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An beiden zuletzt genannten Daten erscheint auch neben der Bezeichnung„der von Zell“ sein wirklicher Name: M. Johannes Cnipius(Andronicus). Sylvius war jedenfalls im April noch in Thätigkeit; möglich, dass zwischen ihm und Cuipius ein Interregnum stattfand; wenn des Ersteren Verschreibung, wie die früheren von Nesen u. s. w., auf 3 Jahre lautete, so lief sie gegen Ende April(21.) oder Mai(26.) 1550 ab.
B.-B. ühnlich, cf. Lersner und Steitz.— Was die Personen ungeht, so ist Ingenheimer(Jugenheimer?) günzlich unbekannt, und auch über den M. Joh. Fabricius Bolandus finde ich keine sichere Aus- kunft. Er wur jedenfalls ein nicht ungeschickter Lateinischer Dichter, der 10 Bücher in elegischem Versmaasse über die anabaptistischen Unruhen in Münster(Motus Monasteriensis. Colon. 1541(1546 ⁷) apud Gymnicum 8.) und eine Psalmenübersetzung in lyrischen Maassen veröffentlicht hatte. Diese Angabe findet sich bei seinem Namensvetter Joh. Albert Fabricius in der Centuria Fabriciorum I (Hamburg, 1700) p. 51 und derselbe fügt in II, 74(1727) hinzu, es seien jene decem libri„carmine non ineleganti descripti“; vermuthlich also kannte er das Buch selbst. Adelung wiederholt in seiner Fortsetzung des Jöcher diese Angabe und vermuthet, sein Beiname möchte von Bolland bei Verviers hergenommen sein, und allerdings liegt dies näher als an Bolanden oder Kirchheim-Bolanden in der Pfalz zu denken. Wenn Driver(Bibl. Monasteriens. 1799, 8. p. 46) recht hat, wäre dieser Mag. J. F. Bol. identisch mit dem berühmten Theologen und Orientalisten D. Theodorſich) Fabricius aus Anholt in Westphalen, dem kühnen Feld- und Reiseprediger Philipp des Grossmüthigen, der es wagte ihm und seinem Hofgeistlichen wegen der berüchtigten Doppelehe heftige Vorwürfe zu machen und der deshalb(1540) seines Vermögens beraubt und ins Gefängniss geworfen wurde. Allerdings könnte dafür sprechen, dass Theodor F., der damals Diaconus in Cassel war, 1533 mit noch einem Prediger zur Bekämpfung der Wiedertäufer von dem Landgrafen nach Münster geschickt wurde und vier Monate lang daselbst gegen sie predigte und disputirte, bis man beide zwang die Stadt zu ver- lassen; wie dies durch das Zeugniss gleichzeitiger Schriftsteller(z. B. von Herm. Hamelmann, Opera Gen. Hist. p. 1206. 1218) feststeht. Aber wenn man auch einen Grund ersinnen könnte, warum er um 1541, als er entweder noch im Gefängniss war oder nach demselben in einem Grenzorte wie Bolland(er hatte Gönner im Jülich'schen) eine Zuflucht mochte gefunden haben, sich veranlasst sah seinen Namen theilweise zu verändern: was hätte ihn bewegen können, sich in derselben pseudo- nymen Weise 9 Jahre später bei dem Frankfurter Rath um das Rectorat an der Barfüsserschule zu bewerben? Denn Theodor F. war inzwischen 1544 Professor der Hebräischen Sprache zu Witten- berg und(unter Luthers Decanat) Doctor der Theologie, dann kurz darauf Pastor zu S. Nicolai und Superintendent in Zerbst geworden; als solcher starb er 1570. Freilich könnte man sich wohl denken, warum der unruhige streitlustige Mann, der auch in Zerbst schwere Kämpfe zu bestehen hatte, sich von dort wieder weggewünscht hätte; aber der falsche Name im R.-P. und B.-B. könnte doch nur daraus erklärt werden, dass man ihn in Frankf. den Titeln der beiden eingesandten Lateinischen Gedichte entnahm, ohne auf den richtigen zu achten, welcher in seinen Werken über die Hebräische Grammatik(Cöln 1531 und Basel 1545) zu finden war. Dies ist möglich, aber nicht eben wahr- scheinlich. Alles in allem genommen werden wir die Ideutificirung nur für eine unglückliche Combination oder für ein Versehen von Driver halten, der jedenfalls darin irrt, dass er den F. einen Hessen nennt, und am besten thun, einstweilen den Mag. Joh. Fabricius Bolandus, der ein Buch über die Wiedertäufer schrieb, und den Dr. Theodor Fabricius aus Anholt, welcher gegen die Wieder- täufer in Münster predigte, für zwei durchaus verschiedene Personen zu halten.— Auch wie sich


