Aufsatz 
Die Lehre vom Gedächtnis mit besonderer Berücksichtigung der kindlichen Entwicklung
Entstehung
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Beerdigung fand unter Teilnahme der Schule, zahlreicher Freunde und ehemaliger Schüler am 12. Juni ſtatt. Der Unterzeichnete widmete dem heimgegangenen Kollegen und Freunde Worte der Liebe und der dankbaren Anerkennung. Sein Andenken lebt unter uns fort.

Am 8. Auguſt verſchied Frau Johanna Henriette Wolter geb. Schmidt. Sie wurde im Jahr 1843 an unſere Schule berufen, um dem Direktor in der Beaufſichtigung der Mädchenſchule zur Seite zu ſtehen und waltete dieſes Amtes mit treueſter Hingebung erfolgreich bis an ihr Lebensende, von allen, die ihre Berufstreue und ihren edlen Sinn kannten, geachtet und geehrt. Die Beerdigung fand Montag den 10. Auguſt ſtatt und wie am Grabe, ſo entwarf der Unterzeichnete auch am folgenden Tage, bei der Eröffnung der Mädchenſchule nach den Sommerferien, vor den verſammelten Schülerinnen und dem Lehrer⸗ Kollegium das Bild ihres von ſtarkem Pflichtgefühl getragenen, wohlangewandten Lebens. Wir werden der Frau Wolter immer eine dankbare Erinnerung bewahren.

Mittwoch 13. Auguſt nachmittags ſtarb plötzlich die Schülerin der erſten Klaſſe unſerer Vor⸗ ſchule Frida Pauſch(geb. 6. April 1875). Sie war noch an demſelben Tage vormittags in der Schule geweſen und fröhlich aus derſelben zurückgekehrt, als ſie, einige Stunden ſpäter, infolge eines Blut⸗ erguſſes nach dem Gehirn plötzlich verſchied. Wir beklagen mit den Eltern den Heimgang des gutgearteten, hoffnungsvollen Kindes.

An dieſer Stelle erwähnen wir auch des Verluſtes, den die Schule durch den am 16. Juli nach kurzem Krankenlager erfolgten Tod des Pedellen Johann Andreas Sinner erlitten hat. Sein Vater hatte das gleiche Amt 28 Jahre hindurch mit ſeltener Hingebung verwaltet(ſ. Einladungsſchrift vom Jahre 1865, S. 47). Er trat im Jahre 1864 an die Stelle ſeines Vaters und hat bis an ſein Lebensende ſeine Pflicht mit Verſtändnis und mit aufopfernder Arbeit muſterhaft erfüllt. Ehre ſeinem Andenken!

Aus dem Lehrer⸗Kollegium ſchied mit dem Beginne des Schuljahres der Hilfslehrer Herr Auguſt Knorrn, um die Rektorſtelle an der Stadtſchule zu Fürſtenwalde a. O. zu übernehmen; ferner nach Abſol⸗ vierung des Probejahres, Herr Dr. Robert Philippſon, während Herr Dr. Ferdinand Michel nach Abſol⸗ vierung des Probejahres als wiſſenſchaftlicher Hilfslehrer geblieben iſt. Zur Vollendung des Probejahres, welches er Ende März 1883, um ſeiner Militärpflicht zu genügen, unterbrochen hatte, kehrte Herr Emil Strauß in die Schule zurück, gleichzeitig trat Herr Dr. Oswald Cohn zur Abſolvierung des Probe⸗ jahres ein.

Zum ordentlichen Lehrer wurde befördert Ludwig Tachau.

Ludwig Tauchau, geboren am 9. Februar 1858 zu ülzen in der Provinz Hannover, erhielt ſeine Vorbildung in einem Privatinſtitute in Celle und beſuchte ſeit 1872 das Gymnaſium in Hannover. Zu Oſtern 1877 mit dem Zeugniſſe der Reife entlaſſen, bezog er die Univerſität Göttingen, um klaſſiſche

Philologie, Deutſch, Geſchichte und Geographie zu ſtudieren. Im Mai 1880 auf Grund ſeiner Diſſer⸗ tation: de enuntiatorum finalium apud Euripidem ratione atque usu zum Doktor der Philoſophie promoviert, beſtand er im Januar 1881 vor der königl. Prüfungs⸗Kommiſſion zu Göttingen das Examen pro fac. doc. Von Oſtern 1881 82 hielt er an der Realſchule isr. Gemeinde zu Frankfurt a. M. das vorſchriftsmäßige Probejahr ab, verblieb dann an derſelben Schule als wiſſenſchaftlicher Hilfslehrer und wurde Oſtern 1884 zum ordentlichen Lehrer befördert.

An der höheren Töchterſchule wurde als ordentliche Lehrerin Fräulein Emma Meier angeſtellt, welche ſchon ſeit 1880 an unſerer Schule unterrichtet.

Das Lehrerkollegium beſteht gegenwärtig außer dem Direktor nach der Anciennetät aus den Herren: Teblée, Louis Müller, Schönhof, Blum, Kunkel, Stix, Dr. Epſtein, Werth⸗ heim, Herz, Dr. Brüll, Dr. Stern, Dr. Steinhard, Heinemannn, Dr. Mannheimer,