Aufsatz 
Das 3. Kapitel des Briefes an die Römer : übersetzt und ausgelegt ; ein exegetischer Versuch / vom ... G. W. Matthias
Entstehung
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V. 6.

V. 7.

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lich, ſo daß mit Aufhebung des einen oder des anderen Momentes der Begriff ſelbſt als aufgehoben erſcheinen würde. Inſofern nun Gott Alle nach gleicher Norm ſeiner dlꝛ*, d. i. nach vollkommener dααοονν richtet, erſcheint er als d1½αοο: ½ν würde er alſo nur dann ſein, wenn das Gegentheil der Fall wäre. Nur als gerechter Gott aber vermag Gott die Welt zu richten: denn ein ungerechter Weltrichter iſt nach dem oben Bemerkten ein ſich ſelbſt aufhebender Begriff. Wäre alſo Gott, wie die Vorausſetzung des durch smel g rl. ausgeſpro⸗ chenen Satzes lautete, in dem Verhängen ſeines Zornes über die untreu gewordenen Juden ungerecht, ſo könnte hiernach unmöglich noch davon die Rede ſein, daß er was doch keinem Zweifel unterliegen kann die Welt richten werde. Der Beweis des 1)6oero iſt alſo durch das enel gOεννεr 6 9ε0 20 2600»; erbracht: aus der Unſtatt⸗ haftigkeit der Folgerung ergibt ſich die Unſtatthaftigkeit der Vor⸗ ausſetzung, und der geführte Beweis iſt ſomit ein apagogiſcher.

V. 7. Warum nun Gott, wenn die fragliche Annahme(el à⁶ινοs ein d εds c επνασαέςοσν τν 6ον) richtig wäre, nicht mehr im Stande ſein würde, die Welt zu richten, wird in dieſem und dem folgenden Verſe unwiderſprechlich nachgewieſen. Die Argumentation iſt alſo nur eine Ergänzung und ſpeziellere Darlegung deſſen, was mit dem Satze: enεl νυνεκε 6 ϑες 16ν vσσοον im Allgemeinen bereits bewieſen war, und das dieſelbe anknüpfendeao ſteht mithin nur erläuternd (=nämlich), nicht begründend(=denn). In lebhaft an⸗ ſchaulicher Rede zeigt der Apoſtel, wie Gott, wenn er die untreu gewor⸗ denen Juden um des ihn verherrlichenden Erfolges ihrer Untreue willen nicht mehr als Sünder richten wollte, überhaupt Keinen, deſſen Sünde gleichfalls einen ſolchen Erfolg gehabt habe, hinfort noch als Sünder würde richten können. Von der Bezugnahme auf die untreu gewordenen Juden geht er alſo hier zur Bezugnahme auf jeden beliebigen Menſchen, mithin vom Beſonderen zum Allge⸗ meinen über und beweiſt folglich den durch ànel 1oe rl. verneinten Satz auf analytiſchem Wege. Betrachten wir nun die Einzelheiten zunächſt des 7. Verſes.

Die Protaſis:&ldo aAdrosõ iſt parallel der Protaſis el de grrτνοιν im 5. Verſe. Ihrem Inhalt nach zeigt ſie ſich, wie dies der Zweck der Beweisführung forderte, ihrem Parallelſatze theils weſent⸗ lich gleich, theils weſentlich ungleich. Die Gleichheit beſteht darin, daß in dem einen wie in dem anderen Satze die Sünde als zu Got⸗ tes Verherrlichung dienend erwähnt und dieſer Erfolg der Sünde