Aufsatz 
Reform des Elementarunterrichts in der Vorschule und Abschluß dieses Unterrichts in der deutschen Sexta. Eine pädagogisch-kritische Studie
Entstehung
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8. März 1897. Das Königliche Provinzial-Schulkollegium macht auf eine Ministerial- Verfügung vom 25. Februar 1897 petr. Anschaffung der Onckenschen Festschrift:»Unser Heldenkaiser« aufmerksam.

8. März 1897. Das Königliche Provinzial-Schulkollegium übersendet 48 Exemplare eines von dem Verlagsbuchhändler Dr. Parey geschenkten Facsimileabdrucks der von Kaiser Wilhelm I. genommenen Abschrift des Beckerschen Rhein- liedes.(Es sind die Exemplare an Schüler aller Klassen am 22. März 1897 verteilt und zwei Exemplare der Bibliothek einverleibt worden.)

13. März 1897. Das Kuratorium der höheren Schulen teilt die Genehmigung des König- lichen Provinzial-Schulkollegiums vom 9. desselben Monats mit, für den Sommer 1897 versuchs- weise den Unterricht in die Zeit von 7 bis 12 Uhr vormittags und etwa überschießende Stunden von 3 Uhr Nachmittags ab zu legen.

III. Chronik der Schule.

Das laufende Schuljahr begann am 13. April 1896 und schließt am 10. April 1897. Die Ferien dauerten zu Pfingsten vom 24. bis 27. Mai, im Sommer vom 5. Juli bis 3. August, im Herbst vom 20. September bis 5. Oktober, zu Weihnachten vom 23. Dezember 1896 mittags bis zum 6. Januar 1897. Der Unterricht fiel nachmittags der großen Hitze wegen am 5., 15. und 19. Mai 1896, zu Gunsten des Schlittschuhlaufens am 8. und 21. Januar 1897 aus. Am 22. Mai 1896 fand der übliche Sommerausflug statt.

Am Geburtsfeste Sr. Majestät des Kaisers und Königs hielt Herr Dr. Gentsch, am Sedantage Herr Professor Dr. Valentin, am 22. Mär⸗z 1897, der Janr- hundertfeier des Geburtstages Kaiser Wilhelms I., der Direktor die Festrede. Die Erinnerung an den Geburts- und Sterbetag Kaiser Friedrichs sowie an den Sterbetag Kaiser Wilhelms I. wurde durch Gesänge und Vorträge der Schüler in der Aula begangen. Am 10. Mai 1896, dem 25 jährigen Gedenktag des Abschlusses des Frankfurter Friedens, besuchten Se. Majestät der Kaiser und König und Ihre Majestät die Kaiserin und Königin unsere Stadt und wohnten der Enthüllung des Denkmals Kaiser Wilhelms I. bei. Die Wöhlerschule nahm mit ihren Fahnen an der Spalierbildung teil; eine Deputation der Lehrer und Schüler wohnte auf Einladung des Denkmal-Ausschusses der Feier am Denkmal bei; der Direktor erhielt eine Einladung zu dem seitens der Stadt Ihren Majestäten im Palmengarten dargebotenen Festmahl; das Wöhlerschulgebäude war äußerlich schön geschmückt und abends in den langen Fensterreihen seiner vier Stockwerke herrlich beleuchtet. Der auf das Fest folgende Tag wurde den Schülern frei gegeben, wie auch der Tag nach der Jahrhundertfeier zur Prinnerung an Kaiser Wilhelms I. Geburtstag. Ein glückliches Zusammen- treffen mit letzterem war die Pflanzung auf unserem Schulhof einer Steineiche(Quercus robur), die Se. Durchlaucht Fürst von Bismarck auf Ersuchen unseres Herrn Professor Dr. Richters der Wöhlerschule zur Vervollständigung ihrer botanischen Anpflanzungen hatte zugehen lassen. Möge der junge Eichbaum herrlich gedeihen und allen künftigen Generationen der Frankfurter Wöhlerschüler stets dankbar in die Erinnerung rufen, welch' große Segnungen Deutschland dem großen Kaiser Wilhelm und seinem großen Reichskanzler verdankt. Am 16. Februar 1897 wurde im evangelischen Religionsunterricht der einzelnen Klassen Melanchthons gedacht; Herr Professor Marx gab den evangelischen Schülern der Ober- klassen in der Aula eine eingehende Schilderung des Lebens und der Bedeutung desselben.

Im Schuljahr 1896/97 fanden zwei Reifeprüfungen statt; bei dem mündlichen Teile der ersten, am 9. September 1896, führte Herr Geh. Regierungs- und Provinzial-Schulrat Dr. Lahmeyer, bei der zweiten, am 25. März 1897, der Direktor den Vorsitz; an der ersten nahm

Herr Stadtpfarrer Geistlicher Rat Bahl, an der zweiten Herr Stadtrat Grimm als Vertreter des Kuratoriums teil.