Aufsatz 
Über die Bestimmung der Entfernung der Sonne von der Erde, insbesondere durch die Venusvorübergänge
Entstehung
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gnädig gefügt, zur treueſten Liebe gegen unſern Kaiſer, der in den ſchwerſten Tagen dem deutſchen Volke als ein leuchtendes Vorbild vorangeſchritten auf dem Wege der Chre und Pflicht, zur Dankbarkeit gegen Alle, die zum Gelingen des großen Werkes der Vertheidigung und Einigung des Vaterlands beigetragen haben, daß er in unſerm Herzen entzünden müſſe unvergängliche Liebe, ja Liebe bis zum Tode füͤr König und Vaterland. In das Hoch, welches er zum Schluſſe ausbrachte auf den treuen Vater des Volkes, den Wahrer deutſcher Ehre, den Mehrer des deutſchen Reiches, unſern hochgeliebten Kaiſer, ſtimmte die zahlreiche Feſtverſammlung jubelnd und begeiſtert ein. Am 2. September ſelbſt wurden die Schüler zum Feſtgottesdienſt geführt und betheiligten ſich auch an dem impoſanten Feſtzuge, welcher ſich am Nachmittage durch die Stadt nach dem Wertchen bewegte, wo unter allgemeinſter Betheiligung der Ein⸗ wohnerſchaft durch Feſtrede, Geſang und Feuerwerk Deutſchlands Ehrentag gefeiert wurde.

Bald nach den Herbſtferien, welche vom 15. September bis zum 4. October währten, nämlich vom 11. 14. November, unterzog der Herr Provinzial⸗Schulrath Dr. Rumpel die Anſtalt einer eingehenden Reviſion, auf Grund deren das Königl. Provinzial⸗Schulkollegium trotz der vielfachen Störungen, welche in den letzten Jahren durch einen ungewöhnlich häufigen Lehrerwechſel und die lange Vakanz der Direktorſtelle herbeigeführt wurden, ſich in einer die Thätigkeit des Lehrerkollegiums ſehr anerkennenden Weiſe von dem inneren Zuſtande der Schule befriedigt erklärt hat.

Die Weihnachtsferien währten vom 22. Dezember 1873 bis zum 3. Januar 1874. Der Geburtstag Seiner Majeſtät des Kaiſers und Königs mußte, da er auf einen Sonntag fiel, ſchon am vorhergehenden Tage von der Schule gefeiert werden und zwar, da der Anſtalt noch immer eine Aula fehlt, in dem großen Stadtbauſaale. Der Geſang: Lobe den Herrn, den mächtigen König der Ehren, an welchen ſich ein vom Direktor geſprochenes Gebet anſchloß, eröffnete die Feier. Hierauf folgte ein Salvum fac regem und die Deklamation mehrerer patriotiſcher Gedichte. Die Feſtrede, welche der ordentliche Lehrer Herr Weſſel hielt, wies die Verdienſte der Hohenzollern um Deutſchlands Wieder⸗ geburt nach. Zum Schluß ſang der Schülerchor: Unſer Kaiſer Wilhelm lebe!

Nachträglich ſei hier noch erwähnt, daß der Berichterſtatter infolge einer Mittheilung an die Schüler über die Noth der durch die Ueberſchwemmung heimgeſuchten Bewohner der Oſtſeeküſten als Ertrag einer von Lehrern und Schülern veranſtalteten Sammlung die Freude hatte, an das Central⸗ Comité in Berlin die Summe von 38 Thlr. einſenden zu können.

II. Die Lehrer.

Das Schuljahr 1873/74 iſt, was den Lehrerwechſel betrifft, für unſere Anſtalt ein ſo glück⸗ liches geweſen, wie noch keines. Während derſelbe in den vorangehenden Jahren ein ungewöhnlich häufiger, ja die Leiſtungsfähigkeit der Schule geradezu gefährdender war, kann ich zu meiner Freude berichten, daß wir in dieſem Jahre auch nicht den Abgang eines einzigen Lehrers zu beklagen gehabt haben; ebenſo war der Geſundheitszuſtand des Collegiums ein günſtiger, ſo daß wir in dieſer Beziehung auf das abgelaufene Arbeitsjahr nur mit Dank zurückblicken können. Zu Michaelis wurde der Can⸗ didat der Theologie, Herr Cornelius, welcher ſeit dem 2. November 1871 die achte Lehrerſtelle auf⸗ tragsweiſe verwaltete, auf ein halbes Jahr beurlaubt, um ſich in Marburg auf das Examen pro facultate docendi vorzubereiten. Da er ſpäter erklärte, daß er bis Oſtern ſein Ziel nicht erreichen könne, ſo ſah ſich das Curatorium veranlaßt, für eine anderweitige Verſehung ſeiner Stelle Sorge zu tragen. Herr Pfarrer extr. Ewald, welcher ſchon früher der Anſtalt ſeine Kraft bereitwillig gewidmet

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