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in Conjunction oder am weiteſten von der Erde befand und bemerkte, daß jene Austritte ſich allmählich von der kleinſten Entfernung von der Erde an verſpäteten, bis ſie endlich hier den größten Unterſchied mit den Berechnungen, nämlich 16 Minuten 26 Secunden erreichten oder um ſo viel ſpäter eintraten. Römer ſchloß hieraus, daß dieſes die Zeit ſei, welche das Licht braucht, um die doppelte Entfernung der Erde von der Sonne oder den Durchmeſſer der Erdbahn zu durchlaufen. Nach dieſer Conjunction nähern ſich die Erde und der Jupiter einander, die Eintritte werden wieder ſichtbar und nehmen allmählich zu oder ſie treten, mit den Vorausberechnungen verglichen, immer früher ein. Iſt der Jupiter in Op⸗ poſition oder iſt derſelbe der Erde am nächſten, befindet ſich alſo die Erde zwiſchen dem Jupiter und der Sonne, ſo tritt der erſte Trabant ebenſo viel früher in den Schatten des Jupiters als der Austritt in der Conjunction ſpäter erfolgte, nämlich 16 Minuten 26 Secunden. Römer beobachtete endlich noch, daß wenn der Jupiter 90⁰° von der Sonne oder in mittlerer Entfernung von der Erde ſich befindet, gleichgültig ob er öͤſtlich oder weſtlich ſteht, die Verfinſterungen mit den Vorausberechnungen ſehr genau übereinſtimmen.
Etwa 50 Jahre ſpäter bemerkte der engliſche Aſtronom Bradley, welcher Beobachtungen zur Beſtimmung der Parallaxe des Sternes 7 im Kopfe des Drachens machte, daß dieſer Stern im Laufe eines Jahres den Ort am Himmel in einer gewiſſen regelmäßigen Weiſe etwas veränderte. Bradley beobachtete dieſe Erſcheinung auch bei allen andern Fixſternen und fand, daß dieſelben jährlich Ellipſen beſchreiben, deren große Axen oder der Unterſchied der größten und kleinſten Abweichung 40,5 Secunden beträgt, während die kleine Axe immer mehr abnimmt, je näher der Stern der Ekliptik ſteht, ſo daß für diejenigen Sterne, welche in der Ekliptik liegen, die Ellipſe in eine gerade Linie übergeht, für die in der Nähe des Poles der Ckliptik aber die Ellipſe faſt ein Kreis iſt. Bradley nannte dieſe Ver⸗ änderung Aberration oder Abirrung und erklärte ſie auf folgende Weiſe: Beobachtet man durch ein Fernrohr einen Stern, ſo gebraucht der Lichtſtrahl eine gewiſſe, wenn auch kleine Zeit, um die Länge des Rohres zu durchlaufen, ehe er ins Auge kommt. Während dieſer Zeit hat aber die Erde, alſo auch das Fernrohr ebenfalls einen kleinen Raum durchlaufen, folglich trifft der Lichtſtrahl das Ocular⸗ glas nicht in deſſen Mittelpunkte, ſondern etwas ſeitwärts, folglich muß man dem Fernrohr, wenn der Lichtſtrahl das Auge treffen ſoll, eine etwas andere Richtung geben und zwar nach der Seite hin, nach welcher die Erde ſich bewegt. Dieſer Winkel, um welchen das Fernrohr bei der Ankunft des Licht⸗ ſtrahles im Auge von der frühern Richtung, wo der Lichtſtrahl das Objectivglas erreichte, abweicht, heißt Aberrationswinkel, deſſen Größe durch das Verhältniß der Geſchwindigkeit der Erde zu der des Lichtes beſtimmt iſt.
Iſt v die Geſchwindigkeit der Erde, V die des Lichtes und der Aberrationswinkel, ſo iſt, wenn man die mittlere Entfernung der Sonne von der Erde zu 20 Wällionen Meilen annimmt:
E 2 3,982 tang a, V 41000 5 41 alſo der Aberrationswinkel oder die Aberrationsconſtante«= 20,38 ‧. Wird nun der Aberrations⸗ winkel möglichſt genau gemeſſen, ſo läßt ſich durch dieſen und durch die Geſchwindigkeit der Erde die Geſchwindigkeit des 3 Lichtes auf folgende Weiſe beſtimmen. Iſt V die Geſchwindigkeit des Lichtes in der Secunde, v= 3,982 geogr. Meilen die der Erde und die Aberrationsconſtante= 20,445“, ſo iſt:
5= tang 20445“ 4


