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VII.
Welche Anlagen zeigen die Taubſtummen? Sind ſie lebhaft in ihren Geberden? Können ſie ſich dadurch Andern leicht verſtändlich machen? Verſtehen ſie die Geberden ihrer Angehörigen? Haben ſie Mittheilungs- und Uachahmungstrieb oder zeigen ſie Blüdſinn?
In Betreff der geiſtigen Anlagen ſtehen die Taubſtummen im Allgemeinen nicht hinter den Hörenden. Man findet bei ihnen dieſelbe Verſchiedenheit der Fähigkeiten, wie bei den Voll⸗ ſinnigen. Manche Taubſtummen bringen ausgezeichnete Geiſtesanlagen mit zur Schule, die ebenſo vortheilhaft entwickelt werden können, wie die der Hörenden. Zeugniß geben davon die nicht geringe Zahl von Taubſtummen, die ſich wirklich eine hohe Geiſtesbildung erworben haben. Viele haben ſich als Gründer von Taubſtummen-Anſtalten, als Taubſtummenlehrer, als Schriftſteller, als Beamte, als Künſtler ꝛc. ausgezeichnet. Auch der Gründer der Taubſtummen⸗Anſtalt zu Cam⸗ berg, Hofrath Freiherr von Schütz, war ein Taubſtummer.
Im Beſonderen ſind jedoch Taubſtumme, deren ganzes Nervenſyſtem durch ſchwere Krank⸗ heiten mehr oder weniger zerrüttet worden iſt, ſehr gering beanlagt, und bei andern iſt in vielen Fällen mit der Taubheit gänzlicher Blödſinn verbunden.
Wir haben ſehr gut beanlagt.... 25 Taubſtumme. „„ gut beanlagt... 2 151 7 „„ ziemlich gut beanlagt.... 102 7 „„ gering beanlagt..... 73„ „„ ſehr gering beanlagt oder blödſinnig.. 30„
381 Taubſtumme.
VIII.
Haben die Caubſtummen Alnterricht in der Ortsſchule genoſſen? Wie lang? Mit welchem Erfolge?
Die Ortsſchule haben nicht beſucht.... 176 Taubſtumme. „„„ mit gutem Erfolg beſucht. 411, „„„„ ziemlichem Erfolg beſucht. 45„ „„„„ geringem Erfolg beſucht.12143 2 „„„ ohne Erfolg beſucht... 547„ „„„„ Angabe des Erfolgs. 46„
381 Taubſtumme.
Vor der Gründung der Taubſtummen⸗Anſtalt zu Camberg iſt in unſerem Lande wohl ſelten ein taubſtummes Kind zur Ortsſchule geſchickt worden; noch bis in die neueſte Zeit war man von der irrigen Anſicht befongen, daß derartige Kinder nichts daſelbſt lernen könnten. Daher kommt es auch, daß wir unter 381 Taubſtummen über 100 beſitzen, die nicht eine Spur von Unterricht in der Ortsſchule genoſſen haben. Seitdem man jedoch dieſen Unglücklichen mehr Auf⸗ merkſamkeit zu gewendet, und zu ihrer Erziehung und Unterweiſung viele Anſtalten errichtet hat,


