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stoßen, Gerwerfen und Ringen auf dem Altaracker statt. Es wurde in zwei Abteilungen— Altersgrenze der 17te Geburtstag— geturnt. In der älteren Abteilung errang sich die Wöhler- schule sämtliche vier ausgesetzte Preise, nämlich den ersten Heinrich Corell mit 39 Punkten, den zweiten Georg Hilsbos mit 35 Punkten, den dritten Fritz Halseband mit 34 Punkten, den vierten Fritz Himmelreich mit 34 Punkten. In der jüngeren Abteilung gewann die Wöhlerschule den 1. und 4. Preis, nämlich den ersten Philipp Schmalz mit 46 Punkten, den vierten Richard Kunze mit 44 Punkten. Die Schüler beteiligten sich außerdem an einer größeren Anzahl von Wett- kämpfen teils gegen andere Schulen, teils gegen selbständige Spielgesellschaften, die mit Ausnahme zweier unentschiedener Recontres sämtlich für die Wöhlerschüler siegreich verliefen.
Am 13. März 1897 veranstalteten die Schüler eine musikalisch-theatralische Aufführung in der Aula, welche solchen Beifall fand, daß sie am 14. und 16. desselben Monats wiederholt wurde. Der Sängerchor und das Schülerorchester führten unter Leitung des Herrn A. Morin auf: Ouvertüre zu der Oper»Iphigenie in Aulis⸗ von Gluck; Weihe des Gesanges, fünfstimmiger Chor, von Mozart; Impromptu in As-dur, vorgetragen auf dem neuen Flügel von dem Untertertianer Bruno Hellberger; Chorduette von Brahms und Abt, gesungen von Schülern der Sexta und Quinta; Vorspiel zum V. Akt der Oper»König Manfred«, von Reinecke; Scène de Ballet, von Ch. de Beriot, vorgetragen auf der Violine von dem Quintaner Walter Davisson; den Chor:»Die Ehre Gottes aus der Natur«, von Beethoven; Largo von Händel; Cavatine von Raff; Serenata von Moskowsky; Ungarischer Tanz No. 5(G-Moll) von Brahms; mehrere dieser Stücke in der Bearbeitung von Herrn A. Morin. Dann spielten die Schüler der oberen Klassen ein zum ersten Mal zur Aufführung gelangendes Schulspiel in Hans Sachs'scher Manier von V. V.: »Joseph, der Sohn Jakobs«, welches von Herrn Professor Dr. Veit Valentin eingeübt worden war. »Die Realgymnasiasten zeigten sich in der Behandlung der Instrumente sehr tüchtig, die Chöre klangen trefflich, und auch der dramatische Teil gelang aufs beste«(Fftr. Ztg). Der materielle Erfolg war derartig, daß mit Zuhülfenahme des im Programm von 1894 S. 27 erwähnten, durch frühere ähnliche Veranstaltungen gewonnenen Geldbetrags die Kosten für einen neuen für die Aula bestimmten Konzert-Flügel von Th. Steinweg Nachfolger nahezu gedeckt wurden. Den sämtlichen Mitwirkenden, vor allem den Herren Kollegen A. Morin und Professor Valentin, denen das Verdienst für das Zustandekommen dieser sehr ansprechenden Veranstaltung gebührt, den herzlichsten Dank.
Seit Ostern 1896 findet die Erhebung des Schulgeldes nicht mehr in der Schule, sondern durch die Steuererheber statt. Die verehrlichen Familien werden dringend ersucht, zu Anfang des Schuljahres genau durch die Schüler, bei den jüngeren am besten schriftlich, in der Schule angeben lassen zu wollen, wo sie die Erhebung des Schulgeldes wünschen; ob in der Wohnung, oder ob sie die Zahlung ohne irgend welche Anforderung bei der Steuerkasse selbst bewirken wollen; in letzterem Falle ist bei der Erklärung in der Schule die Bezeichnung„Kassenzahler“ zu wählen, während andernfalls nur die Wohnung bezw. Hebestelle anzuführen ist. Die Bezeichnung„Kassen- zahler“ ist nicht dahin aufzufassen, daß die Zahlung bei der Steuerkasse erfolgt, nachdem der Steuererheber vorher die Quittung präsentirt hat; bei den wirklichen Kassenzahlern findet keine Erhebung statt, vielmehr wird nach fruchtlosem Ablauf des Termins ohne Weiteres zur Mahnung geschritten. Bei denjenigen Zahlungspflichtigen, welche ihre Abgaben durch UÜbertrag auf das Conto der Frankfurter Bank regeln, hat der Vermerk„Conto der Prankfurter Bank“ Platz zu finden und zwar der Auffälligkeit wegen seitens der Schule in der von ihr einzureichenden Hebeliste mit roter Tinte.(Auszug aus einer Verfügung des Kuratoriums der höheren Schulen vom 5. Februar 1897).


