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2. Uebersicht über die im schuljahre 186¹ behandelten Lehrgegenstände.
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A. Sprachunterricht.
1. Deutsche Sprache.
VI. 3 St. Lesen und Erklären prosaischer und poetischer Stücke aus Wackernagels Lesebuch Th. I. Wiedererzählen. Die Wortklassen und der einfache Satz. Auswendiglernen von Gedich- ten. Alle 14 Tage ein Aufsatz. Orthographische Uebungen. 4
Im Sommer: Collaborator Bill und Lic.
Oertel.
Im Winter: Candidat Bender.
V. 2 St. Lesen und Erklären poetischer und pro- saischer Stücke aus Wackernagels Lesebuch II. Thl. Repetition der Wortarten, der Lehre vom einfachen Satze. Der zusammengesetzte Sat⸗ und zwar a) die beigeordneten, b) die über- und untergeordneten Sätze. Die Lehre von den In- terpunctionen; orthographische Uebungen. Auf-
sätze. Declamationen.—. Adam, Collaborator. IV. 2 St. Lesen und Erklären poetischer und
prosaischer Stücke aus Wackernagels Lesebuch III. Lehre vom Haupt- und Nebensatze, Declamation, Aufsätze. 4 . Ammann,(ollaborator. III b. 2 St. Lesen und Erklären poetischer und prosaischer Stücke aus Spiess' Lesebuch. Decla- mationsübungen. Aufsätze. Dr. Büsgen, Collaborator. IIl a. 2 St. Lesen und Erklären von poetischen und prosaischen Stücken aus Spiess' Lesebuch.
Aufsätze. Declamation.
Otto, Conrector. IIb. 2 St. Ausgewählte Lesestücke aus Spiess' Lesebuch wurden nach Inhalt und Form erklärt.
— Poetik; im Sommer: Prosodik, Metrik, Reim-
lehre, Versarten; im Winter: Die Tropen und
Figuren sowie die Hauptarten der deutschen Ge-
dichte. Aufsätze, metrische Uebungen, Decla-
mation. 4
Themata der deutschen Aufsätze:
1) Die Rache, freie Erzählung nach der gleich- namigen Ballade Uhlands. 2) Ein Sommermorgen auf dem Lande. 3) Wie Siegfried erschlagen ward. 4) Ueber den Nutzen der Eisenbahnen. 5) Der ausgewanderte Dichter, freie Erzählung nach dem gleichnamigen Gedichte Freiligraths. 6) Beschreibung eines Säugethiers. 7) Welche Vorzüge hat das Stadtleben vor dem Landleben? 8) Pisistratus. 9) Metrische Uebung. 10) Meer
und Wüste, eine Vergleichung. 11) Welche Vor- theile gewährt das Reisen? 12) Ueber die Fol- gen des peloponnesischen Kriegs.
Bogler, Conrector.
II a. 2 St. Erklärung der schwierigeren poetischen
Lesestücke, besonders der lyrisch- didaktischen Gattung aus Spiess' Lesebuch.— Rhetorik: Die Lehre vom Stil, von der Disposition und den Hauptkunstformen prosaischer Darstellung.— Declamation; metrische Uebungen und Autfsätze. Themata der deutschen Aufsätze:
1) Ueber den Aberglauben. 2) Ueber die Wichtig- keit der äusseren Verhältnisse für die geistige Bildung des Menschen. 3) Pausanias und Wal- lenstein, eine Parallele. 4) Classenarbeit über den Ausspruch Goethes:
„Sage mir, mit wem zu sprechen Dir genehm, gemüthlich ist; Ohne mir den Kopf zu brechen, Weiss ich deutlich, wie du bist“.— Durch welche Mittel gelang es Philipp von
5 Wndaen Griechenland zu unterjochen? 6) Me-
trische Uebersetzung aus Virgils Aen. I, 510 ff. 7) Die Segnungen des Friedens. 8) Perikles der grösste der Hellenen. 9) Ueber die Folgen des 1. punischen Krieges. 10) Ueber die Eitelkeit. 11) Arbeit befördert unser Wohl. 12) Ueber den Ausspruch des Isokrates: Die Wurzel der Bildung ist bitter, ihre Früchte sind süss. Bogler.
Ia und b. 3 St. Geschichte der neueren deutschen Nationalliteratur von Opitz bis auf die neueste Zeit, nach der dem geschichtlichen Grundrisse von Pütz für die oberen Classen angehängten Uebersicht, veranschaulicht durch Proben und Inhaltsangaben. Gelesen und erklärt wurden Schillers„Maria Stuart“,„Jungfrau von Orleans“ und„Braut von Messina“, sowie mittelhochdeutsche Dichtungen aus der vom Lehrer herausgegebenen „Auswahl“, insbesondere sämmtliche in letzterer enthaltene Abschnitte aus den Nibelungen. Vor- tragsübungen; Aufsätze und metrische Ueber- setzungen.
Themata der deutschen Aufsätze:
In Ta: 1) Ueber die Ursachen und die verderb- lichen Folgen der Tadelsucht.— 2) Welchen Einfluss übt die Phantasie auf die Zufriedenheit des Menschen aus?— 3) Durch nichts bezeichnen die Menschen mehr ihren Charakter als durch das, was sie lächerlich finden.— 4)(Classen- arbeit). Drei- und viermal beglückt ist der Sterbliche, welcher die Weisheit Sich zur Füh- rerin wählt, und zur Gefährtin die Kunst; Würde verleiht die eine dem Leben, und Freude die andre; Jene sichert den Schritt, diese verschönert den Pfad.— 5) Uebersetzung der Horazischen
Ode I, 4: Solvitur acris hiems etc.(Frühlings-
feier) im archilochischen Versmaasse des Originals und in freigewählter strophischer Form. 6) Warum nennt Schiller die„Jungfrau von Orleans“ eine„romantische Tragödie“?— 7 Die goldene Zeit des deutschen Ordens unter dem Hochmeister Winrich von Kniprode(1351— 1382).
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