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ging, und mit physikalischen Beobachtungen wohl vertraut waren, konnten häufig keine gut unter- einander übereinstimmende Zahlen erhalten. Vor allen Dingen muss das Auge nicht ermüdet sein und sich in nicht zu geringer Entfernung vom Apparate befinden, damit man die ganze Figur mit einem Blicke bequem übersehen kann. Viele Beobachter geben sich beim Betrachten der Figur nicht vollständig der Täuschung hin, fixieren mehr oder weniger die Abstände der beiden Längsstreifen von einander an den beiden Enden links und rechts und erhalten damit eine geringere Ablenkungszahl, als wenn sie die ganze Figur auf einmal, ohne einzelne Punkte zn fixieren, betrachtet hätten. Gut übereinstimmende Zahlen habe ich gewöhnlich dann erhalten, wenn ich den mittleren Längsstreifen fixierte und die beiden anderen im indirekten Sehfeld hatte, Man hat dann deutlich den Schein von der Richtung dieser Linien und kann den Mittelstreifen güt dazu einstellen. Diese Art des Beobachtens habe ich besonders in dem Falle anwenden müssen, wenn die Längsstreifen zur Verbindungslinie der beiden Augen nicht mehr parallel oder senkrecht stehen.
In folgendem erlaube ich mir nun meine bis jetzt angestellten Beobachtungen mitzu- teilen; dieselben sind sämtlich bei binokularer Betrachtung angestellt, wenn nicht anders ange- geben. Die angeführten Zahlen drücken die Verschiebung des beweglichen Messingstückes über den Nullpunkt der Skala in Millimetern aus. Man erhält daraus den Ablenkungswinkel † nach der Formel:„ tang H=—,
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worin h die abgelesene Zahl und 7 den Abstand der beiden Drehpunkte des Mittelstreifens, wenn dieser auf Null steht, nämlich 128 mm. bedeutet. Es möge ferner bezeichnen: e die Entfernung des Beobachters vom Apparate, ⁊ den Winkel, welchen die kleinen Querstreifen mit ihrem Hauptstreifen bilden, 6 den am unteren Gradbogen abgelesenen Winkel, wenn nämlich dem ganzen Appa- rate eine Neigung nach rechts gegeben wurde. Dieser Winkel ist bei horizontaler Stellung der Längsstreifen gleich Null. a den Abstand des oberen resp. unteren Längsstreifens von dem Mittelstreifen(die Mittellinien), wenn diese drei Streifen objektiv parallel sind. Dieser Abstand be- trug bei allen Messungen, wenn nicht anders angegeben, 35 mm.
1. Der individuelle Einfluss auf die Stärke der pseudoskopischen Ablenkung.
Ubereinstimmend mit den Beobachtungen Zöllners habe auch ich gefunden, dass die Grösse der pseudoskopischen Ablenkung ganz wesentlich durch die Individualität des Beobachters beeinflusst wird. Unter möglichst gleichen Umständen habe ich bis jetzt mit etwa 50 Personen ver- schiedenen Alters und Geschlechtes Beobachtungen angestellt und dabei eine grosse Verschieden- heit in der Stärke der Täuschung bemerkt. Die Mittelzahlen aus je 10 Beobachtungen lagen bei den verschiedenen Beobachtern gewöhnlich zwischen 2,o und 4 e, oder, im Winkelmass ausge- drückt, zwischen= 0 53 43“ resp.= 1 ⁰47 244, wenn
a= 35 mm
e= 125 em
2à= 30⁰ war. 8= 00
Ich hatte ursprünglich die Absicht, derartige Messungen auf möglichst viele Personen auszudehnen, um daraus nachher gewissermassen statistische Resultate zu erzielen. Ich zweifle keinen Augenblick daran, dass eine solche Statistik zu ganz interessanten psychologischen Ergeb- nissen führen würde, aber ich habe von dieser Aufgabe zurückstehen müssen, weil ich bis jetzt zu wenig Beobachter gefunden habe, bei denen die Zahlen einer Beobachtung unter sich befrie- digend übereinstimmen. Bei den meisten Personen ist das Urteil über den subjektiven Paralle- lismus der Linien so unsicher, und die Zahlen einer Beobachtung stimmen unter sich so wenig überein, dass ich es für zu gewagt halte, hieraus irgend welche berechtigte Schlüsse abzuleiten.
Dagegen kann ich als vollkommen sicher konstatieren, dass die Täuschung auch bei ein und derselben Person unter möglichst gleichen physikalischen Bedingungen nicht konstant bleibt,


