Aufsatz 
Erinnerungen an Georg Michael Roth
Entstehung
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16 IX.

Dessen ungeachtet l ſst sich leicht nachweisen, wie man dazu kom- men könne, der Pattikel enim eine explanative Bedeutung beyzulegen. Die Realität eines Erfahrungssatzes nämlich wird, wie bereits bemerkt worden ist, durch Vorlegung der einzelnen Thatsachen, von welchen er abstrahirt ist, dargethan. Diese Thatsachen sind lauter Anschauungen, und stehen sonach gegen den allgemeinen Erfahrungssatz im Verhältnisse des Beyspieles zur Regel. Daher kommt es auch, dals man das enim hinter einem Erfahrungssatze*) recht wohl in explanativer Bedeutung nehmen und in solcher auch übersetzen kann(nichts weni- ger aber als nehmen und übersetzen muſs, wie Bremi behauptet), da der Satz auch so immer noch einen Sinn, obgleich einen ganz falschen (d. h. nicht den des Schriftstellers) hat.

X.

Denn man legt einem Worte von bloſs formalem Gehalte(wie die Partikel enim) eine offenbar falsche Bedeutung unter, sobald man in Bestimmung derselben auf den Inhalt oder den Stoff der durch ein Wort verknüpften Sätze Rücksicht nimmt. Dieser Stoff ist hinusichtlich auf den bloſs formalen Werth der Partikel ganz zufällig. Ob der Satz, mit welchem ein anderer als Grund verbunden wird, ein Erfahrungssatz ist, oder eine Thatsache charakterisirt, ist für den Gebrauch der Par- tikel, welche diese Art von Verknüpfung bezeichnet, völlig dasselbe. sie drückt den Kausalzusammenhang aus, sey die Beschaffenheit des in diesem Zusammenhang Verknüpften, welche sie wolle. Daſs in Grie- chenland andere Sitten als in Rom herrschen, ist durch die vorgelegten

einzelnen Anschauungen ganz 8o und eben so fest begründet, als die

*) Dielſs bestimmtere:hinter einem Erlahrungssatze ist Bremi's unbe- stimmtesoft'.