Aufsatz 
Rede über Friedrich Ludwig Jahn am Geburtstag Sr. Maj. Wilhelm II. an die in der Turnhalle versammelte Jugend Arolsens
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Friedrich Ludwig Jahn

am Geburtstag

Sr. Majeſtät Wilhelms II.

an die in der Turnhalle verſammelte Jugend Arolſens

von Oberlehrer Dr. Menk. 1396.

Am Alpenhang im wintertoten Wald wie leuchtet's auf, an allen Enden des Erdballs, wo uns Volksgenoſſen leben, ein Weihetag! Die Glocken künden's, die Flaggen hoch, in Sang und ernſtem Wort wird's laut in manchen Hallen, und um die alten, ſturmzerriſſ'nen Fahnen der junge Schlag, das ganze Heer in frohem Waffenſpiel loht's auf: Heil uns, dem deutſchen Volk, dem neuen Reich, dem Zollernſohne Heil, Wilhelm II., der ſeine ganze Kraft und hohen Thatendrang uns, ſeinem Volke, weiht!

Noch iſt der Jubelruf nicht voll und rein, von fremdem Einfluß ungetrübt, noch immer gellt aus dem Qualm und Lärm der Großſtadt der Verzweiflung Notſchrei, Hohngelächter trotz aller Sorge für die Armen, Fluch allem, was uns heilig iſt, Gott, Ehe, Heimat, Vaterland! Des Wahnſinns Stimme iſt's, die fordert, daß alle Dinge gleichgeteilt von einem völlig gleich⸗ gemachten Herdenvolk genoſſen werden. Wir wollen ſie beachten, und allen, die noch lieblos, ſinnentrunken, der flücht'gen Dinge Maß verkennen und Bedeutung, ſoll es ein Weckruf ſein, doch die Beſorgnis, daß, kaum entſtanden, unſer Reich von finſt'rer Macht zertrümmert werden ſollte, muß jedem ſchwinden, der ſchauend aus der Schöpfung Wunderzeichen erkennt, wie ſtets in wechſelndem Gebild das Licht die Nacht durchbricht und wie vor allen Völkern des Erdballs wir, das Germanenvolk, zum Höchſten ſind berufen. Die Richtung aber, in der wir uns ent⸗