Aufsatz 
Einweihung des neuen Schulgebäudes
Entstehung
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dar aus vollem Herzen einstimmt in den Gedanken des Liedes:Deutschland, Deutsch- land über alles!

Fest gegründet stehen die Pfeiler, auf denen dieser prächtige Bau ruht. Ebenso fest werden die geistigen Fundamente der Anstalt sein, wenn das Lehrerkollegium auch in Zukunft bei seiner Arbeit die Gewissenhaftigkeit betätigt, die es bisher ausgezeichnet hat, und sich bei allem seinem Tun und Lassen von dem einen Beweggrunde leiten läſst, der den schweren und entsagungsvollen Beruf des Schulmannes zu einem wahrhaft beglückenden macht, von der Liebe zu der ihm anvertrauten Jugend.

Ich bin beauftragt dem Lehrerkollegium für die in rastlosem Streben bewiesene Pflichttreue heute den Dank und die Anerkennung der Königlichen Staatsregierung zu übermitteln. Die Behörde hat aber geglaubt diesem Danke auch einen aufseren Ausdruck leihen zu sollen und deshalb eine Auszeichnung an Allerhöchster Stelle erwirkt. Seine Majestät der Kaiser und König hat Ihnen, verehrter Herr Direktor Baier, in Anerkennung der Hingabe und Umsicht, mit der Sie der Anstalt ihr ehrenvolles Ansehen zu erhalten und zu mehren und das volle Vertrauen der Eltern dauernd zu sichern verstanden haben, den Roten Adlerorden vierter Klasse huldvollst verliehen. Aber auch dem durch die ernste Auffassung seines Amtes und durch sein langjähriges treues Wirken wohlverdienten Senior des Lehrerkollegiums, Herrn Professor Dr. Berch, ist die gleiche Ehre zu teil geworden. Ich übergebe den beiden Herren hiermit die Insignien des Ordens.

Und so lassen Sie mich denn, hochgeehrte Anwesende, mit dem Wunsche schlieſsen, dafs die Anstalt in dem neuen Hause blühe und gedeihe für und für. Möge in ihr stets ein arbeitsames und arbeitsfrohes Geschlecht heranwachsen, das nie vergiſst, dafs es noch höhere Güter gibt als die, so man rechnet, wägt und zählt, ein Geschlecht, das fest wurzelt in Religion und guter Sitte, fest wurzelt auch in der Liebe zu König und Vaterland, in der Treue gegen Kaiser und Reich, ein Geschlecht, das dermaleinst im Dienste der Nation, wenn es not tun sollte, zu den schwersten Opfern bereit ist! Das walte Gott!

Der Direktor gab zunächst den freudigen Gefühlen Ausdruck, die an diesem Tage alle Glieder der Anstalt erfüllten. Er sagte etwa folgendes:

Lasset uns freuen und fröhlich sein, so rufen auch wir heute. Ein-Tag der Freude ist gekommen für unsere Schule, für alle, die dieser Gemeinschaft angehören. Das Ziel, das wir seit Jahren verfolgten, das erst in ungewisser Ferne lag und dann immer näher und greifbarer vor unser Auge trat, jetzt haben wir es erreicht. Autf freier Hôhe, weithin sichtbar als ein Wahrzeichen dieses aufblühenden Stadtteils, steigt der prächtige Bau empor, der von nun an die Stätte unseres Wirkens und Schaffens sein soll. Es dehnen sich im Innern die luftigen Hallen und Flure, die räumigen Lehrzimmer. Und zum ersten Male ist es uns vergönnt, im eignen Hause unsere hohen Vorgesetzten, die Vertreter der staat- lichen und städtischen Behörden, die Eltern unserer Schüler, die Freunde und Gönner unserer Anstalt zu gemeinsamer Feier mit uns vereinigt zu sehen. Wir fühlen uns erhoben und gestärkt durch die warme Anteilnahme, die sich in dem Erscheinen so vieler verehrter Gäste sichtbarlich kundgibt.

Er sprach dann seinen tief empfundenen Dank aus für alle die freundlichen Wünsche, die der Anstalt und ihren Lehrern zu diesem Tage dargebracht seien. Das Wohlwollen, das ihnen in so reichem Maſse bezeugt werde, solle für sie ein erneuter Antrieb sein, in