Aufsatz 
Einige mathematische Aufgaben aus dem Unterrichtsstoffe der Obersekunda und Prima des Gymnasiums : 1. Teil
Entstehung
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II. Mitteilungen aus den Verfügungen der vorgeſetzten Behörde.

Caſſel, 30. April 1900. Oberlehrer Heinrich Becker erhält die feſte Zulage.

Caſſel, 15. Juni. Die Einführung des 3. Nachtrags zum Normaletat in betreff der Ge⸗ hälter der techniſchen Lehrer wird gewünſcht.

Berlin, 4. Juli. Anfrage in betreff der Beſchränkung der Höchſtzahl der Schüler in den einzelnen Klaſſen.

Caſſel, 27. Auguſt. In die höheren Schuſen ſollen in der Regel nur zum Beginn eines Schulhalbjahres Schüler aufgenommen werden.

Caſſel, 3. November. Ein Exemplar des PrachtwerksDas Deutſche Kaiſerpaar im heiligen Lande im Herbſt 1898 wird aus Allerhöchſtem Dispoſitionsfonds als Prämie für einen be⸗ ſonders guten Schüler dem Gymnaſium überſandt.

Berlin, 20. Dezember. Die Abſchlußprüfung kommt in Wegfall; bei der Verſetzung nach Oberſekunda ſoll fortan lediglich nach den für Verſetzungen geltenden Grundſätzen verfahren werden.

Caſſel, 10. Januar. Anläßlich des 200jährigen Jubiläums des Königreiches Preußen am 18. Januar d. Is. werden 60 Exemplare eines farbigen Gedenkblattes zur Verteilung an Schüler zur Verfügung geſtellt.

Caſſel, 4. Februar. Zu Oſtern d. Js. iſt die Einführung neuer Lehrpläne der höheren Schulen mit folgenden Änderungen für die Gymnaſien beabſichtigt:

Lateiniſch. IV, III;, III,: 8 Stunden; III, Ia, Li, 7 Stunden.

Franzöſiſch. IIIa, IIIi,: 2 Stunden; III, Ia, ll: 3 Stunden.

Schreiben. Für Schüler der IV. und III. mit ſchlechter Handſchrift iſt beſonderer Schreibunterricht einzurichten.

III. Zur Geſchichte der Schule.

Das neue Schuljahr begann am 24. April. Am vorhergehenden Tage wurden die neuan⸗ gemeldeten Schüler, die nicht von einer berechtigten Anſtalt kamen, der vorgeſchriebenen Prüfung unterzogen. Im ganzen wurden 55 Schüler neu aufgenommen.

Mit Beginn des neuen Schul⸗Semeſters verließ uns der Wiſſenſchaftliche Hilfslehrer Alois Brunzel, nachdem er 4 Jahre mit großer Treue und Geviſſenhaftigkeit an unſerer Anſtalt erfolg⸗ reich gewirkt hatte, um die Verwaltung einer Oberlehrerſtelle an dem Königlichen Gymnaſium in Fulda zu übernehmen. Da gleichzeitig auf den Wunſch der vorgeſetzten Behörde die eine der beiden bisher hier beſtehenden Hilfslehrerſtellen in eine Oberlehrerſtelle umgewandelt wurde, ſo wurde der Wiſſenſchaftliche Hilfslehrer Wilhelm Eiſel vom 1. April 1900 ab zum Oberlehrer an dem hieſigen Gymnaſium ernannt. Über ſeinen Lebensgang macht er folgende Angaben: Wilhelm Eiſel, geboren am 25. März 1864 zu Eiſenbach, katholiſcher Konfeſſion, beſuchte von Oſtern 187483 das ſtädtiſche Gymnaſium zu Frankfurt a. M. und widmete ſich dann dem Studium der Philologie an den Uni⸗ verſitäten Würzburg, Berlin und Marburg. Nachdem er im Winter 188s8 die Staatsprüfung zu Marburg beſtanden hatte, legte er von Oſtern 1889 1890 das Probejahr am Kaiſer Friedrich Gymnaſium zu Frankfurt a. M. ab. Seitdem war er an mehreren höheren Schulen Frankfurts a. M., zuletzt an der Muſterſchule als Wiſſenſchaftlicher dilſslehrer thätig, bis er zum Oberlehrer an unſerer Anſtalt ernannt wurde.

Am 6. Mai beteiligte ſich das geſamte Gynunaſiume an der Feler der Enthüllung des ſtatt⸗ lichen Denkmals, das Kaiſer Wilhelm dem Großen aus freiwilligen Gaben des Unterweſterwald⸗ kreiſes in Montabaur errichtet worden iſt. Zur Nachfeier des für unſere Stadt denkwürdigen Tages unternahmen am folgenden Nachmittage die einzelnen Klaſſen mit ihren Lehrern Ausflüge in die Um⸗ gegend der Stadt.

Die übliche Turnfahrt ſämtlicher Klaſſen fand am 24. Juli ſtatt.