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4. Die Creizenach⸗Stiftung iſt eine unſerer Schule zugehörige, unter Aufſicht des Schulrats ſtehende Stiftung. Sie iſt 1. eine Witwen⸗ und Waiſenkaſſe für die Hinterlaſſenen der dazu berechtigten Mitglieder des Lehrer⸗Kollegiums; 2. eine Hilfskaſſe für ſämtliche an der Schule wirkenden Lehrer und Lehrerinnen im Falle der Erkrankung oder bei körperlichen Leiden.
Dieſe Stiftung beſitzt bereits unter dem Namen B. H. Goldſchmidt⸗Stiftung eine denſelben Zwecken gewidmete Annex⸗Stiftung(ſ. Programm vom Jahre 1874, S. 63). Im Laufe dieſes Schuljahres iſt ihr eine neue Stiftung hinzugefügt worden. Aus Anlaß des am 9. März v. J. erfolgten Hinſcheidens der Frau Auguſte Sabel geb. Bechhold wurden nämlich von den Kindern der ſel. Perez und Auguſte Sabel'ſchen Eheleute, der Frau Martin Schwarzſchild geb. Sabel hier, der Frau Siegfried Landsberg geb. Sabel in Offenbach und den Herrn Ernſt, Paul und Friedrich Sabel in London am 15. April M. 2500, dann am 20. April eine gleiche Summe zu ehrendem Gedächtnis ihrer Eltern der Verwaltung der Creizenachſtiftung übergeben. Mit dieſen Beträgen als unangreifbarem Grundſtock wurde, entſprechend der von den Spendern getroffenen Beſtimmung, eine den Namen.
Perez und Auguſte Sabel'ſche Stiftung tragende Stiftung begründet und der Verwaltung der Creizenach⸗Stiftung unterſtellt. Die Stiftung ſoll an ihrem Teile die oben bezeichneten Zwecke der Creizenach⸗Stiftung fördern helfen; der Verwaltung der Creizenach⸗Stiftung ſoll die vollſtändig freie Verfügung hinſichtlich der Verwendung der Zinſen des Grundfonds, der eingehenden Geſchenke, ſowie der Zinſen der für den Grundfonds eingehenden Zuwen⸗ dungen zuſtehen. 3
Der Schulrat und die Verwaltung der Creizenach⸗Stiftung haben dieſe Stiftung angenommen und den edlen Spendern gebührenden Dank ausgeſprochen.— Frau Auguſte Sabel, deren Heimgang den Anlaß zu der Stiftung gegeben hat, war die Tochter des Lehrers an unſerer Schule Jacob Bechhold, geſt. den 13. Dezember 1862, und die Gemahlin unſeres am 30. März 1878 verſtorbenen Kollegen Perez Sabel. Jacob Bechhold lehrte an unſerer Schule 45 Jahre, von 1809 bis 1854, Perez Sabel 43 Jahre, von 1828 bis Oktober 1871, beide haben durch ihre langjährige, verdienſtliche Lehrthätigkeit weſentlich dazu beigetragen, den Ruf unſerer Schule zu begründen und zu erhalten; Frau Auguſte Sabel, ebenſo ihre Kinder und ihre hier lebenden Enkel waren Zöglinge unſerer Schule. Dieſem von dem Anfange unſeres Jahrhunderts bis auf unſere Tage ununterbrochen ſich hinziehenden Zuſammenhange der Familie mit unſerer Schule iſt durch die Pietät und den Edelſinn der Sabel'ſchen Kinder in der von ihnen begrün⸗ deten Stiftung ein ſchönes, bleibendes Denkmal errichtet worden, deſſen Pflege zum Beſten der Schule und im Sinne der Stifter eine Ehrenpflicht der Verwaltung der Creizenachſtiftung bleibt.
Eine weitere anſehnliche Zuwendung hat die Creizenach⸗Stiftung durch ein Legat des am 23. Mai 1884 verſtorbenen Herrn Dr. jur. Leopold Odrell erhalten. Derſelbe vermachte unſerer Stiftung letztwillig fünftauſend Mark, mit der beſonderen Beſtimmung, das jährliche Zinserträgnis dieſes Kapitals als Jahresbeitrag des Vermächtnisgebers und in deſſen Namen für den Zweck der Stiftung zu verwenden. Dem Namen des kinderlos dahingegangenen Mannes bleibt durch dieſe Spende in unſerm Kreiſe ein dankbares Andenken geſichert.
Die anderen für die Creizenach⸗Stiftung eingegangenen Gaben ſind weiter unten verzeichnet. Wir ſprechen allen Gebern im Namen der Schule unſern Dank aus.


