Aufsatz 
Zur Geschichte des Gymnasiums : 1. Beitrag
Entstehung
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desselben Jahres, vermuthlich nachdem jener Reformplan nicht durchzubringen gewesen war, um seinen Abschied und um eine Stipendienunterstützung zur Fortsetzung seiner Studien anhielt. ²⁹) Der Rath gewährte ersteren nicht sogleich, sondern versuchte zu unterhandeln und liess sich, als Theobald bei seinem Gesuche beharrte, ³⁰) auch auf die letztere nicht weiter ein, als dass er ihm zu dem am 9. Jan. 1550 bewilligten Abschied 25 Thaler verehrte. ³¹) Hieraus geht einerseits hervor, dass man nicht in unfreundlicher Weise sich trennte, anderseits, was auch an sich wahrscheinlich ist, dass Sylvius, noch ein junger Mann war, der in der Art wie Nesenus fortgieng, und von dem es leicht möglich ist, dass, wenn er sich der Leitung der Schule nicht gewachsen gefühlt hatte, er doch später wieder bei ihr angestellt wurde. Dennoch scheint dies nicht der Fall gewesen zu sein, obwohl Lersner sagtSylvius stehet noch 1556 in der Function. ³²) Ich kann nichts weiter von ihm nachweisen, als dass er 1555 für den Rath ein In- strument gegen das Leonhardsstift abfasste(wofür er 6 Thaler erhielt) und später mit dem Bürgerrecht beschenkt wurde, dass er dann 1556, nachdem er vergebens dem Rath seine Dienste angeboten hatte, ein Jahr lang, unter Beibehaltung seines hiesigen Bürgerrechts, als Notar beim kaiserl. Cammergericht fungirte(oder fungiren wollte),

liches Bedenken, wie die Lateinische Schul wohl einzurichten seye, nämlich: Theobaldus Sylvius, Zacharias Monzerus und Joannes Acontius; unterschrieben sichludi litterarii moderatores. Da weder das R.-P. noch das B.-B. etwas von diesem Antrag erwähnen, müssen wir annehmen, dass die Verordneten denselben gar nicht an den Rath gebracht haben. Worauf er gerichtet war, wissen wir nicht, vermuthlich auf Wiederherstellung der früheren seit 1547 veränderten Zustände.

²*) 12. Dec. 1549. R.-P.Eowaldus Oswald Rector zu den Barfüssern bittet eine Zeit lang um Urlaub und jährliche Steuer zu seinen fürgenommenen Studiis; B.-B.Als Ewalden Oswalts Suppli- cation verlesen, darin er um Erlaubniss und um weitere Hilfe zu seinen Studiis bittet, soll man hiezwischen Dienstag(17. Dec.) bedenken, und sich seiner Gelegenheit bass erkundigen.

*) 24. Dec. 1549. B.-B.Als itzunder von wegen Theobald Oswalts wieder Anregung beschehen und erzählt, was man sich seines fürhabenden Studii halben bei ime erkundigt: ist beschlossen, dass man ime den gebetenen Urlaub geben und seines Dienstes erlassen soll. Soviel die gebetene Steuer und Unterhaltung belangt, ist bedacht und beschlossen: dieweil ein E. R. nit wissen möge, welchermassen er Theobaldus seine Studia anrichten oder wohin er sich begeben werde, dass ime noch zur Zeit nichts zu geben oder zuzusagen sei, sunder ime ein Zeitlang zuzusehen, wie er sich anlassen und haben woll, und alsdann nach Gelegenheit gegen ime handeln.

²¹) B.-B.Als verlesen, was Eobaldus Oswalt Schulmeister zu den Barfüssern zu seiner Ent- schuldigung fürgewandt und nochmals gebeten wie in jüngster seiner Supplication: soll man ime zu seinem Abschied semel pro semper 25 Thaler verehren.

*) Lersner I. 2, 93. Wenn Ritter Ev. Denkm. p. 435 sagt, 1553 sei Sylvius von der Schule abgekommen und Hartm. Beyer das Rectorat angetragen, so ist dies eine offenbare Verwechslung mit 1550. Vergl. Steitz im Archiv I, p. 177.

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