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Rabbi Jizchaf, ging in die Synagoge, da sah er Chona, wie er überselste und Niemanden bei sich stehen hatte. Da sagte er zu ihm: das darfst du nichl;, so wie sie(die Thora) durch einen Mittler gegeben wurde, so müssen wir uns durch einen Mittler mit ihr befassen.“ Zur Vergleichung geben wir hier auch die lateinische Uebersetzung der Stelle, wie sie Vogel nach Winer anführt Sie lautet:„Samnel— contulit se in snagogam viditgue angelum ecclesiae legentem*) neminemgue jurta eum. fit illir hoc non licete data est enim ler mann mediatoris, ita manu qnogue mediatoris est tradenda.“ Vogel bemerkt hierzu:„Das heiszt doch wohl? der Engel nicht selbst soll lesen., sondern der med'ator, dor also als mediator angeéeli odeat angelorum anszuschen iste Gegen diese Auftassung müssen wir jedoch geltend machen, dasz sie in mehrfacher Beziehung auf Miszverständnisz beruhen dürfte. Von einem „Engel’ zunächst ist hier überhaupt gar keine Rede. Denn der hebräische Text bezeichnet denjenigen, welchen Rabbi Samuel in der Synagoge mit Vorlesen eDebersetzen) beschäftigt fand, mit dem Namen„Chonas. In diesem Namen aber ver-— mögen wir nur das nomen proprium eines Menschen zu erkennen. den Namen desjenigen nämlich, der in der Synagoge das Geschäft eines Vorlesers gerade verrichtete. An die Stelle des Eigennamens also hat der lateinische Metaphrast, offenbar um die Bezichung auf die betreffende Person zu verdeutlichen, die entsprechende appellative Bezeichnung— die eines angelus ecelesiae— treten lassen Das Wort angelus aber kann er hier unmöglich im Sinne von„Engel“ verstanden haben, was schon daraus hervorgeht, dasz er den fraglichen angelus nicht schlechthin als angel“s, sondern lediglich als angelus ccelesiae bezeichnet hat. Vielmehr ist das Wort gleichbedeutend mit„Bote“, wie es denn, seinem griechischen Etymon entsprechend, in der späteren
*) Der hebräische Text hat hier das Wort„übersetzen“. Eine wesentliche Abweichung hiervon ist das„legentem“ nicht. Denn das Vorlesen der Thora war, seit die Juden in der Diaspora lebten und die Sprache ihrer Väter graszentheils verlernt hatten, zugleich mit einem Uebersetzen des Vorgelesenen verbunden.


