Aufsatz 
Baalbek
Entstehung
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dieser bedeutsamen Stelle, an der Wasserscheide zweier Flüsse, entstand Baalbek. Der Nahr el Asi(Orontes) umklammert von dort her den Libanon auf der Nordseite, um in der Gegend der Ruinenstätte von Seleukia, des Hafens der alten Weltstadt An- tiochia, zu münden, während der Nahr el Litani(Leontes) sich nach Süden wendet, und nachdem er wilde und schwer zugängliche Schluchten passiert hat, nördlich von Tyr(Tyrus) das Meer erreicht. Rajjak, die Station der französischen Eisenbahn in der Bekaa, ist demnach ein natürlich gegebener Mittelpunkt für den Verkehr des Landes: Ostwärts steigt von dort die Damaskusstrasse an den Höhen des Antilibanon empor, um dann, dem Laufe des Nahr el Barâda folgend, die vegetationsreiche Ghuta, die Oase von Damaskus, zu gewinnen.

Nördlich von Rajjak bildet die anbaufähige Hochebene der Bekaa die Durchgangsstrasse von Tyrus über Baalbek und Homs (Emesa) nach der Wüstenoase Palmyra im Osten und nach dem reichen Aleppo im nördlichen Syrien. Wohlbedacht ist daher die jetzt nur bis Hama reichende Bahnlinie als Vollbahn gebaut, weil sie einst berufen sein wird, bis Aintab fortgeführt, mit der Bagdad- bahn durch die Syrischen Tore die Verbindung von Palästina und Syrien mit Kleinasien und Puropa herzustellen und nach Südosten den Anschluss dieser Länder an das einer verheissungsvollen Zu- kunft entgegensehende Mesopotamien zu bewerkstelligen.

Da die Bekaa im Winter keineswegs schneefrei ist, gedeiht zwar dort die Palme nicht mehr, aber das Land ist fruchtbar, und zahllose Ruinen erinnern an seine einstige Blüte. Heutzutage wird der Ackerbau, wie in den meisten Ländern türkischer Herr- schaft mit Ausnahme weniger, rationell bewirtschafteter Grossgüter (Tschiftlick), auch hier nur in roher Weise ausgeübt. Die Gegend ähnelt daher mehr einer Steppe. Auf den ausgedehnten Weide- flächen werden Kamele gezüchtet, und man begegnet im Frühjahr überall Herden von Fettschwanzschafen und langohrigen Ziegen, die im Sommer die höher gelegenen Gebirgsmatten aufsuchen.

Wo aber Wasser in grösserer Menge vorhanden ist, erfreut sich das Auge an baumreichen Oasen. So ragen denn auch am Westrande des Antilibanon, etwa 27 km von Rajjak in 1170 m Meereshöhe aus einem Kranze mächtiger Silberpappeln, Erlen und Weiden die Wahrzeichen Baalbeks hervor: die sechs Riesensäulen der Akropolis.

Die heutige Stadt Baalbek zählt etwa 5000 Uunrchner, worunter ein Drittel Christen sind. Sie macht aber mit ihren fensterlosen,