Aufsatz 
Rede über Friedrich Ludwig Jahn am Geburtstag Sr. Maj. Wilhelm II. an die in der Turnhalle versammelte Jugend Arolsens
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ſchwingt ſich Jahn in den von allem Zierat entblößten Siegeswagen, erzählt in behaglicher Breite, wie dieſe Roſſe von Corinth, ihrem urſprünglichen und rechtmäßigen Orte, von dem römiſchenWürger Mummius nach Rom, dann auf weiterer Irrfahrt von dem Vandalenkönig Geiſerich nach Karthago, von Beliſar nach Byzanz, von dem Herzog Dandalo nach Venedig, von dem Korſen nach Paris entführt worden ſeien, und hofft, daß ſie nun auf dem nächſten Wege über Venedig zu ihremGeburtslande gelangen, um einſt die Hauptſtadt des befreiten Griechenlands zu ſchmücken. Seine wortreiche Rede aber durchtönt ein Grundgedanke: Fluch den Tyrannen, Heil dem Volk, das für die Freiheit kämpft des Vaterlands, der Welt!

Sobald das Wetter vorüber i*ſt, iſt derfreie Staatsbeamte wieder in Berlin, unermüdlich für deutſches Volkstum, deutſche Sprache und vor allem für ſeine geliebte Turnkunſt wirkend; das nicht unbedeutende Heiratsgut ſeiner Frau gibt er für ſie hin; 1000 Turner hat er im Jahre 1816 um ſich verſammelt. Und wenn auch eine Zeit lang der finſtere Geiſt der Unfreiheit, der Zwietracht Jahn und ſein Werk in Feſſeln ſchlug, er blieb dem Vaterland, ſich ſelbſt, dem König treu bis zum letzten Hauch.

Was der Sänger Aug' erſchaut, was die Beſten unſeres Volks erſehnten, der Welten⸗ frühling, der kommen muß, wie Winter Wonn' und Nacht das Licht gebiert, kommt nicht mit einem Schlag. Mächtiger als früher und in ſtets weiteren Kreiſen regt ſich der Feind des neuen Reichs, ſogar im eignen Land und in Germanenvölkern. Drum wollen heute wir uns enger ſchließen, Groß und Klein, Väter und Mütter und ihr, das jung aufwachſende Geſchlecht, wir alle wollen, im Wohl auch des Geringſten das eigne Heil erblickend, ein einig Volk, entwickeln alle Kraft, ein Haupt, ein Arm, ein Schlag. Ja:

Treu dem Guten wollen wir Doch, wenn's muß, dann, heil'ger Geiſt, Ewig einig uns ergeben, Hoch entflamm die Frühlingskinder, Liebend alles, was wir hier Allvereinet, vollbereit,

Schau'n in flücht'gem Scheine ſchweben, Allem Böſen Überwinder!

Mit Gott Sieg oder Tod! So denken wir, ſo denken unſere Fürſten, ſo denkt Wilhelm II. Und ſo rufen wir: Se. Majeſtät Kaiſer Wilhelm II. lebe hoch!!!

XNN