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III. Chronik.
Das Schuljahr begann am 23. April und schliesst am 27. März. Der herkömm- liche Frühlings-Ausflug fand am 13. Mai statt. Am 14. Juni fiel wegen der an diesem Tage stattgehabten Berufszählung der Unterricht aus.
Die patriotischen Gedenktage wurden in diesem Jubiläumsjahre besonders festlich begangen. Einen Vorläufer bildete die kurz vor Schluss des vorigen Schuljahres abge- haltene Feier des achtzigsten Geburtstages des Fürsten Bismarck, bei welcher in allen Schulklassen auf die unsterblichen Verdienste dieses grossen Staatsmannes um die Be- gründung der Einheit und Machtstellung unseres Vaterlandes hingewiesen wurde.
Am Sedantage fand ein Schauturnen sämtlicher Klassen der Realschule und höheren Mädchenschule statt, die Festrede hielt der Direktor über die segensreichen Folgen der Gründung des deutschen Reiches für Deutschland und den Frieden Europas.— Der 25 jährige Gedenktag der Proklamierung des deutschen Reiches wurde in beiden Schulen gesondert durch Gesang, Deklamation und geeignete Ansprache gefeiert. Zwei Schüler der Realschule erhielten bei diesem Anlass je ein Exemplar des infolge Allerhöchster Bewilligung der Schule überwiesenen Th. Lindner'schen Buches„Der Krieg gegen Frankreich und die Einigung Deutschlands“ in Anerkennung ihrer Leistungen als Geschenk, ein dritter würdiger Schüler erhielt ein von dem Herrn Unterrichtsminister zu diesem Zweck übersandtes Exemplar der von dem General von Mischke bei der Enthüllung des Kaiser Friedrich-Denkmals auf dem Schlachtfelde von Wörth gehaltenen Festrede.
Auch in der Mädchenschule wurden 2 Exemplare des Th. Lindar' schen Buches an besonders gute Schülerinnen zum Andenken an den Tag übergeben.— Der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs wurde durch Gesang und Deklamation gefeiert, die Festrede hielt Herr Oberlehrer Dr. Kuttner: über Vaterlandsliebe und Königstreue als Gebote der jüdischen Religion. Die Geburts- und Sterbetage der beiden ersten deutschen Kaiser wurden als patriotische Gedenktage in hergebrachter Weise gefeiert.
Im Schuljahr 1894/95 fand die mündliche Prüfung am 25. März 1895 unter dem Vorsitz des Herrn Geheimen Regierungs- und Piovinzial-Schulrats Kannegiesser, am darauf folgenden Tage unter dem Vorsitz des Direktors statt. Von den 39 Primanern, welche in die Prüfung eingetreten waren, haben dieselbe alle bis auf einen bestanden, dem auf Grund seiner schriftlichen Prüfungsarbeiten in der am 16. September unter dem Vorsitz des Herrn Geheimrats Kannegiesser stattgehabten mündlichen Prüfung die Reife zuerkannt wurde. Als Vertreter des Schulrats fungirte bei den Reifeprüfungen Herr Dr. med. Blumenthal.
Die schriftliche Prüfung zum Ostertermin 1896 fand in den Tagen vom 13. bis 17. Februar statt. Die Aufgaben waren: 1. Deutscher Aufsatz: Welche Umstände ermög- lichten Friedrich dem Grossen im siebenjährigen Kriege den Erfolg. 2. und 3. je eine Übersetzung Französische und Englische. 4. Drei mathematische Aufgaben:


