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b. Zeichnen.
III. Kl. 2 St. Im Sommer Elementarübungen; im Winter Kopieren und Vergrößern von Ornamenten ohne Schatten. 1 16
II. und l. Kl. 2 St. Ornamenten⸗, Blumen⸗, Thier⸗ und Landſchaftszeichnen mit Schatten. Die I. Klaſſe ſchattirte menſchliche Figuren und die vorgerückteren Zöglinge malten Paſtellſtücke.
Anmerkung. Von Klaſſe II. und I. hatten 18 Seminariſten wöchentlich 2 Stunden Unterricht im gewerblichen Zeichnen, und es wurde das geometriſche Zeichnen, darſtellende Geometrie, Schattenkonſtruk⸗ tion, Ornamenten⸗ und Fachieichnen betrieben. Der verehrliche Centralvorſtand des Naſſauiſchen Ge⸗ werbevereins reichte dazu die Mittel dar. Becker.
c. Muſik. 1. Geſang.* III. Kl. 2 St. Die Elemente des Geſanges, einzeln und verbunden. Uebungen im Treffen der Intervalle; leichte mehrſtimmige Lieder. 1 St. Choralgeſang. Memoriren ausgeſuchter Melodien. II. und I. Kl. 2 St. Mehrſtimmige Lieder, Geſänge, Motetten ꝛc. ꝛc., für Chor und Solo. II. und I. Kl. 1 St.„ Chorgeſang mit und ohne Orgelbegleitung. Memorieren der gebräuchlichſten Choral⸗ III., II. und I. Kl. 1 St.] melodien; mehrſtimmige Choräle. I. Kl. 1 St. Anleitung zum Ertheilen des Geſangunterrichtes in der Elementarſchule und praktiſche Verſuche mit Kindern.— Das Vorſingen wurde in der Kirche und bei den Schulandachten geübt.
2. Orgel. III. Kl. 2 St. in 2 Abth. Ausgewählte leichte Shorale: Pedalübungen. II. Kl. 2 St. in 2 Abth. Die gebräuchlichſten Choräle mit Pedal; leichte Orgelſtücke. I. Kl. 2 St. in 2 Abth. Fortgeſetztes Choralſpiel mit Pedal; verſchiedenartige Orgelſtücke.— Bekanntmachung mit den weſentlichen Theilen der Orgel; Belehrung über den Gebrauch der Regiſter. Außerdem übten ſich die Zöglinge aller Klaſſen privatim regelmäßig auf der Orgel. Bei den Mor⸗ gen⸗ und Abendandachten verſahen die Seminariſten der I. Klaſſe abwechſelnd den Organiſtendienſt. . 3. Clavier. III., II. und I. Kl., jede 2 St. in 2 Abth. Einüben von Handſtücken, Sonaten, Etüden ꝛtc. ꝛc., ausgewählt nach der Fertigkeit der Einzelnen. 4. Violine.
III., II. und I. Kl., jede 1 St. Uebungsſtücke, der Fertigkeit jeder einzelnen Abtheilung entſprechend. Streich⸗ quartette mit den Geübteren, ſowie Tonſtücke für Violine und Orgel. Feye. d. Gymnaſtik.
Der bisherige Exercier⸗Unterricht mußte im Laufe dieſes Schuljä hte⸗ ausgeſetzt bleiben.
Dagegen kam unter freigebigen Genehmigungen Herzoglicher Landesregierung ſeit dem 17ten Auguſt ein förmlicher Turn⸗Unterricht zu Stande, welchen Herr Zimmermann Geolg Schweighöfer dahier in vier wöchentlichen Stunden, ſelbſt auch im Winter, ertheilte. Der Apparat für das Winterturnen iſt im großen Saale aufgeſtellt. Der Ernſt, die Tüchtigkeit und Beſonnenheit des Turnlehrers verdienen alle Anerkennung.
3. Disciplin.
Die Haltung der Seminariſten, worüber hier berichſet werden ſoll, verdient entſchieden alles Lob; Fleiß, Geradheit, Gehorſam und vertrauensvolle Willfährigkeit gegen die Lehrer machten ſich in erfreulicher Weiſe geltend. Straffällige jugendliche Uebereilungen und Unbeſonnenheiten ereigneten ſich nur ſehr wenige, und dieſe waren meiſt von ſehr unterge⸗ ordneter Bedeutung, wie ſie denn auch alle mit aufrichtiger Buße geſühnt wurden; ſodaß bis zur Stunde zwiſchen Lehrern und Zöglingen das wohlthuendſte Band des Zutrauens beſteht.
Um aber dieſer zu mißtrauensvoller Kritik leider ſo ſehr geneigten Zeit nichts zu ver⸗ ſchweigen, ſelbſt das nicht, was eigentlich in ein Programm gar nicht gehört, ſo ſei bemerkt, daß zu Anfang des Sommerſemeſters im Seminargebäude am Beſitzthum eines Zöglings eine Geld⸗ wen diu verübt worden iſt. Die ſofort angeordneten ſorgfältigen Unterſuchungen und Maß⸗ regeln lenkten den Verdacht der Thäterſchaft ſtets mehr von den Zöglingen des Seminars ab.
4 Geſundheitszuſtand.
Derſelbe war leider ein bald durch ernſtere, bald durch gelindere, bald durch vereinzelte, bald durch maſſenhafte Erkrankungen der Zöglinge geſtörter. Ein Zögling erſter Klaſſe war


