Chronik.
Aus dem Schluſſe des Schuljahres 1885/86 iſt folgendes nachzutragen.
Am 2.— 6. März 1886 fand die ſchriftliche Entlaſſungsprüfung für das Winterſemeſter 1885/86(vergl. IX. Progr. S. 30) ſtatt. Die Themata waren folgende:
Deutſcher Aufſatz: Warum nennt die Geſchichte Friedrich II. den Großen?
Franzöſiſches Exercitium aus Friedrichs d. Gr. Histoire de mon temps chap. II.
Mathematiſche Aufgaben: a) Ein Heuhaufen in Geſtalt eines abgeſtumpften Kegels iſt 7,85 m hoch und hat an der Baſis 6,24 m, oben 1,75 m Durchmeſſer. Wieviel Heu enthält er, wenn 1 kg Heu einen Raum von
8 Kubikdecimetern einnimmt?— b) 41 4 11 3—— 2; 5*— 42345. c) Ein gegebenes Trapez AB0D
in ein gleich großes Quadrat zu verwandeln.— d) In einem Schornſtein von 55 m Höhe befindet ſich ein Längsriß. Um die Ausdehnung desſelben zu beſtimmen, ſind die drei Elevationswinkel x nach der Spitze des Schornſteins, y nach dem Anfang und 2² nach dem Ende des Riſſes gemeſſen und zwar X= 540 8/36⁄%„ y= 440 49/6⁄ und z= 410 21/ 46 gefunden worden. Wie lang iſt der Riß?
Naturwiſſenſchaftliche Arbeit: Die wichtigſten mineraliſchen Produkte des Lahnthals und deren Verwendung.
Landwirtſchaftliche Arbeit: Die Eigenſchaften und die Bewirtſchaftung des Sandbodens.
Am 22. März fand ein öffentlicher Schulaktus zur Feier des Geburtstages Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs ſtatt; die Feſtrede hielt Hr. Gotthardt ũüber den deutſchen Zollverein und ſeine politiſchen Wirkungen). Zum Schluß der Feierlichkeit empfing der Abiturient Heinrich Schmidt als Prämie den dritten Teil von Stadelmanns Werk„Preußens Könige in ihrer Thä⸗ tigkeit für die Landeskultur“(Publikationen aus den preußiſchen Staatsarchiven XXV. Band), welchen Se. Excellenz der Herr Miniſter für Landwirtſchaft, Domänen und Forſten der Anſtalt zu dieſem Zwecke überwieſen hatte.
Am 29. März folgte die mündliche Prüfung der Abiturienten, bei welcher als Kommiſſar der Königl. Staatsregierung Herr Regierungs⸗, Schul⸗ und Konſiſtorialrat Riſch von Wiesbaden, als Vertreter des Kuratoriums Herr Bürgermeiſter Farr in Weilburg fungierte. Der Abiturient Schmidt, welcher an einer Rippenfell⸗Entzündung erkrankt war, wurde auf Grund ſeiner guten ſchriftlichen Arbeiten von der mündlichen Prüfung entbunden; die ſechs übrigen beſtanden dieſelbe und erhielten das Zeugnis der Reife(mit der wiſſenſchaftlichen Befähigung für den einjährig⸗frei⸗ willigen Militärdienſt). Ihre Namen ſind folgende:
47. Heinrich Schmidt, Sohn des verſtorbenen Landwirts Wilhelm S. zu Reichenborn im Oberlahnkreiſe, geb. 24. April 1866, aufgenommen in V am 20. April 1881;
48. Friedrich Roſenkranz, Sohn des Gerbermeiſters Eduard R. bei Weilburg, geb. 9. Nov. 1869, aufgenommen in V am 16. April 1879;
49. Otto Kinzenbach, Sohn des Bergverwalters Karl K. in Weilburg, geb. 28. Aug. 1868, aufgenommen in V am 16. April 1879;
50. Wilhelm Henkel, Sohn des verſtorbenen Domänenpächters Georg H., geb. 6. Febr. 1866 zu Betzigerode, Kr. Fritzlar, aufgenommen in III am 3. April 1883;
51. Karl Schönwetter, Sohn des Förſters Johann S. zu Drommershauſen im Ober⸗ lahnkreiſe, geb. 6. Jan. 1867, aufgenommen in V am 31. Okt. 1881;
52. Karl Schneider, Sohn des Dr. Konrad S., Direktors der landwirtſchaftlichen Lehr⸗ anſtalt zu Worms, geb. 10. Aug. 1867, aufgenommen in III am 15. Okt. 1883;
53. Theodor Moritz, Sohn des Grubenbeſitzers Heinrich M. in Weilburg, geb. 18. Sept. 1866, aufgenommen in III am 18. Sept. 1882.


