Aufsatz 
Baalbek
Entstehung
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in fast losgelöstem Hochrelief heraus. So liebte es der Geschmack der Römer, wie uns die Büsten der Silberschüsseln von Bosco reale und Hildesheim zeigen.

Die imposante Freitreppe im Osten war schon früher von einer arabischen Curtine eingenommen worden, und im Jahre 1395 nahm ein wuchtiger Geschützturm von ihrer Südostecke Besitz. Dahinter sind auch schon früh fast alle Säulen des Pteron und Pronaos verschwunden.

Durch die Freilegung der Treppe kommt jetzt die Schönheit der tiefen Vorhalle und der berühmten Cellatüre wieder zur Geltung. Der herabgesunkene Schlussstein des Türsturzes ist wieder ge- hoben, und der entstellende Backsteinpfeiler, der ihm lange als Stütze gedient hatte, wieder beseitigt worden, sodass die Gesamt- wirkung nicht mehr gestört wird. Die Türumrahmung trägt aus- gesuchten Schmuck: Im Profil bemerkt man zwischen trennenden Leisten zwei Friese mit stilisiertem Laubwerk; da wechseln Korn- ähren mit Mohnköpfen und Trauben mit Weinlaub, während zierliche Putten neckisch dazwischen hervorblicken. Von der Unterseite des Türsturzes schaut auch zwischen Guirlanden tragenden Eroten wieder der Adler herab, das Kerykeion in den Fängen. Dies ist wie im Tempel des syrischen Hösn Suleiman das Abzeichen des Türhüters Hermes. Mit Recht darf diese Türe neben der der Nordhalle im Erechtheion genannt werden: Sie bildet das Kleinod von Baalbek. Zu ihrer Rechten ist über dem Gurt auf einem Fries ein Opferzug dargestellt: Die Siegesgöttin schreitet am Altar vorüber mit dem Palmzweig, es werden Opfer- tiere herangeführt und allerlei Spenden dargebracht. Auf der gegentberhegenden Seite ist die Bosse für das Priesband angelegt, aber nicht zur Ausarbeitung gebracht worden. Unterhalb des Gurtbandes sind durch die Ausgrabungen kleine Pforten auf beiden Seiten der Türe sichtbar geworden, die den Zugang zu den im Mauerkern zum Dach emporführenden Treppen geben. Bei anderen Tempeln, z. B. in Girgenti, waren diese Treppenzugänge seither nur von innen bekannt.

Da das Haus des Südens seinem Bewohner vor allem Schutz gegen die Sonnenstrahlen bieten soll, so legten die Alten auch auf Helligkeit in der Tempelcella, im Hause der Gottheit, keinen sonderlichen Wert: Durch die weitgeöffnete Prunktüre unseres Tempels aber ergossen sich Lichtfluten, deren blendende Fülle wir Nordländer ja überhaupt erst im Süden recht verstehen lernen, in den Tempelraum. Seine Ausschmückung war die eines Fest-