Aufsatz 
Bericht über die Jahrhundertfeier der Realschule der israelitischen Gemeinde Philanthropin zu Frankfurt a.M
Entstehung
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5.

Verzeichnis der mit der Anstalt verbundenen Stiftungen und der im Laufe des Jahr- hunderts veröffentlichten Pr ogramm-Abhandlungen(von Oberl. Dr. Michel) anschliesst. Dieser 208 Seiten Text gr. 80 umfassende Teil ist mit acht Tafeln geschmückt. Die erste, als Gedenkblatt den Eingang des Buches bildend, zeigt die Porträts des Gründers der Schule, Siegmund Geisenheimer, und der vier Direktoren, Hess, Stern. Baerwald, Adler, ferner je eine bildliche Darstellung des früherens) und des jetzigen Schulgebäudes; auf sechs weiteren Tafeln sind die Porträts von 44 bereits ver- storbenen Lehrern und Lehrerinnen der Sc hule, auf einem achten diejenigen von sechs Stiftern J. Rütten, A. S. Maas, D. Höchberg, B. H. Goldschmidt. E. Höchberg, und L. Lotmar dem Text beigefügt. Alle diese Tafeln sind von den beiden Zeichenlehrern der Anstalt, Tafel 1 und 2 von Herrn P. F. Fay, 3 bis 8 von Herrn A. Galliner, in äusserst geschmackvollen künstlerischen Umrahmungen entworfen.

Den zweiten Teil 464 Seiten nebst illustrativen Beilagen bildet eine Sammlung von sieben wissenschaftlichen Arbeiten aus verschiedenen Wissensgebieten, behandelt von Oberlehrern der Anstalt, und zwar: 1. Formol als Konservierungsmittel für Schulsammlungen von Oberlehrer Blum(gest. 1903) 2. Theorie der Flächen mit ebenen und sphärischen Krümmungslinien von Oberlehrer Dr. H. Dobriner (gest. 1902). 3. Die Sonnenflecke von Prof. Dr. Theob. Epstein. 4. Der Religions- unterricht am Philanthropin im ersten Vi ierteljahrhundert seines Bestehens von Prof. Dr. Kuttner. 5. Adverbien und adverbiale Redensarten im Neufranzösischen. Ein Beitrag zur französischen Stilistik von Prof. J. Herz. 6. Uber Shakespeares Kaufmann von Venedig von Oberlehrer Dr. Cohn. 7. Die Geschichte der Juden- gasse in Frankfurt a. M. mit zahlreichen IIlustrationen im Text und mehreren Licht- drucktafeln von Prof. Dr. J. Kracauer.

Als Einleitung zu der Jahrhundertfeier veranstaltete derVerein ehemaliger Schüler des Philanthropins zu Beginn der Festwoche, am Abend des 9. April, eine Vorfeier in sämtlichen Räumen des Zoologischen Gartens. Imn wahren Sinne des Wortes vermochte der weite Saal mit seinen Nebenräumen kaum alle Teil- nehmer zu fassen, die in gehobener Feststimmung an den Reden und den in vollendeter Weise gebotenen Veranstaltungen sich erfreuten. Besonderen Beifall fand ein von einer grossen Anzahl früherer Schülerinnen ausgeführter Tanz (Menuett, Gavotte, Empiretanz und Jubiläumswalzer), sowie ein von dem ehe- maligen Schüler Max Herrscher verfasstes FestspielPhilanthropie, in welchem neben andern ehemaligen Zöglingen(Emma Bello, Fritz Schmitt, Siegfried Höxter) der Verfasser selbst sich als vielversprechenden Jüúnger der beiden Schwesternkünste, Dichtung und Schauspiel, vorstellte.

Am nächsten Tag, Sonntag den 10. April, wurde die Jubiläums-Ausstellung von dem Vorsitzenden des Ausstellungs-Ausschusses, Prof. Dr. Epstein, in Gegenwart einer grossen Zahl von Eingeladenen erôffnet. In fünf geräumigen Klassenzimmern des ersten Stocks des Schulgebäudes untergebracht, bot sie ein bemerkenswertes Stück hundertjähriger Kulturarbeit in äusserst übersichtlicher Anordnung dar, die als

*) im Compostellhofe.

Die Festtage. a) Vorfeier.

b) Ausstellung.