Aufsatz 
Zur Geschichte der Negation in der französischen Sprache / von Heinrich Lüdecking
Entstehung
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Schulnachrichten.

I. Lehrverfaſſung des Gymnaſiums.

A. Lehrerkollegium.

Auch das perſlofſene Schuljahr verlief nicht ohne Veränderungen im Lehrerperſonal. Mit ſeinem Anfang iſt der Kandidat der Philologie, Karl Weldert von Idſtein, dem Gymnaſium zugetheilt worden und trat in die ſiebente Klaſſe als Ordinarius ein*).

Wenige Wochen nachher, den 18. Juni, verlor unſere Anſtalt durch Verſetzung des Pro⸗ feſſors Spieß an das hieſige Realgymnaſium eine tüchtige Lehrkraft. Gleichzeitig wurde Kon⸗ rektor Otto, der bis dahin an dem Realgymnaſium mit 9 wöchentlichen Lehrſtunden beſchäftigt war, dieſer entbunden. Um die dadurch nöthig gewordene Aenderung in der Lektionen⸗Vertheilung unter die Lehrer für den Unterricht ſo wenig wie möglich ſtörend zu machen, übernahm Konrektor Otto die meiſten früheren Lehrſtunden des Profeſſors Spieß und zugleich das Ordinariat in der dritten Klaſſe.

Den 13. December wurde die im vorigen Jahre durch Todesfall erledigte Stelle eines Gymnaſial⸗Reitlehrers durch die Anſtellung Victors von Willmaar wieder beſetzt, und den 4. Januar l. J. dem Lehrer des katholiſchen Religionsunterrichtes, dem Kaplan Lorsbach, wegen der durch Krankheit des katholiſchen Pfarres und Dekans für ihn ſich häufenden Geſchäfte und eigner Kränklichkeit der Kaplan Schmidt als einſtweilige Aushilfe für die vier unteren Klaſſen beigegeben.

Das Lehrerkollegium beſteht demnach gegenwärtig aus: 1) dem Direktor, Oberſchulrath Wilhelm Lex, Ordinarius in I; 2) dem Profeſſor Dr. Cornelius Cuntz; 3) dem Profeſſor Ludwig Kirſchbaum; 4) dem Profeſſor Konrad Müller; 5) dem Profeſſor Dr. Heinrich Lüdecking, welcher zugleich den franzöſiſchen Unterricht in den beiden Oberklaſſen des Realgymnaſiums und den engliſchen an die vereinten zwei oberen Abtheilungen beider Gymnaſien ertheilt**); 6) dem

*) Karl Weldert, evangeliſcher Konfeſſion, geboren zu Idſtein den 27. Auguſt 1827, beſuchte eine Privat⸗ ſchule ſeines Geburtsortes bis Oſtern 1843, wurde dann in die dritte Klaſſe des Gymnaſiums zu Weilburg aufge⸗ nommen, von dort nach beſtandener Maturitätsprüfung zu Oſtern 1846 entlaſſen und beſuchte mit einer durch Mi⸗ litärpflichtigkeit veranlaßten halbjährigen Unterbrechung bis Herbſt 1849 die Univerſität Göttingen, wo er ſich dem Studium der Philologie widmete. Er übernahm darauf mit der durch eine Prüfung von Herzoglicher Landesregie⸗ rung erwirkten Erlaubniß 1850 die Leitung einer Privatſchule zu Idſtein, der er bis Oſtern 1858 vorſtand. Da ſich dieſe Anſtalt wegen Gründung einer Realſchule auflößte, trat er als Hauslehrer 1858 auf ein Jahr in eine Curländiſche Familie, die ſich in Wiesbaden aufhielt, wurde darauf von Oſtern 1859 bis dahin 1860 zur Aushilfe an der daſigen höheren Bürgerſchule verwendet, machte im Winter dieſes Jahres ſeine philologiſche Staatsprüfung und wurde zu Oſtern 1860 dem dortigen Gelehrten⸗Gymnaſium zugetheilt.

u*n) Von ihm erſchien im Druck: Engliſches Leſebuch, 1. Theil, für untere und mittlere Klaſſen, mit einem vollſtändigen Wörterbuch. 2. Aufl. Wiesbaden 1860 und: Franzöſiſches Leſebuch, 1. Theil, für untere und mittlere Klaſſen, mit einem vollſtändigen Wörterbuch, 6. Aufl. Mainz 1860.

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