn ich auch als zu deiner Freundschaft erhoben, manchmal mit solchem niederen Ehrgeiz verwechselt werde. Denn nicht weil ich mich aus Eitelkeit bei dir eingeschmeichelt habe, noch auch durch ein blindes Ungefähr, sondern weil unsere Neigungen und Charaktere übereinstimmten, bin ich, nachdem du mich geprüft, deiner Freundschaft gewürdigt worden: es ist dabei deiner- und meinerseits Alles klar, verständig, vorsichtig, rein menschlich zugegangen. Ich habe mich also keineswegs meiner Herkunft zu schämen, im Gegentheil ihrer zu rühmen, da ich nicht trotz ihrer dein Freund geworden bin, sondern eben durch sie: denn Alles beruht nur auf meinen geistigen Eigenschaften: diese geistigen Eigen- schaften aber verdanke ich vor allen Andern zunächst und hauptsächlich meinem Vater. Ausführung dieser Behauptung. Also nicht über solchen niedriggeborenen und niedriggestellten Vater hinaus gieng mein Streben, sondern ich wünschte stets und ich wünsche es noch, dankbar gegen diesen Vater, nur in meinem ererbten Stande zu bleiben; ich habe also gar nicht die mir angedichtete Stellung eines Parvenus. Ich bin und bleibe ein Mann niederen Standes und fühle mich als solcher weit glücklicher als irgend ein ehrgeiziger Schwindler und als alle vornehmen Leute dazu.

Bei diesem Gange des schönen Gedichts ist zu beachten:

1. Dass der Satz Namque, esto etc. nur eine Wiederaufnahme des in dem Rela- tivsatze qui stultus etc. enthaltenen Gedankens ist, so dass nam nicht zu dem unmittel- bar Vorhergehenden gehört, sondern Ausführung des stultus stupet ist.

2. Quid oportet nos facere etc. ist von dem besten und ältesten Horazerklärer voll- kommen richtig ausgelegt worden. Porphyrio sagt: OQuanto nos qui non vulgariter sapimus min us mirari nobilitatem contemptu ignobilium debemus? d. i.wenn schon das dumme Volk, das doch so blind den Adel höher schätzt, bisweilen auch diese Hoch- schätzung fahren lässt, wie viel weniger sollen wir so blind sein?

3. In eben diesem Satze liegt der eigentliche Zusammenhang zwischen der Ein- leitung, die von dem Standpunct des Mäcenas ausgeht, und der Durchführung des eigent- lichen Themas, welche den Standpunct des Horaz entwickelt. Beide sind Menschen