Aufsatz 
Zur Statistik der preußischen Landwirtschaftsschulen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Schulnachrichten.

Die Landwirtſchaftsſchule zu Weilburg, an Stelle des 1876 aufgehobenen Königl. landwirt⸗ ſchaftlichen Inſtituts zu Hof⸗Geisberg bei Wiesbaden begründet und am 10. Oktober 1876 eröffnet, reſſortiert vom Königl. preußiſchen Miniſterium für Landwirtſchaft, Domänen und Forſten und iſt der Königl. Regierung zu Wiesbaden unterſtellt. Außerdem beſteht für dieſelbe ein Kuratorium, deſſen gegenwärtige Zuſammenſetzung folgende iſt:

1. v. Wurmb, Königl. Regierungspräſident in Wiesbaden, Vorſitzender;

2. Riſch, Königl. Regierungs⸗, Schul⸗ und Konſiorialrat in Wiesbaden;

3. Wendelſtadt, Königl. Geh. Regierungsrat in Kaſſel, Delegierter des landwirtſchaft⸗ lichen Zentralvereins für den Regierungsbezirk Kaſſel;

4. Graven, Gutspächter in Sieglar bei Troisdorf(Rbz. Köln), Delegierter des Vereins naſſauiſcher Land⸗ und Forſtwirte;

5. Regierungsaſſeſſor Bindewald, kommiſſariſcher Landrat in Weilburg;

6. Schaum, Bürgermeiſter in Weilburg;

7. Moſer, Bürgermeiſter⸗Stellvertreter in Weilburg;

8. Rudolf Herz, Banquier in Weilburg;

9. Matzat, Direktor der Landwirtſchaftsſchule.

Die Anſtalt iſt organiſiert nach dem Reglement vom 10. Auguſt 1876 für die preußi⸗ ſchen Landwirtſchaftsſchulen,welche für ihre Zöglinge mit der Erlangung einer tüchtigen allge⸗ meinen und Fachbildung auch die Ernerhheg der Berechtigung zum Einjährig-Freiwilligen⸗Dienſt erſtreben. Sie beſteht demnach aus drei Fachklaſſen von Tertia aufwärts(III, II, 1) und zwei Vorſchulklaſſen(V, IV), jede mit einjährigem Kurſus.

Das Schuljahr läuft von Oſtern bis Oſtern. Regelmäßige Aufnahmen finden zu Oſtern und Michaeli ſtatt. Verſetzt wird aus V und IV nur Oſtern; dagegen von III aufwärts halb⸗ jährlich(zum Oſter⸗ und Herbſttermin), ſo daß Schüler, welche hier im Herbſt eintreten, auch wieder im Herbſt aufrücken, andere, welche in einem Jahre es nicht bis zur Verſetzung bringen, dieſelbe nach einem weiteren Halbjahr erreichen können.

Die Schüler der J. Klaſſe erhalten nach beſtandener Entlaſſungs⸗Prüfung ein ausführliches Zeugniß der Reife mit der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienſt.

Der Lehrplan der Anſtalt iſt folgender:

Vorſchule Landwirtſchaftsſchule

V IV III II I

1. Turnen. 1.... 2 2 1 1 1 2. Religion... 4. 2 2 1 1 1 Deutſch und eſciche.... 4 5 5 5 5 Geſang..... 2 2 2 2 2

3. Schreiben...... 2 Franzöſiſch...... 10 3 3 3 3 Latein.... 10 3 3 3

4. Naturwiſſenſchaften(incl. Geogr.)... 4 4 10 12 10 Landwirtſchaftslehre..... 4 4 6

5. Rechnen und Mathematik.... 4 4 5 4 4 Zeichnen.. 3... 2 2 2 2 2 zuſammen wöchentliche Stunden 32 34 36 37 37