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Das plötzliche Fallen der Tageskurve nach einer Mahlzeit,*) besonders nach dem Mittag- essen, habe ich ausser den angeführten Beispielen übrigens öfters bemerkt. Nur einmal habe ich das Gegenteil beobachtet; es war dies am 7. Aug. 1881.
7. Aug. 1881; e= 4 m; a= 300;= 0o; Beobachter: Metz.
No. der Be- 8 ½ Uhr 1 12 Uhr1 Uhr obachtung. Vorm. 10 ⁄ Ur(vor Tisch)(nach Tisch) 1 2,8 2,4 2,6 3,1 2. 2,1 2,9 2,5 3,1 3. 2,5 3,4 2,3 2,8 4. 2,0 3,4 2,3 2,7 5. 3,1 3,4 2,5 2,8 6. 2,8 2,7 2,6 3,1 7. 2,9 2,3 2,9 3,1 8. 2,8 2,5 3,1 3,0 9. 2,7 2,4 3,1 2,8 10. 32 25 3,0 2,9 Mittelzahlen 2,69 2,79 2,69 294
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Ich glaube aus den angeführten Beobachtungen folgern zu dürfen, dass die Grösse der pseudoskopischen Ablenkung bei ein und demselben Beobachter veränderlich ist, auch wenn die physikalischen Bedingungen dieselben pleiben, und dass diese Veränderung höchst wahrscheinlich mit einem Wechsel in den psychischen Zuständen des Beobachters zusammenhängt. Wenn nun nach Zöllners Ansicht die Täuschung überhaupt psychischen Ursprungs ist, so darf wohl auch, da unsere psychischen Zustände im allgemeinen sehr veränderlich sind, eine Konstanz der pseudo- skopischen Ablenkung nicht erwartet werden, und es dürften deshalb obige Beobachtungen als eine Stütze für die Richtigkeit jener Theorie zu betrachten sein.
Da viele Personen in psychischer Hinsicht durch das Wetter mehr oder weniger stark beeinflusst werden, so lag nach den soeben angeführten Beobachtungen die Vermutung nicht fern, dass vielleicht der durch das Wetter bedingte Wechsel der psychischen Zustände des Beobachters in einer Veränderung der Täuschung zum Ausdruck kommen könne. Ich selbst habe nun einen solchen Einfluss des Wetters niemals an mir beobachten können, muss allerdings auch einräumen, dass ich mich höchst selten durch das Wetter psychisch beeinträchtigt fühle. Dagegen habe ich mit einem anderen Beobachter, der in seiner Gemütsstimmung von dem Wetter abhängig zu sein behauptete, an 9 verschiedenen Tagen Beobachtungen angestellt und in der That einen Unterschied bemerkt.
*) Diese Beobachtungen erinnern an ähnliche Versuche, welche von Exner über die persönliche Gleichung der Astronomen gemacht wurden. Derselbe suchte den Zusammenhang der physiologischen Zeit mit dem Temperament und sonstigen Eigenschaften zu ermitteln, indem er dieselbe bei möglichst verschiedenen Individuen an einem Registrierapparat bestimmte. Es zeigte sich aber, dass sehr phlegmatische Personen durchschnittlich eben so rasch auf Eindrücke reagieren wie andere. Bei einem 77-jährigen Greise war zwar die physiologische Zeit anfänglich bedeutend grösser als bei den anderen Beobachtern, aber dieser Unterschied glich sich zum grossen Teil qurch fortgesetzte Ubung aus. Auch Genuss von Thee und Morphium hatte keinen nachweisbaren Einfluss; nur ein Versuch mit Rheinwein gab positive Resultate, indem durch die Ein- Vverleibung von zwei Flaschen dieses Getränkes die verbrauchte Zeit von 0,19 auf 0,29“ gesteigert wurde. (Vgl. Wundt, Grundzüge der physiolog. Psychologie. S. 769).


