Aufsatz 
Einweihung des neuen Schulgebäudes
Entstehung
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Nachdem die von dem Hochbau-Amt gewünschten Planveranderungen, namentlich

die Verlegung des Zeichensaales in das dritte Obergeschoſs, vorgenommen waren, wurde nach Bewilligung der Baukredite durch Stadtverordnetenbeschlufs die Ausführung des Baues dem Unterzeichneten definitiv übertragen. Die Arbeiten wurden im Februar 1901 begonnen und so betrieben, daſs die Gebäude schon am 20. Oktober 1902 in Benutzung genommen werden konnten.

Das neue Schulgebäude liegt im Nordwesten der Stadt an der Ecke der Hansa- Allee und der Fürstenbergerstraſse. Die beiden Straſsen laufen in einem spitzen Winkel zusammen; um jede schiefwinklige Raumbildung im Inneren zu vermeiden, ist mit Umgehung einer Eckausbildung das Hauptgebaude parallel zur Fürstenbergerstraſse, dagegen das Dienstwohngebaude in die Flucht der Hansa-Allee gestellt. Der vermittelnde Ausgleich ist in erfolgreicher Weise durch einen Verbindungsgang erreicht, welcher nicht zum wenigsten zur Erzielung eines malerischen Gesamtbildes beiträgt.

Bei der Stellung der Gebäude ergab sich die Lage des Turnhofes als in der Achse der Turnhalle an der Fürstenbergerstrafse liegend von selbst, während der Schulhof und Spielplatz auf der Nordseite längs der Klassenzimmer angeordnet wurde. Die übrige Um- gebung ist mit gärtnerischen Anpflanzungen und botanischem Garten ausgefüllt und das ganze Grundstück mit entsprechender Einfriedigung eingefaſst.

Das Haus ist durchweg unterkellert. Der Keller enthâlt neben dem Heizraum für vier Kessel die Raâaume für Kohlen und Koks, für Umformer und Accumulatoren- batterie, sowie für die elektrische Beleuchtung, aufserdem die Ventilator- und Luftkammern, endlich einen vom Schulhof zugänglichen Raum zum Abstellen der Fahrräder. Gröſsere Schwierigkeiten boten die umfangreicheh Betonfundierungen, die des weichen Lettebodens wegen sich als notwendig erwiesen.

Der Haupteingang zum Schulhaus führt von der Hansa-Allee aus durch eine offene Halle in ein geraumiges, helles Vestibül von nahezu 100 dm Grôöſse. Die Decke wird von Polierten Granitsäulen getragen, die den Bindruck des Ganzen wesentlich steigern.

In der Achse dieses Haupteinganges führt die dreiarmige massive, in Granit und Ilaustein ausgeführte Haupttreppe bis vor die im zweiten Oberstock liegende Aula. Aufser dieser Haupttreppe ist am Ende des Klassenflügels noch eine durch alle Stockwerke gehende Lauftreppe, ebenfalls in Granit, angeordnet, welche einesteils einen Ausgang nach dem Hofe hat, andernteils in Verbindung mit dem an der Fürstenbergerstrafse angelegten Nebeneingang steht.

In der Verlängerung des durchgehenden, wandelgangartigen Flurs, welchem noch ausgebaute Garderoben vorliegen, gelangt man zu der Turnhalle mit Nebenräumen; daran anstoſsend liegen die Schüleraborte, welche übrigens auch in unmittelbarer Verbindung mit dem Schulhofe stehen. Von dem Vestibül führt noch ein zweiter Ausgang nach dem Schulhofe und der gegenüberliegenden Schuldienerwohnung. Auſser den vorerwähnten Räumen be- finden sich im Erdgeschofs das Zimmer des Schuldieners, ein Kartenzimmer, das Lehrer- und das Konferenzzimmer und fünf Klassenzimmer, ferner nach Süden das naturwissen- schaftliche Lehrzimmer mit dem Zimmer für die naturwissenschaftliche Sammlung, schliefs- lich noch zwei Aborte für die Lehrer.